CDU verliert wohl weitere Großstadt: 15,4 Prozent in Dresden

Oberbürgermeisterwahl in Dresden
Oberbürgermeisterwahl in Dresden
Was wir bereits wissen
Kann die CDU nicht mehr Großstadt? Auch in Dresden stellt sie wohl nicht mehr den Oberbürgermeister. Die Wahl entscheidet sich im zweiten Durchgang.

Dresden.. Die seit Jahren in Großstädten schwache CDU hat bei der Oberbürgermeisterwahl in Dresden erneut eine schwere Niederlage kassiert. Ihr Kandidat, Sachsens Innenminister Markus Ulbig, kam am Sonntag lediglich auf 15,4 Prozent der Stimmen. Am besten schnitt seine Kabinettskollegin, SPD-Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange, mit 36,0 Prozent der Stimmen ab, wie das Wahlamt am Abend mitteilte.

Damit verliert die CDU voraussichtlich ihren letzten OB-Posten in einer deutschen Großstadt mit mehr als 500 000 Einwohnern. Die Entscheidung wird ein zweiter Wahlgang am 5. Juli bringen.

Zweiter Wahlgang am 5. Juli bringt Entscheidung

Erfolgreicher war die CDU bei den gleichzeitig stattfindenden Landratswahlen. Diese entschied sie in allen zehn Landkreisen schon im ersten Wahlgang für sich und stellt damit wieder alle Landräte in Sachsen.

Oberbürgermeister Stange war für ein von der rot-rot-grünen Stadtratsmehrheit unterstütztes Bündnis ins Rennen gegangen. Hinter ihr landete der amtierende Erste Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP), der für ein unabhängiges Bündnis antrat, mit 31,7 Prozent auf dem zweiten Platz. Die Kandidatin der islamkritischen Pegida, Tatjana Festerling, kam auf 9,6 Prozent.

Die Wahl war notwendig geworden, weil die bisherige CDU-Amtsinhaberin Helma Orosz im Februar krankheitsbedingt zurückgetreten war.

Im zweiten Wahlgang können - anders als bei einer Stichwahl - alle Kandidaten erneut antreten. Ulbig will nun Gespräche mit FDP-Mann Hilbert führen. Ziel sei ein gemeinsamer bürgerlicher Kandidat für den zweiten Wahlgang, sagte CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer. Ulbig betonte, das Ergebnis mache deutlich, dass es in Dresden keine rot-rot-grüne Mehrheit gebe. "Sie wollen keinen Oberbürgermeister oder keine Oberbürgermeisterin, die auf ein solches Bündnis gegründet ist." Stange will im zweiten Wahlgang ebenfalls auf Wähler aus dem bürgerlichen Lager bauen. (dpa)