CDU streitet weiter über Merkels Kurs der Mitte

Berlin/Düsseldorf..  Der Streit um den Kurs der Union geht weiter: Führende CDU-Politiker aus NRW stellten sich hinter die Kanzlerin. Der Chef der NRW-Landesgruppe im Bundestag, ­Peter Hintze (CDU), verteidigte Merkels Kurs der Mitte gegen die Kritik von Ex-Innenminister Friedrich (CSU). Der hatte der CDU-Chefin vorgeworfen, sie vernachlässige konservative Wähler. „Wir wären mit dem Klammerbeutel ­gepudert, wenn wir nicht in der Mitte blieben“, sagte Hintze zur WAZ.

Auch andere CDU-Politiker aus NRW wiesen Friedrichs Kritik zurück: „Angela Merkel ist nicht schuld am ­Erstarken von AfD und Pegida“, sagte CDU-Präsidiumsmitglied Karl-Josef Laumann. „Die AfD hat genauso viele Stimmen von der CDU wie von der SPD bekommen – das ist also kein Problem der CDU allein.“ Rückendeckung für Merkel kam auch vom Chef der Ruhr­gebiets-CDU. Der Vorwurf der Sozialdemokratisierung der CDU sei „Quatsch“, befand Oliver Wittke. Der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung NRW, Hendrik Wüst, äußerte dagegen Verständnis für Friedrichs Kritik am Merkel-Kurs. „Die CDU muss aufpassen, dass sie beim Modernisierungskurs die Konservativen nicht verliert und die alten Werte nicht vergisst.“