Zehntausende bei Bildungsstreiks
17.11.2009 | 20:58 Uhr 2009-11-17T08:58+0100Studierende in bundesweit 60 Städten demonstrierten am Dienstag für bessere Bildung.
Nach den großen Protesten im Sommer sind am Dienstag erneut Zehntausende Studenten und Schüler für bessere Bildung auf die Straße gegangen. Die Initiatoren - ein Zusammenschluss von Schüler- und Studentengruppen - sprachen von über 85.000 Teilnehmern in rund 60 Städten. Die jungen Leute verlangen unter anderem mehr Geld für das Bildungssystem, gleiche Bildungschancen für alle und Korrekturen am System der Bachelor- und Masterstudiengänge. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) äußerte Verständnis für Teile der Forderungen und stellte Verbesserungen in Aussicht - etwa eine Erhöhung des BAföG. SPD, Linke und Grüne warfen der Bundesregierung dagegen vor, zu wenig für die Bildung zu tun.
3000 Demonstranten in Essen, 4000 in Düsseldorf
Zuletzt hatten im Juni Zehntausende Schüler und Studenten demonstriert, um bessere Lernbedingungen einzufordern. Sie kritisieren, seitdem habe sich in der Bildungspolitik trotz vieler Versprechen nichts getan. Bereits vor mehreren Tagen hatten Studenten an zahlreichen Hochschulen in Deutschland damit begonnen, Hörsäle zu besetzen. Nun folgte der Protest auf der Straße.
In Berlin zogen nach Polizeiangaben rund 6000 junge Menschen in einem Demonstrationszug durch die Stadt. Nach Angaben der Organisatoren waren es 12 000 Teilnehmer. Rund 11.500 Demonstranten beteiligten sich laut Polizei in Bayern an dem Bildungsstreik - in Augsburg, Bayreuth, Coburg, Erlangen, Nürnberg, Passau und München. In Köln gingen den Veranstaltern zufolge 5000 junge Menschen auf die Straße, in Düsseldorf 4000 und in Münster 3500. Rund 2300 Studenten demonstrierten in der Mainzer Innenstadt. In Hannover versammelten sich laut Polizei rund 1300 Schüler und Studenten, in Jena waren es 1000.
Neben mehr Bildungsgerechtigkeit und mehr Geld fordern die jungen Leute eine Abschaffung der Studiengebühren, kleinere Klassen und mehr Mitsprache an Schulen und Hochschulen. Viel Unmut gibt es auch über das neu eingeführte System von Bachelor- und Masterstudiengängen. Die Studenten klagen über eine zu starke Verschulung und eine zu große Stofffülle und fordern Korrekturen.
Studierende kündigen weitere Aktionen an
Auf Druck der Studenten hatten die Bildungsminister von Bund und Ländern vor einigen Wochen Vorschläge gemacht, wie die Probleme beim Bachelor- und Master-Studium behoben werden könnten - etwa durch flexiblere Lehrpläne. Sie sehen nun die Hochschulen in der Pflicht, diese Punkte zu verwirklichen. Schavan räumte ein, dass es bei der Umsetzung der Reform «handwerkliche Fehler» gegeben habe, die nun korrigiert würden. Außerdem werde die Bundesregierung in den kommenden vier Jahren zwölf Milliarden Euro in die Bildung investieren. Zusätzlich werde sie sich für eine BAföG-Erhöhung einsetzen.
Die Opposition bezeichnete die bildungspolitischen Vorhaben der Regierung dagegen als unzureichend. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sagte, Deutschland müsse pro Jahr 25 Milliarden Euro zusätzlich in die Bildung investieren. Die Steuersenkungspläne von Union und FDP stünden dem entgegen. Auch die Linke und die Grünen verlangten höhere Bildungsinvestitionen und eine Abkehr von den «verantwortungslosen» Steuervorhaben der schwarz-gelben Koalition.
Bis in den Dezember haben die Studenten und Schüler weitere Aktionen geplant. Am 10. Dezember etwa wollen sie die Konferenz der Kultusminister in Bonn mit Protesten begleiten. Auch die Hörsäle vieler Hochschulen bleiben weiter besetzt. (ddp)
17:26
...und es ist durchaus etwas engstirnig, nur an seine konkreten Vorlesungen zu denken, die ausfallen, und nicht einmal darüber hinaus bzw mit einem größeren Blickradius die Situation zu beleuchten. Zumal man das als sog. Ersti eh nicht vollends überschauen kann, was hier im Argen liegt, zumal man sich wahrscheinlich noch gar nicht richtig eingefunden hat- sowohl in seiner neuen Rolle als Student als auch in der neuen universitären Umgbeung.
Leider ist es aber nämlich so, dass erfahrunggemäß wirklich diejenigen Gegner der Proteste sind, die quasi freudig dem Kapitalismus frönen und von Mama und Papa finnaziell überbehütet ihr Studium durchführen. Solchen Leuten mag es gleichgültig sein, ob sie 500 Euro Studiengebühren abdrücken müssen oder nicht. Und sie können sich es auch eher lesiten, ein Semesterchen länger zu verweilen, wenn sie aus Gründen der Überfüllung uafgrund mangelnden Angebots Seminare nicht im gewünschten Semester besuchen können.
Das ist nämlich hier die Realität. Seminare ausgelegt für 40 Studierende, in denen hinterher 100 sitzen- in fensterlosen Räumen, in der Ecke auf dem Boden sitzend.
Ich möchte noch erwähnen, dass auch natürlich viele finanziell gut abgesicherte Studenten mit demonstriert haben und die anderen unterstützt haben.
Zumal auch diese rechtzeitig und qualitativ angemessen ihr Studium beenden möchten.
Hoffe, das ist nachvollziehbar!
Greetz!
17:15
Vielleicht ist ihre Ausdrucksweise etwas direkt, es bist jedoch du, der hier beschimpft. Du kennst sie nicht und scheinst auch ihre Beweggründe nicht zu durchschauen. Studierst du denn? Und wenn ja, wie lange schon? Ich denke nämlich, dass man IN der Sache sein muss, um den Tonfall zu verstehn, um nachvollziehen zu können, warum diese Ausdrucksweise gewählt wurde (, die anbei kurz und auf den Punkt gebracht und nicht mit Fremdwörtern gespickt ist).
Ich muss nämlich sagen, dass ich mit der Aussage unserer lieben Beobachterin im Großen und Ganzen übereinstimme. Ich werde natürlich auch darlegen, wieso.
Es ist die Mehrheit der Studentenschaft, die sich wehrt...
10:09
@beobachterin
Du biss abba sehr tolerant............
Studierse auch ?
Hasse nich Probleme mit die andern Leute, wenne so aufbrausend und rechthaberisch biss ?
Und meinse, mit fremde Wörter um sich schmeissen macht Eindruck?
21:52
Hallo!
Es ist super, dass endlich ernst genacht wird, dass wir besetzen und auf der Straße demonstrieren!!!
Wie kommt es nur eigentlich, dass man bei Deoms in Essen stets von der Essener Polizei durch die hinterletzten Gassen geleitet wird, wo das Ziel einer Demo, das ja darin besteht, die breite Masse auf sich aufmerksam zu machen, absolut nicht erfüllt werden kann? In anderen Städten ist das doch auch möglich! Warum ermöglicht man es Essner Schülern und Studenten nicht, angemessen auf die Missstände des Bildungssystems aufmerksam zu machen und bricht Demonstrationen bei der vollkommen gerechtfertigten Forderung: Raus aus der Gosse- Rein in die Innenstadt! ab??? Ist es da noch verwunderlich ,dass sich Demonstrantengruppen verselbstständigen? Denn wer möchte schon die Post von hinten anschreien oder leere Wohnstraßen beschallen? Wo ist da der Sinn, frage ich mich.
Wir machen weiter!
Greetz!
22:52
Hallo. Ich bin 17 Jahre alt und möchte auch mal Studieren. Ich bin gerade in der 11. Klasse.
Bei der Demo in Essen war ich dabei. Ich war da mit NUR 5 Leuten aus der Oberstufe. Ich fand das irgendwie armseelig, weil viele aus den Oberstufen hatten am Anfang der Jahres gesagt.
Ja, ich möchte mal Studieren dies und das.
Ich komme aus der Unterschicht und wenn es so weitergehen sollte, kann und möchte ich mir nicht vorstellen, wie und ob ich Studieren kann oder möchte. Wir müssen zusammenhalten und bei der Demo in Essen waren meiner Meinung nach wenige Schüler. Aus so einer Großstadt Metropole wie Essen hätte ich mindestens 5000 Schüler erwartet. Naja, nächstes Jahr wird es besser.
22:30
Der Kampf hat gerade erst begonnen und er höhrt nicht mehr nach einer Demonstration auf!
18:25
An alle Studis meine Hochachtung.
Macht weiter so und führt unseren Kampf
von Lucky Streik & Co fort.
Damals hatte die Studentenschaft bereits eindeutig
auf die Auswirkung der neue Studienordnungen und
die Folgen der geplanten Modernisierung der Hochschulen
hingewiesen. Das war ein Zeitpunkt, wo der Bologna
noch Zukunft war.
Leider sind die Bedingungen nur für wenige Studienfächer
besser geworden, stattdessen setzte ein großes Sterben der
Grundlagenforschung sowie ein einseitige Ausrichtung der
unterschiedlichen Fachgebiete ein.
Und durch die Studiengebühren hat sich, wie zu erwarten war,
auch nichts an der Ausstattung und den Studienbedingungen
geändert. Lediglich, dass soziale Ungleichgewicht hat sich
verstärkt.
Ich wünsche Euch dieses Mal einen längeren Atem, als wir
ihn damals hatten und das Euer Prozess in die breiten Massen
getragen wird und für frischen Wind im nächsten Jahr sorgen wird.
Ach ja und so Leute wie Necromat gibt es leider auch immer.
Da erinnere ich mich doch gleich an eine Begegnung während
der damaligen Streik-Phase, als eine Mitstudentin mit den Worten:
Ich weiß das ich ein ********* bin, aber ein ********* das später einen
Job haben wird. sich gewaltsam den Weg in den Seminarraum ebnete
freundschaftliche Solidarität eines Ehemaligen
16:14
So ist das, wenn ungebildete Lobbyisten von Bertelsmann ein stromlinienformiges Wunschbildungssystem der großen Arbeitgeberverbände herbeischreiben, ohne daß Studenten / Schüler ihre Wünsche einbringen können, sie dürfen dafür diese dünne Suppe auslöffeln. Diese undemokratische Reform von oben schafft durch ihre große Verdichtung schlechte Lernbedingungen, durch die Normierung / Gleichmacherei der Lerninhalte eine Verarmung der Bildung. Kreativität braucht Muße, sie ist vergessen worden, dies ist kein Umfeld für neue Ideen.
15:15
Bei den Studenten ist es scheinbar ähnlich wie in der Wirtschaft:
Einige wenige protestieren oder streiken für bessere Studienbedingungen oder bessere Arbeitsbedingungen und Löhne.
Dafür müssen Sie sich von den anderen die nicht protestieren oder streiken beschimpfen lassen.
Ist der Protest oder Streik dann erfolgreich, nehmen die vorherigen Protest- oder Streikgegner die Vorteile gerne für sich in Anspruch!
Trittbrettfahrer!
14:37
Lass Necromat doch zur Uni anstatt zu den Protesten gehen wenn er/sie möchte.
Vielleicht sind seiner Meinung ja die Gebühren gerechtfertigt und der Studiengang wurde von der Fakultät gut durchdacht und gut organisiert. Soll es ja anscheinend geben, wie bei Auto123 zu lesen ist. Demnach sind eure Probleme für ihn/sie nicht unbedingt auf der Tagesordnung.
Und ob Necromat sozial abgesichert ist, weiß doch hier auch niemand. Wohnhaft bei den Eltern, 150 Euro Kindergeld pro Monat, davon kann man die 116 Euro monatliche Gebühren+Ticket bezahlen. Erst recht, wenn man einen Nebenjob hat.
Wenn man eine eigene Wohnung hat oder in einer WG wohnt, sieht alles schon ganz anders aus. (Aber im Pott wohnen doch eh die meisten Studis in Hotel Mama)