Zahl der Studenten in NRW steigt
05.10.2010 | 13:40 Uhr 2010-10-05T13:40:00+0200
Düsseldorf.In Nordrhein-Westfalen beginnen wieder mehr junge Leute ein Studium - und haben bereits einen politischen Streit entfacht. Für die neue Wissenschaftsministerin Svenja Schulze ist die Zahl der Studienanfänger immer noch zu gering.
Die steigenden Studentenzahlen sorgen für politischen Streit in Nordrhein-Westfalen. Zum Wintersemester 2010/2011 dürfte die Zahl der Studienanfänger gegenüber dem Vorjahr um 6.800 oder 8,8 Prozent auf rund 84.400 steigen, wie Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) am Dienstag mitteilte. Sie bekräftigte ihr Ziel, die Studiengebühren von zumeist 500 Euro pro Halbjahr ab dem Wintersemester 2011/2012 abzuschaffen. Die Linke forderte erneut eine frühere Abschaffung.
Die Gesamtzahl der Studenten wird im kommenden Wintersemester bei knapp 520.000 liegen. Der Ministerin reicht die Zahl der Studenten allerdings bei weitem nicht aus. Die „Übergangsquote“ sei in NRW zu gering. Nur 30 Prozent der Studienberechtigten nähmen auch tatsächlich ein Studium auf. Dies sei viel zu wenig. Bei jungen Leuten mit Abitur oder vergleichbarer Qualifikation aus Nicht-Akadamikerfamilien seien es 73 Prozent, die keinen akademischen Abschluss anstrebten.
„Wir können nicht länger auf kluge Migranten, engagierte Frauen und interessierte Studierende verzichten, die den Schritt zur Hochschule scheuen, weil unnötige Hürden sie abschrecken“, sagte die Wissenschaftsministerin. Deshalb habe Rot-Grün den Gesetzentwurf zur Abschaffung der Gebühren eingebracht. Eine sofortige Abschaffung der Beiträge sei nicht möglich, da zunächst im Haushalt 2011 eine Kompensation für die Hochschulen durchfinanziert werden müsse. 250 Millionen Euro bringen die Gebühren den NRW-Hochschulen bislang pro Jahr.
Streit um Studiengebühren
Die Linke kritisierte den Zeitplan der Ministerin. „Und wieder ein Semesterstart auf Kosten der Studierenden“, sagte die hochschulpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Gunhild Böth. „Studiengebühren in NRW könnten schon längst Geschichte sein. Eine parlamentarische Mehrheit ist da, aber die Koalitionsfraktionen stellen sich quer“, kritisierte die Abgeordnete. Die Linke fordert eine Abschaffung der Gebühren spätestens zum Sommersemester 2011.
Eine Beibehaltung der Beiträge verlangte hingegen die FDP. „Die aktuellen Rekordstudierendenzahlen an den nordrhein-westfälischen Hochschulen belegen, dass nicht von einer abschreckenden Wirkung der Studienbeiträge gesprochen werden kann“, sagte der FDP-Bildungsexperte Marcel Hafke. Die Liberalen hatten die Gebühren 2006 gemeinsam mit der CDU eingeführt, um den Hochschulen mehr Geld zur Verbesserung des Lehrangebots zu geben. (dapd)
21:26
#5
Sie mokieren sich über die nicht angerechneten Studienjahre, lassen durchblicken, dass Studierte nicht unter kleinen Renten- u. Pensionszahlen zu leiden haben und stellen ganz richtig die unsicheren Perspektiven der heutigen Hochschulabsolventen dar. Da kann die Rentenfrage ein Grund von mehreren sein (nicht der einzige!), um sich gegen ein Studium zu entscheiden.
Es kommt eins zum anderen: Mehrjährige nicht angerechnete Studienzeiten, unbezahlte Praktika, mögliche Zeiten der Arbeitslosigkeit und in vielen Fällen erheblich niedrigere Gehälter als früher. Ein 25-jähriger Hochschulabsolvent, der direkt den Berufseinstieg schafft, bekommt bis zum Alter von 67 keine 45 Beitragsjahre zusammen und muss Rentenabschläge hinnehmen.
19:03
Lekker studieren - würd ich auch gern. Also erstmal die Gebühren in die Tonne - abern bischen sportlich.
00:12
Ja na klar, weil die Studienzeiten nicht angerechnet werden, studieren viele Abiturienten nicht.
Selten so etwas Weltfremdes gelesen!
Das studierte Rentner und Pensionäre zu den Menschen gehören, die unter kleinen Renten- und Pensionszahlungen leiden, ist ja allgemein bekannt. Is klar, ne?
Es wird vermutlich wesentlich mehr daran liegen, das wir heute reichlich arbeitslose Akademiker, Ingeniere und andere recht hoch qualifizierte Fachkräfte haben. So lange die Menschen keine wirklichen Perspektiven sehen, bevor sie sich zum Studium einschreiben (und wer glaubt daran, das in 5-6 Jahren der Arbeitsmarkt wesentlich freundlicher aussieht) der ist froh nach dem Abitur heute eine gute Ausbildungsstelle zu finden.
Ganz nach dem Motto: Besser den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach.
16:27
Es gibt auch Studiengänge, die vielen jungen Leute keine gute Zukunftsperspektive zu bieten scheinen.
Mangel an Fachkräften: Ja wo denn?
http://www.derwesten.de/staedte/muelheim/Mangel-an-Fachkraeften-Ja-wo-denn-id3663412.html
Vom Ingenieur zum Tellerwäscher
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,638189,00.html
Das Märchen vom Fachkräftemangel
http://www.focus.de/finanzen/news/arbeitsmarkt/tid-19321/arbeitsmarkt-das-maerchen-vom-fachkraeftemangel_aid_535617.html
Als Ingenieur arbeitslos
http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,690572,00.html
14:53
#1
Das strimmt und ist sicherlich einer der Abschreckungsgründe.
Bei AZUBIs wird die Lehre für die künftige Rente anerkennt, das Studium für Hochschulabsolventen dagegen nicht. Das Studium ist aber die Ausbildung der künftigen Ingenieure, Lehrer etc. Warum also keine Anerkennung, wie früher üblich?
Geht man von 3 Jahren bis zum Bachelor bzw. 5 Jahren bis zum Masterabschluss aus, fehlen dem künftigen Absolventen 5 Rentenjahre, hinzu kommen noch Zeiten unbezahlter Praktika.
Mit Mitte bis Ende 20 gehen die junden Leute -oft verschuldet- in den Beruf. Die Einstieggehälter sind rapide abgesenkt worden. Da stellt eine Ausbildung oft nicht die schlechtere Alternative dar.
14:49
PS:
Bezieht sich auf:
die Zahl der Studienanfänger immer noch zu gering
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14:39
Kein Wunder,
wann sollen die Studierenden die Verluste währen der Studienzeit wider einfahren ???
Rentenansprüche gibt es für die Studienzeit keine !!!
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