Unzufriedene Studenten kriegen nur selten Geld zurück
03.11.2008 | 09:11 Uhr 2008-11-03T09:11:00+0100
Essen. Bei schlechten Studienbedingungen können Studenten ihre Gebühren erstattet bekommen. Im Sommersemester haben sich in NRW 134 Studenten beschwert, 25 waren erfolgreich. Studentenverbände sprechen von "Augenwischerei". An den Unis mit den meisten Beschwerden gingen alle Antragsteller leer aus.
Wenn die Studienbedingungen schlecht sind, haben Studenten eine „Geld-zurück-Garantie“. Das hat ihnen Innovationsminister Andreas Pinkwart (FDP) versprochen. Allerdings müssen die Studenten beweisen, dass die Bedingungen so schlecht sind, dass sie ihr Studium nicht ordnungsgemäß und zügig absolvieren können.
Jeder Student hat das Recht, sich bei seiner Hochschule zu beschweren. Vor allem wenn er meint, dass die Studienbedingungen trotz Gebühren schlecht sind.
In der Regel ist für diese Beschwerden die Prüfungskommission oder das Prüfungsgremium zuständig. Dort können Studenten aber auch anfragen, ob sie von den Studiengebühren befreit werden, wenn besondere Gründe vorliegen. Oft findet man die Kontaktdaten des Gremiums auf der Internetseite. Wenn nicht, einfach im Studentensekretariat oder im Fachbereich nachfragen.
Im Sommersemester 2008 haben sich 134 Studenten in Nordrhein-Westfalen über schlechte Studienbedingungen beschwert. Spitzenreiter dabei waren die Studenten an den Universitäten Duisburg-Essen und Dortmund. In Duisburg-Essen registrierte die zuständige Prüfungskommission 33 Beschwerden, in Dortmund haben 31 Studenten über ein Online-Formular eingegeben, dass es aus ihrer Sicht Verbesserungsbedarf an Studium und Lehre gibt. Beschwerdegründe waren besonders überfüllte Seminare, ein Mangel an Praktikumsplätzen, fehlende Prüfungstermine oder auch gebührenpflichtige Skripte.
Allerdings bekommt an beiden Hochschulen kein Student wegen schlechter Bedingungen die Studiengebühren erstattet. „Wir haben alle Missstände abstellen können“, sagt Ulrike Bohnsack, Redakteurin in der Pressestelle der Uni Duisburg-Essen. „Für den Fachbereich Bildungswissenschaften, in den auch die Lehrämter und der Sport fallen, ist sogar ein Arbeitskreis mit dem Dekan und mehreren Studenten eingerichtet worden, um vor allem das Problem von überfüllten Seminaren zu lösen.“ An der Uni Dortmund seien die eingegangenen Beschwerden an die zuständigen Fachbereiche weitergeleitet und dort direkt bearbeitet worden, ohne dass es zu einer Diskussion im Prüfungsgremium und in Folge dessen zu Gebührenerstattungen kommen musste, sagt Sprecher Ole Lünnemann.
Was ist die Prüfungskommission?
Das Prüfungsgremium oder die Prüfungskommission ist zu gleichen Teilen mit Hochschulmitarbeitern und Studenten sowie einem externen Vorsitzenden besetzt und soll die Qualität der Lehr- und Studienorganisation überprüfen. Jede Hochschule muss laut Studienbeitragsgesetz ein solches Gremium haben. Stellt das Gremium Mängel fest oder liegt ihm ein studentischer Beschwerdeantrag vor, soll es der Hochschule Empfehlungen geben.
Der Asta-Vorsitzende der Universität Duisburg-Essen, Alexander Münchow, hält die Geld-zurück-Garantie für eine Worthülse: „Es ist für den Studenten schwer zu beweisen, dass die Studienvoraussetzungen wirklich schlecht sind.“ Dabei gibt es aus seiner Sicht genügend Mängel, die das Studium erschweren oder trotz Gebühren unnötig in die Länge ziehen. Überfüllte Vorlesungen und Seminare oder ausgefallene Kurse und Prüfungstermine gehören dazu. Jedenfalls bei den Studenten, die noch den Magister oder das Diplom machen wollen. Bei den Bachelor-Studenten sei die Situation aufgrund der neuen Studienorganisation weniger dramatisch. „Besonders schwer wiegen ausgefallene Kurse oder Prüfungstermine aber dann, wenn sie Voraussetzung für das neue Semester sind“, sagt Münchow. Er fordert einen ausformulierten Katalog, in dem klar definiert ist, bei welchen Voraussetzungen ein Student seine Gebühren erstattet bekommt.
Konflikte nicht vor Gericht austragen
Diese Idee lehnt das Innovationsministerium NRW ab. „Wir können das nicht bis ins Letzte regeln, weil die Fälle in der Regel sehr individuell sind“, sagt ein Ministeriumssprecher. Ziel müsse es sein, dass das Studium so zügig wie möglich abgeschlossen werden könne. „Und wenn dann organisatorische Fehler bei der Hochschule liegen, hat der Student das Recht auf Erstattung“, so der Sprecher. Probleme und Beschwerden sollten über das Prüfungsgremium innerhalb der Hochschule geregelt werden, „im Dialog und nicht vor Gericht“. Gäbe es einen streng ausformulierten Kriterien-Katalog, könnten die Studenten viel schneller klagen.
Der Sprecher des Ministeriums fordert die Hochschulen allerdings auf, sich bei festgestellten Mängeln kooperativ zu zeigen und den Empfehlungen des Prüfungsgremiums, auch bei der Erstattung von Studienbeiträgen, zu folgen: „Außerdem ermuntern wir die Hochschulen, von den Studienbeiträgen auch neues Lehrpersonal einzustellen.“ Denn würden neue Lehrbeauftragte aus Studiengebühren finanziert, müsste die Hochschule keine zusätzlichen Studenten aufnehmen. Anders als bei Einstellungen, die das Land finanziert. „Damit erweitern sich die Kapazitäten“, sagt der Sprecher. Insbesondere dann, wenn immer wieder Seminare aus allen Nähten platzen.
Bündnis: Keine Dozentenstellen aus Studiengebühren
Das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren nennt die Geld-zurück-Garantie „Augenwischerei“. „Die Lage an den Hochschulen hat sich auch durch die Studiengebühren nicht verbessert“, sagt Geschäftsführerin Jessica Castro Merino. „Es sind in vielen Fällen gerade mal ein paar neue Tische oder ein paar neue Beamer angeschafft worden.“ Dadurch, dass aber die Studenten in der Beweispflicht sind, gäbe es kaum Beitrags-Erstattungen. Aus Studienbeiträgen Professoren- oder Dozentenstellen zu finanzieren, lehnt Castro Merino ab. „Das sind ja keine langfristigen Stellen. Kippt eine Regierungsmehrheit wie in Hessen, können die Studiengebühren auch schon wieder weg sein. Wer soll sich denn darauf bewerben?“ Außerdem würden Studienbeiträge dann unrechtmäßig verwandt. Castro Merino: „ Die Studienbeiträge dürfen nur für die Lehre eingesetzt werden. Ein Professor forscht aber auch. Wer bezahlt das?“
14:30
Wer kein Geld hat der soll auch nicht Studieren...
da bleibt einem aber die Spucke weg. He apizzi, hast Du einen an der Waffel?
14:24
Wieso Geld zurück???
Studenten haben ja wohl genug davon - im Zweifel der Papi. Nicht umsonst ist Deutschland das Land mit der weitaus größten Abhängigkeit der Bildung vom materiellen Reichtum. Solln sich also mal nicht so anstellen.
02:01
#apizzi wurde wohl von Mama und Papa finanziert.
Vielleicht haben ihre Eltern auch noch ein paar Kröten für einen Kursus an der Volkshochschule übrig! Deutsche Rechtschreibung!!
Wenn ich mir solche Exemplare, wie sie es offenbar sind, an verantwortlicher Position vorstelle,
wird mir Angst und Bange!!
Sicherlich dürfen sie eine eigene Meinung haben.
Allerdings sollte sie dann aber fundiert sein!!
13:49
#11
Ja ok ich habe keine Ahnung und deshalb habe ich mein Studium auch in Regelzeit und ohne Geld der Deutschen Steuerzahler absolviert! Ich habe es umsonst bekommen außer das ich jeden Monat Freiwillig einen Betrag an die Uni abgeführt habe.
Und das noch nicht mal in Deutschland!
Ja ich habe keine Ahnung und eine Meinung darf ich auch nicht haben!
Na das kann doch nur von einem Langzeitstudenten kommen der nichts anderes zu tun hat als unser Geld zum Fenster hinaus zu werfen!
Die Sogenannten Studenten die am Lautesten schreien sind die, die am Wenigsten für Ihr Studium tun.
Ja ja Armes Deutschland! Und besonders Arme Studenten. Wir sind alle nur von euch abhängig und das ist so schwer zu ertragen!
12:26
Also ich kann nur für die Uni Dortmund sprechen und hier merkt man den Unterschied gewaltig. Es werden neue Tutorien geschaffen, von Geld was vorher nicht da war, bzw. nicht umverteilt wurde. Dazu kommt hochwertige Laboraustattung, neue Professuren und bessere Bedingungen für Diplomanden. Schade, dass die Doktoranden von dem Geld nichts ab bekommen.
11:07
Wer die Verteilung von Studiengebühren über mehrere Semester verfolgt, dem sollte auffallen, dass die Gebühren an vielen Stellen Steuergelder ersetzen. Stellen werden erst abgeschafft und dann von Gebühren neu geschaffen. Das wird dann als Verbesserung der Lehre aus Studiengebühren verkauft. Und jeder Erstis oder Zweiti wird es auch so wahrnehmen, weil ihm der Vergleich fehlt.
Vor allem Service-Stellen, wissenschaftliche Mitarbeiter und Tutoren bauen auf Gebühren auf. Die ganze Struktur wird mehr und mehr aus der Kohle finanziert - was es auch immer schwieriger macht, sie wieder abzuschaffen. Oder unzufriedenen Studis das Geld zurückzugeben.
10:33
#7 von apizzi...
...Aha, Sie sind FDP-Mitglied stimmts?
Wer kein Geld hat der soll auch nicht Studieren ...
Nur Reiche sollen studieren-am Besten nur ein durch ständige Inzucht völlig verblödeter Adel.
Ich darf Ihnen ein Geheimnis anvertrauen. Das gab es schon. Damals galt es als fortschrittlich Hexen zu verbrennen.
08:07
Ich finde die Studiengebühren sind viel zu niedrig und was damit geschehen soll, soll jede Uni oder Hochschule selber entscheiden.
Diese Ständige Mitbestimmung von Studenten ist einfach nicht mehr zu ertragen.
Wer kein Geld hat der soll auch nicht Studieren wir sind mittlerweile Global und dementsprechend sollten wir uns auch angleichen.
Nicht mehr und nicht weniger so einfach ist das und dann würden wir sehen können wie viel Platz wir in den Unis haben.
Und zu den Professoren die in Ihrer Zeit an der Uni Geld machen mit den Mitteln der Uni die sollen genau so dafür bezahlen den es kann nicht sein das eine Uni die von allen Steuerzahlern bezahlt wird das Finanzieren muss wodurch eine kleine Gruppe Gewinn erwirtschaftet.
Und so würden die Kosten gegen null für den Steuerzahler gehen und das ist was die meisten bei uns möchten.
13:27
Es gibt an jeder Uni Verteilungsschlüssel - die sind auch einsehbar. Vielleicht sollten die, die hier mal wieder nur heiße Luft ablassen mal eine Fakultät besuchen und sich über die Organisationsstrukturen und die Finanzierung informieren. Nur mal so nebenbei.
11:23
Von euch hat wohl keiner studiert - oder ?
Schreibt weiter.