Das aktuelle Wetter NRW 20°C
Bildung

Studentenproteste an immer mehr Unis

13.11.2009 | 16:33 Uhr
Studentenproteste an immer mehr Unis

Berlin/Bonn. Die Studentenproteste an deutschen Universitäten weiten sich aus. Inzwischen seien Hörsäle an mehr als 50 Standorten besetzt, meldete der Studentische Dachverband fzs. Der Streik in Bielefeld hingegen wurde heute Morgen beendet.

Die Studentenproteste gegen Studiengebühren und -bedingungen an Hochschulen in Deutschland breiten sich weiter aus. Mittlerweile seien Hörsäle an mehr als 50 Hochschulstandorten besetzt, teilte der Studentische Dachverband fzs am Freitag in Berlin mit. Weitere Proteste seien in der Planung. Auch in Österreich setzten die Studenten ihre Protestaktionen fort.

Konzeptlose Programme statt Bildungspolitik

Nachdem im Sommer während des sogenannten Bildungsstreiks rund 250 000 Studenten und Schüler auf die Straße gegangen seien, habe sich in der Bildungspolitik trotz vieler Versprechen nichts getan, kritisierte fzs-Vorstandsmitglied Anja Gadow. «Die Parteien stückeln konzeptlos einzelne Programme und Gesetze zusammen und nennen das Bildungspolitik. Weder auf Bundesebene noch in den Bundesländern wurden bisher Verbesserungen im Bildungsbereich vorgenommen», sagte sie.

Angesichts der bundesweiten Studenten-Proteste hat die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, die Studierenden zur Dialogbereitschaft aufgefordert. «Die Sympathien sind auf Seite der Protestierenden, solange sie vernünftige Formen des Protests wählen und sachlich argumentieren», erklärte Wintermantel am Freitag in Bonn. Frontalangriffe auf die Professorenschaft und «ideologisch gefärbte Thesen» wie der Vorwurf der Ökonomisierung der Hochschulen machten hingegen unglaubwürdig. «Wir wünschen uns einen offenen Dialog in den Hochschulen und in den Foren der HRK», unterstrich Wintermantel.

Politisches Handeln gefordert

Die HRK-Präsidentin nannte es «richtig, dass die Studierenden sich zu Wort melden und deutlich machen, dass ihre Studienbedingungen besser werden müssen und mehr für ihre soziale Sicherung getan werden muss». Die Proteste wertete sie als «deutlichen Indikator dafür, dass politisches Handeln gefordert ist». «Wir brauchen mehr Personal in der Lehre, um die Qualität des Studiums zu halten und zu verbessern.»

Zugleich sei anzuerkennen, dass die Politik gerade in den vergangenen Wochen «wichtige Voraussetzungen zugunsten der Bildung und damit auch von Verbesserungen der Studienbedingungen» geschaffen habe. Es gebe «unbestritten an etlichen Stellen Nachbesserungsbedarf bei der Studienreform», fügte Wintermantel hinzu. «Das sollten alle Beteiligten gemeinsam angehen.»

Proteste auch an der RWTH Aachen

Die Besetzung des Audimax der Universität Bielefeld ist am frühen Freitagmorgen beendet worden. Die Besetzerinnen und Besetzer hätten den größten Hörsaal der Universität im Laufe der Nacht freiwillig verlassen, teilte die Hochschule mit. Das Rektorat nehme die Anliegen der Studenten sehr ernst und wolle den begonnenen Diskussionsprozess intensivieren.

In Aachen besetzten protestierende Studenten am Donnerstagabend einen Hörsaal der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH). Wie eine Sprecherin der Hochschule mitteilte, hatten sich die Studenten nach dem Ende einer Diskussionsveranstaltung geweigert, den Hörsaal zu verlassen. Derzeit hielten zwischen 30 und 60 Studenten die Räumlichkeit besetzt. Rektor Ernst Schmachtenberg traf sich am Freitag zu einem Gespräch mit den Studenten. Drei Lehrveranstaltungen mussten abgesagt werden. Die Uni-Leitung appellierte an die Studenten, die Besetzung zu beenden. Derzeit plane man jedoch keine Räumung durch die Polizei, sagte die Sprecherin. (ddp/afp)

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
14.11.2009
11:21
Studentenproteste an immer mehr Unis
von Necromat | #9

Man kann verstehen dass sich die BWLer aufregen.
Immerhin fielen ihre Vorlesungen, durch die Besetzung aus, während die Besetzer sich mit dem Besetzen schön abwechseln und alle zu ihren Vorlesungen gehen. Da wundert es nicht wenn eine gewisse Wut entsteht.

13.11.2009
17:04
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #8

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.11.2009
16:39
Studentenproteste an immer mehr Unis
von Ruhrkumpel | #7

Natürlich werden sich ein paar BWLer mokieren wenn gestreikt wird. Denn ihre ganze schäbige Branche ist ja der Profiteur der Politik. Aber jedem, der nur ein uns eins zusammenziehen kann, müsste klar sein, dass die Rettung einer einzigen systemischen Bank mehr Geld kostete, als zig Jahre Hochschulfinanzierung. Wo doch Bildung angeblich sooooooooo wichtig ist.
Das bei dem Protest nichts billigeres als eine Audimax-Bestzung herauskommt, zeugt auch gerade nicht vom Kreativpotential der Generation Bachelor.

Kinder, da müsst ihr schon mehr machen. MACHT IHNEN ANGST!!!!

13.11.2009
16:20
Studentenproteste an immer mehr Unis
von angel 1 | #6

Und nu bin ich gespannt wieviel DEMOKRATIE in unserem Land wirklich ist oder ob der POLIZEISTAAT unter Merkel weiter fortgeführt wird, wir werden es sehen! Wenn der kleine Mann auf die Strasse geht wird er sein blaues Wunder erleben, dass was in Deutschland auf dem Vormarsch ist, nämlich der POLIZEISTAAT und die Generalüberwachung, bezahlen ja, sich wehren nein, dass ist Deutschland! Aber Grosskonzernen und Banken alles in den Ar... stecken!!

13.11.2009
15:59
Studentenproteste an immer mehr Unis
von Anybody | #5

Endlich WERDEN SIE WACH.....

13.11.2009
15:28
Studentenproteste an immer mehr Unis
von bielefelderstudent | #4

Pressemitteilung des AStA der Uni Bielefeld hierzu:
http://www.asta-bielefeld.de/CMS/fileadmin/user_upload/34/AStARef_Oeffentlichkeit/Pressemitteilungen/Pressemitteilungen_36/pm_stuermung.pdf

13.11.2009
14:40
Studentenproteste an immer mehr Unis
von bielefelderstudent | #3

Nach den Informationen, die der AStA hier an der Uni Bielefeld ausgibt, wurde das Audimax von den Protestlern NICHT freiwillig verlassen. Viel mehr hätten die Studenten das Audimax vorzeitig verlassen, um der möglichen Verhaftung durch anrückende Polizeikräfte zu entgehen.
Nicht unwesentliche Informationen, die dem geneigten Leser hier vorenthalten werden. (Besser recherchieren, und nicht nur das Rektorat der Uni zu Wort kommen lassen!)

13.11.2009
14:05
Studentenproteste an immer mehr Unis
von Tom Seht | #2

Na endlich. Nachdem der Versuch mit Politikern und Hochschulleitungen zu diskutieren an der Borniertheit von Politik und Leitungsebenen gescheitert ist, bleibt der Weg, den auch die 68´er schon gingen. Die Universität ist nicht die Summe der Lehrenden einschließlich ihrer Bürokratie sondern die Summe der Lernenden. Allein ihre möglchst gute Ausbildung ist Rechtfertigung für Organisation, Beschäftigung und Stellung ihrer Honoratioren. Auch Politik muss endlich begreifen, dass die Zukunft des Landes zu einem gut Teil von erfolgreicher wissenschaftlicher Ausbildung abhängt. Sonst gibt es über schlechte Ausbildungsbedingungen und falsche Systeme hinaus auch keine Zukunft für das System und damit auch die Honoratioren und Parteieleven mehr.

13.11.2009
12:46
Studentenproteste an immer mehr Unis
von Burk | #1

Studenten besetzen Hörsäle, wasn das fürn Protest, versteh ich nicht, weiß nur das es langweilig ist

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1892510/create

Aktuelle Fotos und Videos
Speakers' Corner
Video
Feuertaufe
Foto 30 Kommentare 30
Kinderuni
Bildgalerie
Fotostrecke
Schnupperstudium an der FH Recklinghausen
Bildgalerie
Fotostrecke
Tag der Architektur
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Medienforscher wollen Veranstaltungen sicherer machen
Campus
Die Medienforscher der Uni Siegen sind an einem Projekt beteiligt, das „Bausteine für die Sicherheit von Großveranstaltungen“ schaffen soll. BaSiGo soll praktische Erfahrungen und wissenschaftliche Forschungen miteinander kombinieren, um die Sicherheit bei Musikkonzerten oder Volksfesten zu erhöhen.
Uni Siegen schneidet gut ab im DFG-Förderatlas
Forschung
Im Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) werden die Forschungsleistungen aller Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland untersucht. Der Universität Siegen wird dabei eine hervorragende Positionierung bestätigt.