Studenten flüchten nicht vor Gebühren
22.10.2009 | 08:39 Uhr 2009-10-22T08:39:00+0200Essen/Berlin. Wenige junge Menschen lassen sich von Studiengebühren so abschrecken, dass sie ein Studium in einem Bundesland ohne Gebührenpflicht bevorzugen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Studienanfänger sich im heimischen Bundesland einschreiben, sinkt in Gebührenländern um nur rund zwei Prozent.
Wenige junge Menschen lassen sich von Studiengebühren so abschrecken, dass sie ein Studium in einem Bundesland ohne Gebührenpflicht bevorzugen. Dies geht aus einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin hervor.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Studienanfänger sich im heimischen Bundesland einschreiben, sinkt in Gebührenländern um nur rund zwei Prozent, konkret: von 69 auf 67 Prozent. „Abiturienten mit schlechten Zeugnissen weichen eher den Ländern mit Studiengebühren aus. Wer ein gutes Abi hat, lässt sich in der Regel kaum von den Gebühren abschrecken”, sagt Nadja Dwenger vom DIW. Grundlage waren Daten der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) aus den Jahren 2002 bis 2008.
"Kein Vorteil durch Gebührenverzicht"
Fazit des DIW: Gebührenfreie Länder haben keinen Wettbewerbsvorteil. Es gelinge ihnen offenbar nicht, viele gute Studenten aus anderen Ländern abzuwerben. Länder mit Studiengebühren würden hingegen doppelt profitieren: Sie erhielten zusätzliches Geld und könnten Studenten mit besserer Abi-Note an sich binden.
Seit das Verfassungsgericht 2005 das Verbot von Studiengebühren aufgehoben hatte, kassieren Hochschulen in sieben Ländern Studiengebühren von bis zu 500 Euro pro Semester
07:43
ist das die besagte Studie, die sich nur auf Medizinstudenten bezogen hat, die prinzipiell immer ein Einserabitur haben und dann auch gewöhnlich aus bereits akademischer Familie stammen.
das Gebühren Studenten in andere Bundesländer treiben hat sich bei uns zumindest bewahrheitet, in unserem gebührenfreien Land sind die Studentenzahlen auch durch Gebührenflüchtlinge angestiegen, ich selbst kann nur deshalb studieren, weil es bei uns keine Gebühren gibt, da meine Verschuldungsbereitschaft gering ist. In meinem Umfeld gibt es einfach zu viele im Privatinsolvenzverfahren und mit diesem sozialen Hintergrund ist die Verschuldungsbereitschaft naturgemäß gering.
Studiengebühren müssten eigentlich sozial ausgestaltet werden, d.h. wer Bildungsaufsteiger ist und finanziell schlecht gestellt müsste eigentlich entlastet werden davon, sonst wird manch einem ein Aufstieg verwehrt - ich denke, die gesamte Politik die derzeit praktiziert wird ist darauf ausgerichtet eine Klassengesellschaft zu reinstallieren - das wird langfristig alles nicht ohne Folgen bleiben - arm wird dann in Armut festzementiert und Gutverdiener erhalten bald mehr soziale Leistungen via Prämiensparen u.a. sozialstaatlichen Geschenken für Einkommensstärkere als diejenigen, die Hilfe benötigen und gar nicht sparen können. Nur das man das Verschleiert und so tut, als wäre es kein Sozialstaatsgeschenk - es wird von unten nach oben grandios umverteilt, denn unten zahlt den Spaß an Subventionen mit, ohne es selbst mangels Sparfähigkeit nutzen zu können.
auch die Stipendien in DE sind sozial unausgewogen und gehen vornehmlich an Akademikerkinder und Wohlhabende - auch das neue Stipendiensystem allein nach Leistungskriterien verstärkt diesen Trend - wo die familiäre Förderung hoch ist, ist ein Einserabschluss nunmal wahrscheinlicher als dort, wo Nachhilfe nicht bezahlt werden kann und die Eltern verschuldet sind.
Für mich kann ich nur sagen: würden in meinem Bundesland Studiengebühren kommen, ich könnte sie nicht bezahlen und würde mich auch nicht dafür verschulden.
23:20
Interessant, dass der Westen als eigentlich der SPD nahestehende Seite so etwas veröffentlicht ;). Da war der Spiegel doch deutlich seriöser. Es ist klar, dass Medizinstudenten deshalb nicht das Bundesland wechseln. Sie KÖNNEN nämlich kaum aussuchen, wo sie hin gehen.
Diese Studie bezieht sich nämlich nur auf Medizinstudenten ^^.
Oh und um nochmal nachzusetzen: Es wurde nicht mal überprüft, ob sich Leute von Studiengebühren absolut von einem Studium abhalten lassen... aber ja es ist definitiv einfacher Meldungen ungelesen zu übernehmen als zu recherchieren ;).
19:35
Bildung darf nicht an Wohlstand gekoppelt sein, basta! Die Politik beklagt sich ständig über Fachkräftemangel und legt den potenziellen Studenten gleichzeitig soviel Steine wie nur möglich in den Weg.
Jedem Popanz wird alles in Deutschland in den Ars*h geschoben, nur die zukünftigen Leistungsträger der Gesellschaft werden vernachlssigt. Lieber den biersaufenden Sofahelden sponsern. Da hat der Staat natürlich mehr von.
19:20
Wie jetzt. Der Spiegel bringt einen gescheiten Artikel? Und das behaupten schon mehere. Hm muss ich mir mal anschauen.
17:43
um die richtigen schlüsse aus dieser studie ziehen zu können, sollte man sich ganz genau angucken, auf welchen daten sie beruht. ich empfehle ebenfalls den spiegel artikel
17:14
Als Armer würde ich mir auch zwei Mal überlegen, ob ich auf Pump studieren will.
Das Problem sind aber in meinen Augen nicht die Schulden selbst, sondern die je nach Ausbildung und Kredit teilweise doch sehr harten Bedingungen.
Ich habe im Bekanntenkreis jemanden, der sehr gute Noten hatte, aber einen Leistungsnachweis ein Semester zu spät gebracht hat. Daraufhin gab es kein Geld mehr und wenn ihn nicht jemand kurzfristig unterstützt hätte, hätte er sein Studium an den Nagel hängen müssen.
Der Druck durch die Bachelor-Studiengänge ist schon hoch genug, da tut ein übertriebener Leistungsdruck nicht gut.
15:00
@9:
...nein, lieber 35.000 Schulden direkt zum Führerscheinstart für einen Golf GTI ??
Da man immer noch ein wenig, nicht mehr viel mehr, als übrige Arbeitnehmer verdienen kann, außer als Jurist vielleicht, kann man sicher auch 100 Euro im Monat, auf acht Jahre verteilt erübrigen.
Technikerausbildung , Abendschüler also allgemein Weiterbildung, wird ja auch erst einmal vorfinanziert.
14:07
@ Pete:
10.000 EUR Schulden zum Berufsstart? Nein danke.
13:40
Also wer zur Unterschicht gehört und nicht studieren geht, ist selbst schuld. Ich bin arm und bekomme Bafög und Studiengebühren werden von der NRW Bank getragen. Bei 12x400 Euro Bafög im Jahr x 3 Jahre B.A. und 2 Jahre M.A. macht das 24.000 Euro Bafög + 5000 Euro Studiengebühren. Also eigentlich Schulden in Höhe von fast 30.000 Euro, eine Stange Geld. Nur ist die Rückzahlung seit 2002 auf 10.000 Euro festgesetzt. Mehr zahlt man nicht. Des Geldes wegen sollte man sich nicht abschrecken lassen. Viel trauriger machen einen nur die dann vorhandenen Bedingungen. Habe vor 2 Wochen anfangen, bin selbst aus Kursen geflogen, weil kein Platz da war, anderen ging es ebenso. Das ist das einzig wirkliche Ärgernis an Studiengebühren. Man zahlt und bekommt kein Service.
12:40
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