Studenten entsetzt: Uni Witten zieht Gebühren nun direkt ein
26.09.2008 | 20:25 Uhr 2008-09-26T20:25:00+0200
Witten. Die Uni Witten/Herdecke sammelt die Studiengebühren künftig direkt ein. Bislang gab es für Studenten die Möglichkeit, ihr Studium erst nach dem Abschluss zu bezahlen. Die Studierendenvertretung spricht von einer "Katastrophe".
Studieren in Witten wird ab Oktober bekanntlich deutlich teurer: Zahnmedizin kostet 60- statt 40 000 Euro, Medizin 47- statt 30 000, Wirtschaftswissenschaften 55 - statt 30 000. Künftig will die Uni das Geld sofort sehen.
Bisher wurde die Finanzierung über die Studierendengesellschaft abgewickelt. Das gab Studenten die Möglichkeit, ihr Studium erst nach dem Abschluss zu bezahlen - zehn Jahre lang zehn Prozent vom Einkommen. Künftig kassiert die Universität das Geld sofort. So will sie die neuen Lehrstühle und den geplanten Ausbau der Studienplätze schultern. Da die Studierendengesellschaft nur 75 Prozent der Einnahmen sofort weitergereicht habe, „hätten wir nach dem alten Modell Mindereinnahmen von 6,5 Mio Euro bis 2014 gehabt”, sagt der neue Uni-Sprecher Ralf Hermersdorfer.
Dennoch wolle die Hochschule an dem sozial ausgewogenen Modell im Geiste des umgekehrten Generationenvertrags festhalten. Die „Deutsche Bildung AG” (Frankfurt) bietet als neuer Partner eine Finanzierung über Studienfonds an, in die Anleger einzahlen. Sie streckt der Uni die Gebühren vor, die die Studenten wie bisher später zurückzahlen müssen. Künftig gelten „pro Fach und Abschluss” (Bildung AG) „einkommensabhängige Prozentsätze und unterschiedliche Laufzeiten”.
Von einer „Katastrophe” spricht Janosch Dahmen von der Studierendenvertretung. Die Bildung AG mache Schufa-Abfragen zum Studienbeginn, Wissenstests, fordere Leistungsnachweise und wette auf die späteren Gehälter, um Rendite zu machen. Dazu Geschäftsführerin Anja Hofmann: „Jeder, der an der UWH studiert, kann sich von uns fördern lassen. Er muss es nicht.”
23:28
Genau,
und 1200 hochmotivierte Studenten die an einer zumindestens in der Ausbildung unumstritten guten studieren auf die Strasse setzten.
Die bereit sind für diese bessere Ausbildung mehr zu investieren.
Klasse Idee... super konstuktiv... und natürlich anonym. Wer keine Ahnung hat, sollte vieleicht einfach mal die Fresse halten!
Die Uni steht unter Zugzwang, die neuen Semester können sich nicht imatrikulieren, da mit der SG keine Einigung gefunden wurde.
Die Uni hat Tatsachen geschaffen und ermöglicht mit diesem Schritt nun eine Immatrikulation der neuen Studenten.
Andere Private bekommen auch staatliche Förderungen und ermöglichen keinerlei sozialverträgliche Zahlungen.
Allgemein würde ich ersteinmal abwarten, was den nun der konkrete Plan für die Finanzierung ist. Im Moment wird hier einfach das normale Angebot der BildungsAG mit dem Witterner System gekreuzt. Dabei steht das überhaupt noch nicht fest, wie und in welchem Rahmen die finanzieren. Es ist durchaus möglich, dass eben nicht an dem Model für andere Studierende festgehalten wird.
Auserdem gibt es immer noch die Möglichkeit das Studium anders zu finanzieren, wenn einem das Model nicht gefällt. Studienkredite kann man sich auch selber organisieren, eventuell zu besseren Konditionen.
Klar, dass ist alles nicht so schön wie die Finanzierung über die SG.
Mir stellt sich aber die Frage, warum die sich in dem letzten Jahr nicht einigen konnten. Zeit war definitv genug.
Allgemein ist das Studium bestimmt mehr wert, als etwa die noch einiges teuerere Alternative in Budapest.
23:22
Mit anderen Worten, die die nicht kreditwürdig sind zahlen statt den üblichen Bankzinsen, deutlich höhere Abgaben an Zocker.
Die Inzucht des Geldadels ist so vorprogrammiert.
Unter solchen Umständen gehören der Uni sämtliche direkten staatlichen und kommunalen Beihilfen gestrichen.