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Städte fordern 5000 zusätzliche Lehrer für Flüchtlingskinder

13.01.2016 | 18:06 Uhr
Städte fordern 5000 zusätzliche Lehrer für Flüchtlingskinder
Kinder wie diese Kleinen in Gelsenkirchen brauchen gute Bildungsangebote für eine gute Zukunft in DeutschlandFoto: Thomas Schmidtke

Essen.  Lehrergewerkschaften und Kommunen schlagen vor, pensionierte Lehrkräfte zurückzuholen. Sie sollen die 40.000 Flüchtlingskinder im Land unterrichten.

Städte und Lehrerverbände fordern die Landesregierung auf, in diesem Jahr viel mehr Lehrer als bisher geplant für die schulische Integration von Flüchtlingskindern einzustellen. Der Städte- und Gemeindebundes NRW schlägt nach einer „Blitzumfrage“ in seinen 359 Mitgliedskommunen Alarm: „Mindestens 5000 zusätzliche Lehrer“ würden gebraucht.

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Um geeignete Lehrkräfte zu finden, müssten „sämtliche denkbaren Wege ausgeschöpft werden“. Der Chef des NRW-Städte- und Gemeindebundes, Bernd Jürgen Schneider, bringt sogar die befristete Wiedereinstellung von pensionierten Lehrern ins Gespräch: Den Pädagogen im Ruhestand sollten attraktive Angebote zur Rückkehr in den Schuldienst gemacht werden. Die Einstellung von Seiteneinsteigern in den Lehrerberuf müsse leichter werden.

Mehr Geld für Sprachkurse und Ausbau der Schulen nötig

Der Kommunalverband kalkuliert mit voraussichtlich 60 000 weiteren Flüchtlingskindern, die im Jahr 2016 unterrichtet werden müssten. Auf fast allen Ebenen fehlten die dafür benötigten Fachkräfte: Lehrer, Schulsozialarbeiter, Schulpsychologen und Dolmetscher. Mit „höchster Priorität“ müsse neues Personal eingestellt werden. Der Bund sei in der Pflicht, die Kommunen beim Bau und bei der Modernisierung von Schulen zu unterstützen. Und die Volkshochschulen bräuchten mehr Geld für zusätzliche Sprachkurse.

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Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) begrüßt diesen Vorstoß. Viele Klassen seien jetzt schon an der Obergrenze. VBE-Vorsitzender Udo Beckmann glaubt, dass in NRW in diesem Jahr bis zu 4000 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen werden müssten. Die Wiedereinstellung von pensionierten Lehrern sei als „vorübergehende Notlösung“ zu akzeptieren, sagte Beckmann zur WAZ. Bund, Land und Kommunen müssten sich gemeinsam um die Probleme bei der Beschulung von Flüchtlingskindern kümmern.

Schulministerin will bei Bedarf „nachsteuern“

Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Dorothea Schäfer, fordert die NRW-Regierung auf, alle bereits fertig ausgebildeten Lehrkräfte einzustellen. Besonders wichtig seien Fachkräfte mit der Zusatzqualifikation „Deutsch als Fremdsprache“ Um personelle Lücken zu stopfen, müsse NRW eine solide „Vertretungs-Reserve“ mit fest angestellten Pädagogen schaffen. „Wir werden auch nicht darum herumkommen, Pädagogen einzustellen, die noch nicht die erforderliche Lehrer-Ausbildung haben, sagte Schäfer zur WAZ.

Das NRW-Schulministerium erklärte, das Land stelle genügend zusätzliche Lehrer ein: insgesamt 5766 in den Jahren 2015 und 2016. Diese Zahl orientiere sich an den Prognosen von Bundesbehörden, die 2016 von 40 000 zusätzlichen Flüchtlingskindern in NRW ausgehen.

Sollten mehr Kinder kommen, könne das Land bei den Lehrerstellen „noch nachsteuern“. Für die Wiedereinstellung pensionierter Lehrer gebe es zurzeit keinen Bedarf. NRW habe in den vergangenen Jahren mehr Lehrer ausgebildet, als das Land einstellen konnte, sagte eine Ministeriums-Sprecherin. Diese Ausbildungs-Situation komme NRW nun zugute.

Matthias Korfmann

Kommentare
12.02.2016
14:44
Städte fordern 5000 zusätzliche Lehrer für Flüchtlingskinder
von ha_hirsch | #15

Rammstein würde singen:"Gott weiß, ich will kein Lehrer sein".

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2016-01-13 18:06
Lehrer, Schule, Flüchtlinge,
Schule und Campus