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So frisch wie vor 50 Jahren

17.12.2008 | 18:54 Uhr

Wöchentlich steht beim Hochschulsport der Uni Duisburg-Essen "Rock and Roll" auf dem Programm. Einst war der Tanz Motor für Veränderung, heute steht die Show im Vordergrund. Geblieben ist die Beliebtheit der Musik

Rock ´n´ Roll im Uni-Sport: Kursleiterin Cornelia Casaretto (li.,oben) posiert mit den Kursteilnehmerinnen Nora Helms (re., o.) Katarzyna Bukala (li.,u.) und Jilu Chen (re.,u.). Foto: WAZ, H.W. Rieck

Das Problem sind die Männer. Es sind einfach nicht genug. Im "Rock and Roll"-Kurs von Cornelia Casaretto (23), der im Rahmen des Hochschulsports der Universität Duisburg-Essen wöchentlich stattfindet, ist lediglich einer mit von der Partie. 14 Frauen, ein Mann - nicht gerade optimale Trainingsbedingungen.

Doch dieses Problem ist eigentlich gar keines: "Die Mädels habe ich nach Größe eingeteilt. Die Größeren tanzen einfach die Rolle des Manns", sagt die Kursleiterin Casaretto.

Eigentlich studiert Cornelia Casaretto die Fächerkombination Deutsch und Sport auf Lehramt. Das Tanzen nahm jedoch bisher in ihrem Leben stets einen wichtigen Platz ein: Vor dem Studium war sie in einem Tanzverein aktiv, nach dem Abitur leitete sie eine "Rock ´n´ Roll"-AG an ihrer alten Schule in Mönchengladbach und danach organisierte sie ein "Rock ´n´ Roll"-Projekt an einer Ganztagsschule. Diese Erfahrungen kann Cornelia Casaretto nun im Hochschulsport nutzen: "Die Teilnehmer hier sind ganz anders motiviert und sie quatschen nicht ständig dazwischen", sagt sie.

Doch was motiviert die Teilnehmer? Nora Helms (22) nutzt die Angebote des Hochschulsports, um in verschiedene Sportarten "reinzuschnuppern". Letztes Jahr besuchte sie einen Tae-Bo-Kurs. Weil Nora aber immer schon gerne tanzte, entschied sie sich dieses Semester für "Rock ´n´ Roll". "Dieser Tanz ist körperlich sehr anstrengend. Ich habe nach dem Training immer das Gefühl, etwas getan zu haben. Doch ich hab´ aber Spaß dabei - das ist nicht wie beim Jogging." Zudem gefalle ihr die Musik, denn "Rock and Roll" habe "sehr viel Power".

Und dabei wird beim "Rock ´n´ Roll"-Training gar nicht zwangsläufig "Rock ´n´ Roll"-Musik gehört. "Es kommt für den Tanz auf den Rhythmus an, wir hören daher oft Popmusik mit ´Rock ´n´ Roll´-Beat", sagt die Tanzlehrerin Casaretto, die natürlich auch CDs von Legenden wie Chuck Berry, Elvis Presley oder Little Richard im Gepäck hat.

Ebenfalls vom Rock ´n´ Roll-Virus infiziert ist Jilu Chen. Die 25-Jährige Industriedesign-Studentin stammt aus China und auch dort sei die Musik schwer angesagt, allerdings habe der "Rock ´n´ Roll" in ihrer Heimat nicht so eine lange Geschichte. Ihr Grund für den Hochschulsport: "Es ist gut für die Gesundheit und es hilft, Kontakte zu knüpfen."

Den inhaltlichen Aufbau des "Rock ´n´ Roll"-Kurses hat sich Cornelia Casaretto individuell überlegt. "Wir beginnen mit den Grundschritten, dann folgen einfache Figuren und manche Showfiguren", sagt die Leiterin. Es gehe schließlich darum, die Grundlagen zu vermitteln. Doch nach Abschluss des Kurses seien die Teilnehmer in der Lage, eine eigene Kür zu planen und diese dann auch zu tanzen.

"Im kommenden Semester starte ich einen weiteren Grundlagen-Kurs", sagt Casaretto. Und für das darauf folgende Wintersemester sei ein Aufbaukurs für Fortgeschrittene in Planung.

Vielleicht melden sich im nächsten Semester ja auch ein paar mehr Männer an.

Von Tobias Appelt

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