Raus aus der Anonymität
11.06.2008 | 18:50 Uhr 2008-06-11T18:50:15+0200Kommunikationswissenschafts-Studenten der Uni Duisburg-Essen entwickeln neue Internet-Plattform "mykowi.net".Gemeinschaftsgefühl und Spaß stehen im Vordergrund. Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis
Egal, ob "Studivz" oder "Wikipedia" - Internet-Plattformen sind einfach "in". Nahezu jeder kennt die Seiten, tauscht sich dort mit anderen über mehr oder weniger Wissenswertes aus oder nutzt sie zum Recherchieren. Vor kurzem ist eine neue Seite im Netz dazugekommen: "mykowi.net". Die Lernplattform wurde entwickelt von Essener Studierenden des Studiengangs Kommunikationswissenschaft (Kowi) in Verbindung mit "Kowiki", einem Portal der Uni Münster.
Im Rahmen eines Lehrforschungsprojekts im Sommersemester 2007 sei den Teilnehmern die Idee zu "mykowi.net" gekommen, erzählt die Kowi-Studentin Carina Englert. Gemeinsam mit etwa 22 Studenten hat die 24-Jährige das Projekt entwickelt und nach und nach weiter ausgebaut. Rund 270 Mitglieder sind mittlerweile bei "mykowi.net" angemeldet. Der Mix aus Studivz und Wikipedia bietet u.a. Terminkalender, Wiki, Forum oder den Punkt "Gemeinschaft". Dort kann man sein eigenes Profil anlegen.
"Unser Ansatzpunkt war die Anonymität an der Uni", erklärt Projektleiter Prof. Jo Reichertz. Über "mykowi.net" könnten sich Studierende kennen lernen und gemeinsam Wissen produzieren. "Spaß und Gemeinschaftsgefühl stehen dabei im Vordergrund", so Reichertz.
Doch auch für Referate möchte der Kowi-Dozent "mykowi.net" nutzen. "Wir erweitern das Projekt ständig", erklärt Reichertz, "durch den großen Einsatz der Studierenden wird es weitergeführt."
Das Projekt sei deutschlandweit geplant und "offen für alle, die etwas mit Kommunikation und Medien zu tun haben", sagt Kowi-Student Tim Krischak. Auch international sei "mykowi.net" für neue Mitglieder interessant: "Wir haben zum Beispiel auch Mitglieder aus den USA, Australien, Mexiko oder Thailand", zählt der 31-Jährige auf.
Gemeinsam mit Christopher Dieter (24) und einigen anderen Kommilitonen kümmert sich Krischak um die Werbung. "Die Finanzierung läuft über Sponsoring", erklärt Dieter. "Wir suchen nach neuen Sponsoren", fügt Prof. Reichertz hinzu, "denn von Seiten der Uni haben wir bisher keine Förderung erhalten."
Als gute Vorbereitung fürs Berufsleben sehen die Kowi-Studenten und Mitbegründer von "mykowi.net", Kathrin Puderbach (33) und Jageeran Rasakunasingam (28), die Verknüpfung von Theorie und Praxis. "Der Ansatz ist anders", meint auch Prof. Reichertz, "das ist kein E-Learning-Programm eines Dozenten. Es ist von Nutzern und Studierenden gemacht."
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