Pisa-Problem bei der Polizei
27.05.2009 | 16:32 Uhr 2009-05-27T16:32:00+0200Essen. Die Deutsche Polizeigewerkschaft in NRW kritisiert grobe Mängel in der Ausbildung für den gehobenen Polizeidienst: In den ersten Klausurrunden des neuen Bachelor-Studiengangs fielen 200 der 1100 Studierenden durch. 30 scheiterten erneut und werden nun entlassen. Sie fehlen den Dienststellen.
„Wir wissen nicht, was die Ursache für die schlechten Ergebnisse sind”, sagte Erich Rettinghaus, Mitglied des Landesvorstandes der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), der WAZ-Gruppe. In den ersten Klausurrunden des neu geschaffenen Bachelor-Studiengangs für den gehobenen Polizeidienst fielen 200 der 1100 Studierenden durch. In einem Krisentreffen zwischen Gewerkschaften und Ausbildungsleitern soll in den kommenden Wochen nach Lösungen gesucht werden. Gleichzeitig beklagt die Gewerkschaft eine Blockadehaltung im Innenministerium.
Das dreijährige Bachelor-Studium, das von der Polizei in Nordrhein-Westfalen seit September vergangenen Jahres angeboten wird und mit rund 1000 Euro im Monat vergütet wird, gilt eigentlich europaweit als vorbildlich. Nach erfolgreichem Abschluss wird die Übernahme in den gehobenen Dienst garantiert. Einstiegsgehalt für einen Polizeikommissar (24 Jahre, ledig): 1800 Euro netto.
"Sie fehlen den Dienststellen"
Doch offenbar läuft bei der Vermittlung der Lerninhalte etwas schief: „Wir rätseln, ob es an den Lehrern liegt, an dem komprimierten Lernplan oder am Leistungswillen der Studierenden”, sagt Rettinghaus. Eine derart hohe Durchfallquote aber könne sich NRW nicht leisten. Rettinghaus: „Diejenigen, die nun gehen müssen, sind bereits fest eingeplant. Sie fehlen den Dienststellen.”
Der DPolG-Landesverband will nun die Notbremse ziehen. Vor der Ausbildung für den gehobenen Dienst sollen die Anwärter besser qualifiziert und motiviert werden. Der Vorschlag der Gewerkschaft: An ausgewählten Berufsfachschulen soll in NRW ein neuer Bildungsgang „Polizeidienst und Verwaltung” eingerichtet werden, inklusive Fachpraktika in Polizeipräsidien. Das Ziel: Insbesondere Realschüler, lange Zeit die Gruppe mit dem höchsten Rekrutierungspotenzial, könnten so frühzeitig und besser auf den gehobenen Polizeidienst vorbereitet werden.
Im Visier: Schulabgänger mit Migrationshintergrund
„In zwei Jahren werden die Schüler nicht nur zur Fachholschulreife geführt, sondern haben gleichzeitig eine berufliche Grundqualifikation”, sagt Rettinghaus. Er verweist auf Rheinland-Pfalz, das diesen Bildungsgang bereits eingerichtet hat und gute Erfahrungen gemacht habe. In NRW könnte ein Pilotprojekt im Duisburger Norden, am Kaufmännischen Berufskolleg Walter Rathenau in Hamborn starten, schlägt die Gewerkschaft vor. Der Hintergedanke: „Wir wollen insbesondere Schulabgänger mit Migrationshintergrund für den Polizeidienst gewinnen. Für die Verwurzelung in der Bevölkerung wird dies immer wichtiger.”
Doch die Gewerkschafts-Vorschläge stoßen im Innenministerium auf wenig Gegenliebe. „Es gibt ausreichend qualifizierte Bewerber”, sagte ein Sprecher. „Und derzeit ist kein Trend zu erkennen, dass sich das ändert.” Ein Bildungsgang, der Realschüler für den Polizeiberuf qualifiziere, sei verfehlt: „Es kann nicht Aufgabe der Polizei sein, Schüler zur Fachhochschulreife zu führen. Das muss die Schule leisten.”
08:43
Prüfung ist Prüfung, nicht watteweiche Weiterreichung von Bewerbern mit mangelhaften Voraussetzungen. Darum war unser Beamtenwesen früher solide. Nur die herrschende Praxis, unqualifizierte abgetakelte Spitzenpolitiker in führende Beamtenpositionen zu verschieben, hat die gegenwärtige Misere gerschaffen.
23:00
@46: Von Steuern war ja nicht die Rede - oder ?? denn diese sind ja Zwangsabgaben an den Staat oder eine öffentlich rechtliche Einrichtung, ohne das das Individuum Anspruch auf eine Gegenleistung hat.......und das mit der Rentenversicherung recht schön dargestellt......aber egal... und Arbeitslosenversicherung wird ja nicht gebraucht....
aber ist ja auch egal, Fakt ist das bei der Polizei vor 20 Jahren eine wesentlich bessere Arbeit abgeliefert wurde als heute.......
19:15
Ich meine auch das der zukünftige Polizist , Kommissar nicht studieren muß. Realschule mit gutem Abschluss oder auch Gymnasium reichen allemal! Der mittlere Dienst muß erst recht nicht studieren.
Das was derjenige für seine Polizeiarbeit braucht bekommt er ja wohl auf der Polizeischule beigebracht.
Aber es ist ja fast heute überall so, selbst bei C und A , Aldi verlangt man Abi. Ist das wirklich notwendig?
12:51
@42. Jo 90 EUR.Das haut natürlich rein!!!
12:36
Eine Sonderregelung für die Polizei muss her! Es darf keiner durchfallen: Dem Niveau der Polizei schadet es nicht. Leider.
11:32
@45 Kasimir
der deutsche Pass ist schnell ausgestellt. Aber ich wuerde gerne eine PolizistIN mit islamistischen Migrationshintergrund sehen :-) Faellt dann eigentlich die schoene gruene Muetze weg??? Weil Kopfbedeckung MUSS ja getragen werden und Tuch PLUS Muetze... das kann nicht funtkionieren.... der Glaube verbietet aber das Tuch abzulegen also, muss die zu der Uniform zugehoerigen, gruene Muetze weggelassen werden. Ob ich das jemals erleben werde bleibt jedoch dahin gestellt. Btw. weshalb diese kuriose Frage PolizitIN oder tuerkischer Polizist????? Wo ist der Hinterrgrund die eigene Moral in Frage stellen zu koennen??? Der Vergleich hinkt etwas...
10:03
@ niederrheiner46 (#44)
Falsch. Absolut falsch. Beamte, also auch die bei der Polizei zahlen Steuern wie jeder andere auch. Und die fehlenden Rentversicherungsbeiträge werden schon vorab als geringeres Brutto-Gehalt gewährt.
So spart man den Aufwand, dass der Staat zuerst den Anteil gibt, sich ihn dann aber wieder (mit einem teuren Aufwand) wieder zurück nimmt.
Also, niederrheiner46....lieber erstmal über die Sache schlau machen, dann erst etwas schreiben hier !
09:50
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09:47
@42 freie Heilfürsorge und Beihilfe abgeschafft ?? Außerdem zahlen die Jungs und Mädels keinen Cent in die Sozialtöpfe ein.....
08:23
Warum sollte die Bildungswüste Deutschland vor der Polizei Halt machen?