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Nur 2000 Fans: Deftiges Minus hinter der Mensa-Party

09.12.2007 | 14:46 Uhr

Bochum. Sie hätte das Zeug zur Riesensause gehabt, die "Mensa-Party" in Bochum. Der AStA der Ruhr-Uni fuhr alles auf, was der Musikmarkt möglich machte.

Trotzdem lockten Juli, Culcha Candela & Co.nur enttäuschende 2000 Studis vom Schreibtisch weg. "Habt ihr denn auch Platz zum Tanzen?" fragte Inga Humpe ironisch. Die Frontfrau der Kultcombo "2Raumwohnung" nahm es mit Humor, dass sich vor ihrer Bühne nur knapp ein Drittel der sonst üblichen Fanmengen tummelten. "Wisst ihr, dass Platz wichtig ist, um seinen Hintern zu bewegen?"

Auch wenn die großen Lücken im Publikum dem hymnischen Auftritt der Ex-NDW-Röhre nicht schadeten - in den Ohren von Fabian Ferber müssen ihre Worte wie bitterster Spott geklungen haben. Der AStA-Vorsitzende schob in den vorigen Wochen zwölf-Stunden-Tage, um das erste große Campus-Festival an der "Fast-Elite-Uni" in einen Premieren-Paukenschlag zu verwandeln. "Wir als AStA mit einem dementsprechend geringen Etat haben alles selbst gemacht", so Ferber. "Andere Uni-Festivals finanzieren schließlich MTV oder das Studentenwerk."

Ferber geriet in Rechtfertigungsnöte, schließlich wird durch das Missverhältnis zwischen prominenten, teuren Bands und niedriger Zuschauer-Zahl ein deftiges Minus hinter der Mensa-Party stehen. "Wir gehen zurzeit davon aus, dass wir gerade noch im Gesamt-Haushalt bleiben", zeigte Ferber am Samstag die Dimensionen auf. Dem Bochumer AStA stehen insgesamt 1,2 Millionen Euro, auch aus Beiträgen der Studierenden, zur Verfügung. Ferber: "Dass die Party Verlust machen würde, war vorher klar." Nur die Dimension eben nicht.

Das Fetenvolk bekam von Ferbers Sorgen freilich wenig mit. Die Mensa-Party war für ihre (wenigen) Gäste eine durch und durch stimmungsvolle Angelegenheit. Perfekte Organisation, beste Verpflegung und ein Line-up, das beinahe bundesweit auf Uni-Feten seinesgleichen sucht. Culcha Candela rockten mit "Hamma" oder "Hey DJ" die Hütte, Soul-Diva Joy Denalane ließ die Feuerzeuge in Sekunden in die Höhe schnellen. 2Raumwohnung luden dann "Miss Freie Liebe" zum Knutschen mit dem Schlagzeuger sowie beim Überhit "Ich und Elaine" gleich dutzendweise Fans auf die Bühne. Ihre "östrogenbeladene" Performance begeisterte restlos. Und dass Juli mit ihrem eingängigen Deutsch-Pop studentische Vorlieben treffen, ist auch nicht neu.

Auch nach der Aftershow-Party suchten alle Beteiligten nach Gründen: Warum blieben die Studis zuhause? Die einen führten alte Feindschaften an - die Linke Liste hatte als AStA-Konkurrenz auf dem Campus das Gerücht gestreut, das Festival würde ausfallen. Andere klagten über zu wenig Werbung. Bei Ferber blieben Rechtfertigung und Trotz die Leitmotive des Abends. "Wir haben alle Bochumer Schulen angeschrieben, Plakate aufgehangen." Und: "Wir haben trotzdem Tolles geleistet."

Von Bernd Peters

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Kommentare
08.01.2008
23:56
Nur 2000 Fans: Deftiges Minus hinter der Mensa-Party
von vert | #42

@adriana: vieles wächst ja ganz von alleine, aber auf die veredelung und den dünger kommt es an! ich kann dir da aber auch nicht weiterhelfen: ich weiss nicht wie man die blumen züchtet - sehr wohl aber, wenn mir penetranter geruch nicht gefällt...

@davood z.: ich würde mich an deiner stelle mal nicht so aus dem fenster hängen mit strafrechtlich relevanten behauptungen. wundert mich eigentlich, dass das hier überhaupt noch steht.

24.12.2007
19:46
Nur 2000 Fans: Deftiges Minus hinter der Mensa-Party
von Davood Z. | #41

Was bei SHB/TuWas! stets funktionierte, klappt auch bei den Rubrosen: Kleines Vorgespräch beim Frühstück, wie man bei den Kassenübergaben Einnahmen verschwinden läßt, da die Übergaben in der Regel nicht gegen Quittung erfolgen. So finanzierte man stets den Wahlkampf.

14.12.2007
18:53
Nur 2000 Fans: Deftiges Minus hinter der Mensa-Party
von Adriana | #40

@vert: könntest du mir bitte mal die anleitung zuschicken, mit der ich mir eklige sozialdemokraten ranzüchten kann?

14.12.2007
02:56
Nur 2000 Fans: Deftiges Minus hinter der Mensa-Party
von vert | #39

ach noch was: das rumdreschen auf parteijugend treibt
a) jede aktive kraft in die frustration und damit genau in die arme von wirklich rechten kräften
b) verhindert es auch politische auseinandersetzung an der wurzel, wenn die hälfte der interessierten schon qua definition erstmal doof ist -> siehe a)

so haben die linken kräfte an der rub die schon im vorfeld die neuen leute in der ghg zerrieben (kein wunder, dass sie nicht mit der linken wollten) und sich die ätzenden rubrosen rangezüchtet.
und wies aussieht geht das immer so weiter.

14.12.2007
02:49
Nur 2000 Fans: Deftiges Minus hinter der Mensa-Party
von vert | #38

ich kapier gar nicht die analogie zwischen
- einem kommerziellen großkonzert
(mensaparty, bochum, sechsstellig miese) und
- einer politischen veranstaltung mit konzertanteil in einer ganz anderen stadt (bundesweit stattfindendes festival contre le racisme in dortmund, kosten vierstellig)

abgesehen davon dass
- ersteres für mich kapitale geldvernichtung bedeutet und das geld eh nur in taschen geflossen ist, wo schon genug drin war und
- zweiteres ein vielleicht optimierbares, dessen ungeachtet aber notwendiges spektakel zur sichtbarkeit einer klaren stimme gegen rassismus ist, empfehle ich dringend den diskutierenden
einen blick in das aktuelle hochschul(freiheits)gesetz (§53): da steht ganz viel von belange in hochschule und gesellschaft wahrnehmen, politische bildung, das
staatsbürgerliche verantwortungsbewusstsein und die bereitschaft zur aktiven toleranz ihrer
mitglieder zu fördern

damit ist ja wohl eines klar: die festival-euronen sind im rahmen des gesetzes gut ausgebenes geld, die anderen eben nicht.
oder um es noch weiter runterzubrechen:

kultur darf geld kosten, kommerz muss welches einfahren.

ganz einfach.

13.12.2007
11:42
Nur 2000 Fans: Deftiges Minus hinter der Mensa-Party
von Andrea | #37

@valion: ich habe die ganze geschichte mitverfolgt und es hat zu keinem zeitpunkt einen boykott-aufruf gegen die party gegeben, weder von linken noch von konservativen. es reicht vollkommen zu konstatieren, dass studis im allgemein einen zu guten musikgeschmack oder bessere verwendungszwecke für ihr geld haben

@stephan: ich bin mir zwar nicht sicher, wie man eine party wissenschaftlich untersucht, aber feststeht, dass in den linken listen der rub, beispielsweise der lili und der al die leute sitzen, die in den vergangenen jahren im asta der finanziellen rücklagen aufgebaut haben, auf die nun zurückgegriffen werden soll. egal wie der politik stil auch sein mag: die studis sollten hoffen, dass nach der nächsten wahl ein linker asta (ohne parteijugenden) gebildet werden kann, der das chaos beseitigt und den karren (mal wieder) aus dem dreck zieht

13.12.2007
10:50
Nur 2000 Fans: Deftiges Minus hinter der Mensa-Party
von Valion | #36

Ich verfolge die Debatte ums Debakel mit einigen gemischten Gefühlen, muss ich zugeben.

Wenn wir einmal subsumieren, dann scheint es von Aussen, als hätte ein SPD-Studenten-Verband, der seinen Wählerauftrag mit neoliberalem FDP- und rechtskonservativem CDU/CSU-Nachwuchs verraten hat, nach einer vergeigten Großen Koalition nach Ablenkung und Zerstreuung gesucht. Soweit ist also die Politik bereits erlerntes Handwerk bei den Genossen.. Respekt.

Ich finde es aber geradezu perfide und gefährlich, nach (bereits in früheren demokratischen Ansätzen in Dland..) vorgefertigtem Muster nun den Sündenbock in der radikalen Linken zu suchen.
Schuld sind immer die.. Ja, kommt mir bekannt vor.
Elite-Absurdistan.

Ich denke, dass, selbst wenn es einen Boykott-Aufruf oder dergleichen gegeben haben sollte, dass dieser absolut gerechtfertigt gewesen wäre. Kalkulierte Verluste, aber dafür perfekte Publicity.. Naja, das Konzept ist wohl nur indirekt aufgegangen.
Schade, zu sehen, wie die Verantwprtlichen darauf dann politisch reagiert haben.. Abermals unverantwortlich und feige.

12.12.2007
23:19
Nur 2000 Fans: Deftiges Minus hinter der Mensa-Party
von Stephan | #35

Nun... wir können natürlich nun viel reden wer was wie falsch gemacht hat. Dummerweise ändert das aber nichts an der Tatsache, dass nun viele Gelder ausgegeben werden müssen. Ich mach mir eher Gedanken darüber, ob die Lohnfortzahlung für die entsprechenend Mitarbeiter gewährleistet sind.
Nun heißt es Schadensbegrenzung. Leider..! Wieso ich nicht hingegangen bin? 25€ sind mir einfach zu teuer. Ich bekomme schon weniger Bafög als ich Miete zahle...! Da ist so ein Betrag einfach zu viel und ich denke das ging vielen Studenten so. Allerdings, so muss ich sagen, sollte Politik auf einem Fußballplatz ausgetragen werden. Alles andere (Rubrosen vs LiLi) ist einfach nur unter aller Würde. Jeder will es nicht gewesen sein. ALso mal ehrlich.... mit wissenschaftlich hat das echt nix mehr zu tun....

Amen

PS: Es ist aber auf jedenfall positiv, dass sich Menschen so für uns engagieren.

PSS: Seit wann zahlen Azubis Steuern? Da muss ich vor 3 Jahren was verpasst haben...!

12.12.2007
22:04
Nur 2000 Fans: Deftiges Minus hinter der Mensa-Party
von Andrea | #34

schön zu sehen, dass die jusos an unserer uni so unbeliebt sind, dass nichtmal ihre genossen im rest von nrw noch was mit ihnen zu tun haben wollen... hoffentlich nehmen sich die studis der rub da ein beispiel dran, wenn es um die wahlen zum nächsten asta geht. das schöne an der demokratie ist ja, dass man leute, die mistbauen, abwählen kann :)

12.12.2007
13:42
Nur 2000 Fans: Deftiges Minus hinter der Mensa-Party
von psa | #33

gg, Nettes Kalendersprüchlein das sich um die entscheidende Definition der benutzen Begrifflichkeiten herumdrückt.

Selbst wenn eine einvernehmliche Definition zustande kommen könnte, ist dann immer noch die Frage der Nützlichkeit ungeklärt.

Eins ist allerdings klar, wer Stilfragen über Sachfragen stellt ist bei der Problemlösung nicht hilfreich.

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