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NRW will 3000 neue Studentenwohnungen fördern

05.11.2012 | 14:08 Uhr
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NRW will 3000 neue Studentenwohnungen fördern
Die rot-grüne Landesregierung will die Fördermittel für den studentischen Wohnraum aufstocken.Foto: dapd

Düsseldorf.  Die Fördermittel für studentischen Wohnraum in NRW sollen im kommenden Jahr fast verdoppelt werden. Die rot-grüne Landesregierung möchte damit den angespannten Wohnungsmarkt für Studenten entlasten. Die Fördermittel sollen in Form von zinsgünstigen Darlehen zur Verfügung gestellt werden.

Mit einem Sofortprogramm will die NRW-Landesregierung den Mangel an bezahlbaren Studentenbuden in Unistädten bekämpfen. Ab 2013 sollen jährlich 750 zusätzliche Studentenwohnungen über zinsgünstige Kredite gefördert werden . Nach Angaben von NRW-Bauminister Michael Groschek (SPD) verdoppelt NRW die Fördersumme auf jährlich 50 Millionen Euro.

Der doppelte Abiturjahrgang 2013 verschärft den Wohnungsmangel nicht nur in teuren Unistädten wie Köln, Düsseldorf, Aachen und Münster. Auch in Siegen und Großstädten wie Essen fehlt es an kleinen, billigen Unterkünften. Dabei plant Groschek neben Neubauten auch eine Sanierung alter, leerstehender Wohnungen, um marode Viertel aufzuwerten.

Die ersten Studenten sollen im Wintersemester 2013 einziehen

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) erwartet, dass erste Studenten schon im Wintersemester einziehen können. Dagegen kritisierten CDU und FDP das Programm als „zu spät und planlos“. Aus Sicht des CDU-Abgeordneten Stefan Berger reicht die Zeit nicht, um sich auf den doppelten Abi-Jahrgang vorzubereiten. Während Baden-Württemberg 3100 Plätze plane oder bereits baue, seien es in NRW nur 593.

Neue Studentenwohnungen sollen seniorengerecht gebaut werden, um den Wohnraum nach dem Abebben der Studentenwelle 2025 für Ältere zu nutzen . „Wir fördern keine Containerdörfer“, sagte Groschek. Investoren erhalten zinsgünstige Darlehen für 0,5 Prozent Zinssatz und müssen dafür eine langfristige Sozialbindung akzeptieren. Die Mieten liegen zwischen 4,05 und 5,25 Euro pro Quadratmeter.

In NRW zahlt ein Student durchschnittlich 220 Euro Miete

In NRW gibt es 49.400 staatlich geförderte Wohnplätze für Studenten. Nur jeder zehnte Student wohnt im Wohnheim, ein Drittel bei den Eltern und der Rest sucht eine Studenten-WG auf dem privaten Wohnungsmarkt. In Aachen sind die Mieten seit 2007 um elf Prozent gestiegen. Ein Student in NRW zahlt im Schnitt 220 Euro warm pro Wohnung. In Boomstädten wie Aachen, Bonn, Münster und Köln werden Hausbesitzer geworben, um Studentenbuden anzubieten. In Bonn wird ein ehemaliges Schwesternheim umgebaut. In Siegen sieht Groschek die Chance, im Umfeld des neuen „Campus“ Immobilien und Büros als Wohnraum neu zu nutzen .

Die ersten Fördermittel sollen im Februar 2013 verfügbar sein. Groschek sieht im barrierefreien Bau der Studentenwohnungen auch neue Entwicklungschancen für Stadtteile. „Wir kommen vom Studentenfutter zum Seniorenteller.“

Wilfried Goebels

Kommentare
08.11.2012
01:00
Rot-Grün will bei den Studenten ordentlich abkassieren.
von prorevier | #7

In der Hauptstadt von NRW, in Düssseldorf, wird ab dem 01.01.2013 die Zweitwohnsitzsteuer eingeführt Alle Studenten in den Wohnheimen wurden schon angeschrieben. 10% der Mite werden jetzt von den ärmsten Bürgern des Landes als Steuer erhoben. Studenten erhalten bekanntlich sehr viel weniger Geld als Hartz4 Empfänger oder Asylanten.
Die Besorgnis über die Unterbringung der Studentenflut ist wohl weniger gross, als die Freude über die Möglichkeit diese auszunehmen.
Sorry Frau Kraft, aber Bildungs- und Sozialpolitik geht anders.

05.11.2012
18:48
NRW will 3000 neue Studentenwohnungen fördern
von Klug99 | #6

Captain_Kirk | #4
Was haben Studenten von Subventionen in die Bauwirtschaft? Wichtig sind Professoren, Hörsäle und alles was den Platzmangel in den Hochschulen lindert!
Das hat erstmal nichts mit Parteipolitik zu tun, sondern einfach damit wer Subventionen bekommt und diese nicht für die Bildung sind!

05.11.2012
16:31
NRW will 3000 neue Studentenwohnungen fördern
von Dr.Seltsam | #5

Immer dieses Kirchturmdenken..
In Herne z.B. stehen die Wohnungen leer..
Von Herne zur Uni Essen sind es gerade mal 30 Minuten Fahrzeit mit dem ÖpNv.
Auch nach Dortmund und Bochum ist es praktisch ein Katzensprung.

1 Antwort
NRW will 3000 neue Studentenwohnungen fördern
von prorevier | #5-1

In Recklinghausen ist es dasselbe. Preiswerte leerstehende Wohnungen sind dort in großer Menge vorhanden. Fahrzeit nach Essen Hbf 19 Minuten.

05.11.2012
16:00
NRW will 3000 neue Studentenwohnungen fördern
von Captain_Kirk | #4

@#3
Wohl schon vergessen, wer das G8 eingeführt hat und sich keinen blassen Schimmer für die Folgen interessiert hat. Die gleiche Fraktion wird auch jetzt wieder laut nach Haushaltskonsolidierung schreien, statt dieses sinnvolle Vorhaben zu unterstützen.

05.11.2012
15:43
Lächerlich!
von Klug99 | #3

Ein Riesensubvention für die Bauwirtschaft ummantelt mit der Bildung! Erst einmal werden die Wohnungen höchstens in Münster und Düsseldorf gebraucht! Und der Doppeljahrgang ist im nächsten Sommer auf dem Campus, dann sind noch nicht einmal die Baugenehmigungen erteilt!
Welch eine schwachsinnige rot/grüne Veranstaltung!!!!!!!

05.11.2012
15:32
NRW will 3000 neue Studentenwohnungen fördern
von Captain_Kirk | #2

Hier bietet sich in den meisten Fällen sicherlich eine modulare Bauweise an. Vor Kurzem ist in London innerhalb von 3 Tagen ein ganzes Hotel aus solchen Modulen zusammengesetzt worden. Der Abbau ist ebenfalls wieder leicht möglich. Denn die Studentenzahlen werden auch wieder rückläufig sein. In vielen Städten des Ruhrgebiets ist der Wohnungsmarkt aber ohnehin so entspannt, dass keine zusätzlichen Sozialwohnungen nach der Studentenschwemme der nächsten Jahre daraus gemacht werden können.

1 Antwort
London ist um die Ecke
von prorevier | #2-1

Eine ganze FHS ist in Mülheim-Styrum aus Containern gebaut worden. Sie ist seit einigen Monaten in Betrieb und wurde in kürzester Zeit errichtet.

05.11.2012
14:40
Es wird ja schon schnell gebaut
von meigustu | #1

aber von der Planung bis zu Anfang des Wintersemesters ein Studentenheim hochziehen ist schon etwas arg schnell.

Für die Zukunft wage ich mal die Prognose, dass die rückläufige Zahl der Grundschüler zu einem Rückgang der Studenten führen wird.

Oder ist es ein Zückerlie an die Bauindustrie, die schon mit ihren Wünschen nach sozialem Wohnungsbau im schrumpfenden Revier eine Abfuhr bekommen hat.

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