Neid auf finanziell gesunde Hochschulen in NRW
24.11.2009 | 06:36 Uhr 2009-11-24T06:36:00+0100
Düsseldorf. Jede vierte deutsche Hochschule fühlt sich laut einer Studie arm. Da wirkt NRW wie ein Paradies. Dort bezeichnen die meisten ihre Finanzlage als „zufriedenstellend” oder „sehr gut”. Deshalb schauen Hochschulen anderer Bundesländer neidisch nach NRW, so Innovationsminister Pinkwart.
Hochschulen in NRW sind offenbar deutlich zufriedener mit ihrer finanziellen Lage und ihren Rahmenbedingungen als Hochschulen in anderen Bundesländern. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Beratungsgesellschaft Ernst & Young unter 281 Hochschul-Kanzlern und -Vizepräsidenten hervor.
Private Bildungseinrichtungen sind zufriedener als öffentliche
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist: Jede vierte deutsche Hochschule fühlt sich arm. Rund 25 Prozent der staatlichen Unis und Fachhochschulen schätzen ihre finanzielle Lage als „nicht ausreichend” oder sogar „existenzgefährdend” ein. Die privaten Bildungseinrichtungen sind unterm Strich deutlich zufriedener mit ihrem finanziellen Rahmen als die öffentlichen.
Aus den Hochschulen in NRW kommen allerdings überwiegend positive Einschätzungen. Keine einzige sieht ihre Existenz gefährdet, die meisten nennen ihre Finanzlage „zufriedenstellend” oder „sehr gut”. Der lauter werdende Ruf vieler Unis nach mehr Autonomie wurde von der NRW-Regierung schon 2007 erhört. 87 Prozent der staatlichen Hochschulen in NRW beschreiben sich daher als weitgehend selbstverwaltet – über 30 Prozent mehr als bei der bundesweiten Umfrage.
Freiheitliche Rahmenbedingungen
Laut NRW-Innovationsminister Andreas Pinkwart (FDP) belegt die Studie, „dass die Hochschulen in den anderen Bundesländern mit einem gewissen Neid auf NRW schauen. Sie streben nach genau den freiheitlichen Rahmenbedingungen, die unsere Hochschulen bereits haben. Und es zeigt sich, dass die Hochschulen ganz genau wissen, was sie attraktiv macht: zuvorderst die Qualität der Lehre. Das bestärkt uns in unserer Annahme, dass Hochschulen mit einem hohen Autonomiestatus ganz besonders hart und effektiv für möglichst gute Studienbedingungen arbeiten. Dass dies ein fortwährender Prozess ist, ist uns allen klar. Aber dass von sechs deutschen Unis, die den Preis des Stifterverbandes für beste Lehre erhalten haben, zwei aus NRW kommen, ist ein Beleg dafür, dass wir besser werden in NRW. Und das liegt eben auch an den guten Rahmenbedingungen, die wir den Hochschulen hier geben."
Die Studie zeigt aber auch: In NRW und im Rest der Republik stehen die Unis in einem immer härteren Wettbewerb um Studenten, Lehrkräfte und Geld. Neun von zehn Hochschulen wollen in eine bessere Lehre investieren, um in diesem Wettstreit bestehen zu können. Übrigens: Höhere Studiengebühren sind in der Regel kein Thema: 83 Prozent der staatlichen Hochschulen gehen von gleich bleibenden oder fallenden Gebühren aus.
19:13
Da hat jemand Journalistische Unabhängigkeit unfallfrei über die Tastatur gebracht, das verdient doch meinen Glückwunsch. Jemand der die Wörter Werbung und *piep* (ein großer Energiekonzern) sogar in seinem Absender führt, kann natürlich über Unabhängigkeit schreiben und diese einfordern. Aber im selben Atemzug beschwert er sich über die Konzerne die er im Absender führt. Außer Verwirrung ist bei dem Werbetypen anscheinend nicht viel.
Was mich sehr viel mehr interessiert, ich halte gerade die WAZ von gestern in Händen. Dort auf Seite zwei formuliert Herr Reitz einen Kommentar über berufliche Zukunft bzw. wo man diese eventuell geboten bekommt. Und wieder einmal muss Statistik herhalten, ohne daß die Hintergründe beleuchtet werden. Eine Minderheit von 49 Prozent schafft es anscheinend im Moment (Datum und Bezugsjahr der Statistik?), Studium und Job (wer bezahlt die Miete?) parallel durchzuschleifen. Wo ist die berufliche Zukunft für die Mehrheit von 51%? Das ist meine Frage an Herrn Reitz.
16:10
@16/Zurinfo
Na, da hat sich sein Alter Ego da oben aber vertan. Das ist ja die Uni-Dortmund. Ich hatte von der Uni Bonn gesprochen! Aber egal wo man hinschaut, immer ein DAX-Konzern mit dabei. Die dürfen wohl überall mitreden. Ich halte das mittlerweile für mafiös! Die haben keinerlei demokratische Legitimation. Und dann nimmt man natürlich noch einen Chefredakteur mit rein, damit das ganze Projekt eine schönfärberische Presse bekommt!
Der Herr Ulrich Reitz sollte sich mal ganz schnell wieder raushalten aus der Hochschulpolitik, damit er seine journalistische Unabhängigkeit wiedergewinnt.
14:25
@14
>Dass so jemand wie Sie - wer immer sie auch >sein mögen ...
Der Link beantwortet die Frage
http://www.tu-dortmund.de/uni/Uni/Organisation/Hochschulrat/index.html
(falls es sich um die gleiche Person handelt...)
10:25
Was macht ein ideenloser Minister? Er laesst - Steuergelder hat er genug zur Verfuegung - von einer Unternehmensberatung eine Lobhudelei auf sich selbst erstellen. Das Geld haette man auch in Bausubstanz oder Stellen im akademischen Mittelbau investieren koennen, aber das ist halt nicht so schoen lobhudelnd...
Bald ist Wahl, da brauchts Hochglanzprojekte, die Rechnung kommt ab Juni 2010 und mal gucken, wie hoch danach die Studiengebuehren werden...
09:12
@ulrich reitz,
Nette Parodie, Glückwunsch! Also was den schwachsinn an kommentaren betrifft. Es gibt halt noch Leute, die kritisch lesen, gut argumentieren und kommentieren. Dagegen: Ich bin da drin und deshalb kann dies und das und was auch immer nur gut sein dürfte ja kaum ein elaboriertes Argument sein. Egal, ob die schweigende Mehrheit zustimmt oder nicht. Aber kritisches Denken, das wird den Studenten von heute ja komplett ausgetrieben. Auf sowas legt die Telekom natürlich keinen Wert, auch an einer geisteswissenschaftlichen Uni nicht. Eine kulturelle Notwendigkeit, wie kritisches Denken, darf bei einem Zielsystem, an dessen oberster Stelle die Employability steht, ruhig aussterben. Und damit die Öffentlichkeit auch immer schön für dumm verkauft werden kann, gibt es natürlich Online-Medien, die ihre Kommentarfunktion schließen oder nur Kommentare mit Klarnamen zulassen. Dass so jemand wie Sie - wer immer sie auch sein mögen - so etwas eher bevorzugen würden, dürfte logisch sein. Aber die relative freie Kommentarfunktion hier ist der einzige Pluspunkt, den Der Westen besitzt. Sollte die wegfallen, dürfte hier komplett tote Hose sein. Oder interessiert sich tatsächlich noch jemand für solche Artikel, wie den oben? Aber wenn sie die Diskussionkultur von Welt.de und Focus.de bevorzugen, dann gehen sie doch einfach dorthin!
01:42
die gucken bestimmt besonders neidisch auf die hochwertige bausubstanz der ruhr-uni bochum, die heerscharen von innovationsministern seit gründung sorgfältig erhalten haben...
01:34
Er hat ja nicht unrecht, der Ulrich Reitz - im Gegenteil. Da meldet sich mal ein Fachmann zu Wort, und schon wird gelästert - weil dem planlosen Geschwurbel der anwesenden Möchtegern-Spezialisten die Basis genommen wird. Natürlich könnte man sich jetzt über Groß- und Kleinschreibung... Leute, habt ihr keine anderen Sorgen?
01:18
und trotzdem isser drin. ätsch. das wäre die richtige rechtschreibreform gewesen, damals, als noch die chance bestand. ausserdem überlege ich mir echt, wie lange ich mich noch mit einem solchen schwachsinn an kommentaren überhaupt auseinandersetzen soll. von den fragen der mehrheit unserer bevölkerung ist ein solcher stuss meilenweit entfernt.
00:44
@10
Wer nicht groß und klein schreiben kann den würde ich als User auch nicht ins Forum lassen...
00:27
ich lerne, dass die hochschulräte erklären sollten, weshalb sie da sind. der, dem ich angehöre, funktioniert wirklich prima. da sind vorstandsvorsitzende drin und leute, sie selbst eine uni führen oder geführt haben. und diese mischung empfinde ich als vorbildlich, denn sie garantiert einen anspruchsvollen diskurs über die fachspezifische enge der uni bzw. von einzelberufen hinaus.
erschreckend ist nur, mit welch einer dumpfen ignoranz und welchem ressentiment das infrage gestellt wird. Bonn kann froh sein, dass nach dem berlin-umzug der bundesregierung die telekom gekommen ist, viele arbeitsplätze schafft und die stadt bonn mit nach vorne bringt. dass ein vertreter dieses unternehmens im hochschulrat sitzt, übrigens sehr viele stunden für null kohle, ist ein vorbildliches gesellschaftliches engagement.
den, der so platt dagegen schreibt, würde ich als volontär definitiv nicht einstellen.