Kaffeekochen für die Karriere
27.11.2008 | 10:30 Uhr 2008-11-27T10:30:00+0100Essen. Es gibt viele Möglichkeiten, ein Studium zu finanzieren. Viele Studenten scheuen das Risiko, sich zu verschulden und versuchen es ganz klassisch - mit Studentenjobs. Oft finden sie diese im Umfeld der Uni.
Die kurzen Wege zwischen Hörsaal, Arbeitsplatz und Wohnung waren für Sandra Ketzl das wichtigste Argu-ment für den Kellnerjob in der Essener Uni-Kneipe KKC. Im 3. Semester studiert sie Englisch und Französisch auf Lehramt, doch jede Woche steht die 21-Jährige bis zu zehn Stunden hinter der Theke. Hinzu kommen nächtelange Sonderschichten bei Partys. Finanziell stehe sie dadurch "ganz gut" da. Bisher habe sie zwar alle Prüfungen bestanden, doch Job und Studium unter einen Hut zu bringen, sei schon "anstrengend."
Dieses Gefühl kennt auch Sebastian Fischer (26). Seit elf Semestern ist er an der Uni eingeschrieben, studiert Mathe, Bio und Germanistik. "Mein Traum ist, dass ich einmal als Lehrer mit Schülern arbeite", sagt er. Sebastian arbeitet im Schnitt 15 Stunden in der Woche. Seit zweieinhalb Jahren ist er Studentische Hilfskraft im Fachbereich Biologie. "Ich hab Spaß an der Arbeit und kann mir meine Zeit recht flexibel einteilen", sagt der Student. Zusätzlich ist er Referent im SchwuBiLe, dem autonomen Referat für Schwule, Bisexuelle, Lesben und Freunde am Campus Duisburg - dafür gibt es eine Aufwandsentschädigung, aber auch viel Fahrerei zwischen den beiden Uni-Standorten.
Sebastian Fischer erhält den Bafög-Höchstsatz und wohnt kostengünstig im Studentenwohnheim. Da seine Geschwister auch an der Uni-Duisburg-Essen studieren, konnte er sich von den Stu-diengebühren befreien lassen. "Sonst würde das Geld trotz des Arbeitens nicht reichen", sagt Sebastian.
Ein Studienkredit käme für ihn nicht in Frage: "Ich bin so erzogen worden, dass ich keine Schulden mache." Daher versucht er auch jeden Monat 100 Euro für die Bafög-Rückzahlungen auf die hohe Kante zu legen.
"Ohne das Jobben würde während des Studiums viel auf der Strecke bleiben", sagt Kat-rin Kilders (26) aus Altenessen-Nord. "Trotzdem sind keine großen Sprünge möglich." Katrin arbeitet beim Hochschulsport der Uni.
Wöchentlich betreut sie eine Frauen-Fußballgruppe. Acht Euro bekommt sie dafür in der Stunde. Sie gönne sich den "Luxus Zweitstudium", denn da sie vor ihrem BWL-Studium einige Semester Kommunikationswissenschaft studiert habe, bekomme sie kein Bafög. Katrin jobbt zusätzlich in einem Hochseilklettergarten und trainiert Kinder bei Fußball-Camps in den Ferien. "Ich hab' auch schon mal die eine oder andere Woche blaumachen müssen, um zu arbeiten", sagt sie. Doch zwischen ihr und ihren Eltern gäbe es einen Kompromiss: "Du tust was, und wir unterstützen dich so gut wir können", sagt die Studentin. Denn ganz ohne Hilfe der Eltern könnte sie trotz Arbeit das Studium nicht finanzieren. "Pro Monat braucht man etwa 700 Euro", sagt Katrin. Ihr Tipp: "Ein Freundeskreis aus Studenten. Dann haben alle die gleichen Sorgen."
Agnes Niersmann (26) aus Holsterhausen studiert Sozial-wissenschaft und Pädagogik. Sie jobbt als Fachschaftsrefe-rentin beim Asta und als Stu-dentische Hilfskraft im Fachbereich Sozialwissenschaft.
Zusammen mit der Aufwandsentschädigung, die sie für ihren Sitz im Dinslakener Stadtrat bekommt, hat sie monatlich fast 1000 Euro zur Verfügung. "Ich hab' versucht, Jobs an der Uni zu bekommen. Vorteil: Kurze Wege und Kontakte für später", sagt Agnes. "Aber", gibt sie zu bedenken, "das Studium wird durch die Umstellung auf Bachelor und Master immer straffer. Wie soll man da noch jobben?"
Eine Antwort auf die Frage hat KKC-Kellnerin Sandra Ketzl: "Das ist alles eine Frage der Organisation." Doch auch sie weiß, einfach ist das nicht.
01:01
Ich finds gut, dass kommentiert wird. Ich studiere selber gar Germanistik, aber die Orthografie und der Ausdruck sind bei kurzweiligen Kommentaren echt zu vernachlässigen - oder mutiert das Spießertum in NRW nun doch schon?!
13:11
Also Manuel, da sind ja alleine im ersten Satz Deines 2. Kommentares schon 5 Rechtschreibfehler enthalten. Groß- und Kleinschreibung ist hier das Stichwort. Außerdem hilft noch die Eselsbrücke garnicht schreibt man gar nicht zusammen. Da hat Fonz gar nicht so unrecht...
11:18
Vor allem bleibt, wie im obigen Kommentar eindrucksvoll unter Beweis gestellt, Rechtschreibung und Ausdruck auf Primarstufenniveau stehen...