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Eine Party mit Folgen

16.12.2007 | 19:23 Uhr

Bochum. Trotz viel versprechenden Programms kamen zur Fete in der RUB-Mensa nur 2000 Studenten. Der Asta blieb auf Kosten von 100 000 Euro sitzen. Jetzt ist er pleite. Und handlungsunfähig.

Das Bühnenprogramm für die Mensa-Party an der Ruhr-Uni las sich viel versprechend: 2raumwohnung, Culcha Candela und Joy Denalane waren nur einige gute Namen, die am Wochenende den Speisesaal rockten. Aber als die Fete um war, gingen plötzlich auch für den Veranstalter, den Allgemeinen Studierenden Ausschuss (Asta), die Lichter aus: Gerade mal 2000 Gäste waren gekommen; entschieden zu wenig, um kostendeckend über die Runden zu kommen. Vielmehr muss der Asta nun mindestens 100 000 Euro zubuttern, was bei Rücklagen von nur rund 160 000 Euro kein Pappenstiel ist. Das Ende vom Lied: Asta-Chef Fabian Ferber (Hochschul-Jusos) trat zurück und eine Haushaltssperre in Kraft.

Der Asta - pleite? So etwas hat es an der Ruhr-Uni noch nicht gegeben. Doch nichts Genaues weiß man nicht, denn der Asta-Vorstand ist abgetaucht. "Alles, was wir wissen, bewegt sich im Bereich von Gerüchten", so René Voss, Vorsitzender des Haushaltsausschusses des Studierendenparlamentes (Stupa), dem der Asta rechenschafts-pflichtig ist. So ist auch unsicher, ob die Asta-Leistungen nach der Party-Pleite weiterlaufen wie bisher. "Die Auszahlung der Gelder für studentische Initiativen und Fachschaften sowie der Gehälter der Angestellten in Asta-Betrieben wie dem Copy-Shop oder dem Kultur-Café sind akut bedroht", so die Asta-kritische "Linke Liste".

Zwar bleibt Ferber kommissarisch im Amt, aber de facto ist der Asta handlungsunfähig, da keines der sechs Vorstandsmitgliedern mehr im Amt ist. Am Dienstag wird es eine außerordentliche Sitzung des Studierenden-Parlamentes (StuPa) geben, auf der ein Übergangs-Vorsitzender für den Asta gewählt werden soll.

Mit dem Eklat um die Mensa-Party erreicht die Polit-Kultur auf dem RUB-Campus einen weiteren Tiefpunkt. Seit der Wahl zum Studierendenparlament am Jahresbeginn zerfleischen sich die Interessengruppen von Linker Liste bis RCDS in Flugblättern und Debatten gegenseitig. Allein drei Monate brauchte es, bis der Asta aus Hochschul-Jusos, Liberalen und dem RCDS endlich gebildet war. Als "Große Koalition der Vernunft" wurde das Zweckbündnis nach außen präsentiert, doch intern ging der Zwist munter weiter. Erst verließen die RCDS-Vertreter den Asta, dann die Liberalen. Am Ende standen die Hochschul-Jusos alleine da - und mit der gefloppten Mensa-Party im Regen.

Für deren Fehlkakulation sind übrigens keine Wirtschaftswissenschaftler, "die plötzlich nicht mehr rechnen können" verantwortlich; der Asta-Vorsitzende ist Jurist, der Stellvertreter Historiker. "Es lag eher dran, dass die Party von vornherein dilettantisch und viel zu kurzfristig eingetütet wurde", so die Asta-kritische "Freie Uni Bochum". Wie es beim "Alle gegen alle" an der RUB weitergeht, steht dahin. Stupa-Neuwahlen stehen erst im kommenden Januar an. Nach dem neuerlichen Polit-Geplänkel ist zu erwarten, dass die Wahlbeteiligung der über 30 0000 Studis dabei nicht eben in die Höhe schießen wird. Und schon beim Votum 2007 lag sie nur bei mageren 13 Prozent.

WAZ-Foto: Ingo Otto

Einen weiteren, viel diskutierten Artikel über die Mensa-Party lesen Sie hier.

Von Jessica Buschmann und Jürgen Boebers-Süßmann

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Kommentare
27.12.2007
00:56
Eine Party mit Folgen
von vert | #23

oh da sind mir die @s durchgegangen:
- das @ an frank hertel war natürlich an den unfair-bär
- aber (jetzt tatsächlich @frankhertel): semestertickets gibt es selbstredend _nicht_ ohne verfasste studierendenschaft - maximal halbe kompromisse (19h-tickets übers studwerk oder so.) frag doch mal in bayern oder bawü nach, warum es genau so sowas dort nicht gibt...

27.12.2007
00:46
Eine Party mit Folgen
von vert | #22

@frank hertel:
du wirst mit der ******* leben müssen. muss ich ja mit deiner auch. dein normaler student ist ja zum glück qua definition schon in der minderheit und spiegelt offenbar NICHT die mehrheit der studierendenschaft wider. daher rührt sicher auch der zwanghafte wunsch, mit der abschaffung demokratischer gremien wie des asta (in den man aufgrund allzu normaler einstellungen erst gar nicht gewählt wird) endlich diese hässliche opoosition loszuwerden. alles unnormale meinungen!
(linke antifanten -> sind das die die elfenbeinjagenden stalinisten, von denen man jetzt immer wieder hört? krasse ******** natürlich....)

@knut happel:
dann lass die versager doch demokratie üben. die howard-carpendale-befürworter aus der politikerdynastie happel dürfen doch auch in den duisburger stadtrat!
was das für typen sind, will ich hier lieber gar nicht schreiben!

15.12.2007
11:43
Eine Party mit Folgen
von Knut Happel (Bürger Union Duisburg) | #21

Vefassten Studentenschaft ist doch was für Versager. Die gute Studenten lernen für ihr Studienfach und wollen Erfolg haben und das Studentenleben genießen und sich die Hörner beim anderen Geschlecht (oder den eigenen) abstoßen.

Die Versager die nichts auf die Kette kriegen und sich ständig eine Korb holen machen halt auf Mister Wichtig und spielen ASTA.

WAS FÜR JÄMMERLICHE TYPEN!!!

14.12.2007
15:27
Eine Party mit Folgen
von Cäptn Fair Bär | #20

@verl

notwendiges spektakel zur sichtbarkeit einer klaren stimme gegen rassismus ist

sorry - ich kann so eine ******* nicht mehr lesen. Liebe linke Antifanten, denkt Euch mal was neues aus. Ich seh genausowenig ein, mein Geld für solchen Mist als Student auszugeben, wie für irgendwelche Mensapartys von Dilettanten a la Fabian Ferber.

Die verfasste Studentenschaft abschaffen - das ist der einzig richtige Weg. Der Mist interessiert doch keinen einzigen normalen Studenten.

14.12.2007
09:59
Eine Party mit Folgen
von Frank Hertel | #19

Diese ganzen ASTEN sind doch nur Plattformen für Leute dessen EGO unbedingt Pöstchen braucht. Die große Mehrheit der Studenten -die nichtmal wählen gehen- intressiert es überhauot nicht, was der Elfenbeinturm ASTA macht.

Semestertickets kann man auh ohne ASTAs bekommen.

14.12.2007
03:12
Eine Party mit Folgen
von vert | #18

ich kapier gar nicht die analogie zwischen
- einem kommerziellen großkonzert
(mensaparty, bochum, sechsstellig miese) und
- einer politischen veranstaltung mit konzertanteil in einer ganz anderen stadt (bundesweit stattfindendes festival contre le racisme in dortmund, kosten vierstellig)

abgesehen davon dass
- ersteres für mich kapitale geldvernichtung bedeutet und das geld eh nur in taschen geflossen ist, wo schon genug drin war und
- zweiteres ein vielleicht optimierbares, dessen ungeachtet aber notwendiges spektakel zur sichtbarkeit einer klaren stimme gegen rassismus ist, empfehle ich dringend den diskutierenden
einen blick in das aktuelle hochschul(freiheits)gesetz (§53): da steht ganz viel von belange in hochschule und gesellschaft wahrnehmen, politische bildung, das
staatsbürgerliche verantwortungsbewusstsein und die bereitschaft zur aktiven toleranz ihrer
mitglieder zu fördern

damit ist ja wohl eines klar: die festival-euronen sind im rahmen des gesetzes gut ausgebenes geld, die anderen eben nicht.
oder um es noch weiter runterzubrechen:

kultur darf geld kosten, kommerz muss welches einfahren.

ganz einfach.

übrigens: woanders würden sich jusos schämen für so eine abgrenzung vom politischen anspruch - und tun es wohl auch. sie werden ganz bitterlich knirschen und die finger still halten. aber für diese selbstgefällige und peinliche selbstdemontage [und das bezieht sich nur auf die hier lesbaren beiträge aus do] gibts hoffentlich hinter den kulissen noch den arsch voll, ihr schröders!

aber wie hier ja schon zu lesen war: zum glück gibt es sie ja auch in anders.
(dass ich das noch erleben darf - ich muss die jusos vor sich selbst in schutz nehmen)

und ganz nebenbei haben sich schon deutlich vor dem herrn vorsitzenden, der jetzt zu recht den unangenehmen canossa-job hat, die feinen koalitionspartner von lhg und rcds aus dem staub gemacht - oder hab ich da was falsch verstanden?
die lachen sich nämlich grade tot über ihre schlauheit. es ist ja nämlich eh alles egal: der rcds will seit jahren die asten abschaffen (so kann man billig opposition entsorgen), besorgt die argumente gleich selber und lässt seine partner im regen stehen. tolle freunde habt ihr euch da gesucht.

14.12.2007
02:24
Eine Party mit Folgen
von vert | #17

och andré, augen auf! wie bist du denn durchs studium gekommen? hoffentlich niemals mit dem semesterticket!

13.12.2007
16:06
Eine Party mit Folgen
von André Wats | #16

Wozu braucht man überhaupt einen ASTA?

Iich habe selber in Bochum erfolgreich studiert und nie was mit den ASTA zu tun gehabt! Wozu auch?

Diese Kindergartenverein wo einige Leute meinen Politiker spielen zu müssen kann man einfach abschaffen und gut ist. Partys können auch andere organisiern.

13.12.2007
11:54
Eine Party mit Folgen
von Antonia | #15

@mrhyde: ich würde dir absolut recht geben: ein asta sollte politische veranstaltungen, kleine alternative konzerte mit newcomer bands aus studentischem umfeld und gute partys organisieren... allerdings bezweifle ich, dass man solche einsichten bei jusos, lhg und rcds finden kann. schließlich betrachten diese leute die uni lediglich als spielplatz, auf dem sie sich für ihre parteikarrieren bewähren müssen. wenn du jemanden wählen willst, der an mehr denkt als seine karriere, schau dir mal die parteiunabhängigen listen an!

12.12.2007
23:02
Eine Party mit Folgen
von Locksley | #14

@ mrhyde:
Mit Deinen Studienbeiträgen hat der AStA extrem wenig und eine solche Parte garnix zu tun: Die 500 Tacken wandern (abzgl. Ausfallfonds) direkt an DeineN RektorIn. Der AStA kassiert lediglich einen Teil Deines Sozialbeitrags, vermutlich so zwischen 10 und 15 Tacken pro Semester. Offiziell auch die Kohle fürs Ticket, das wird aber bloß als Buchungsposten durchgereicht an die Verkehrsbetriebe.

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