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Ein kleines Steinchen im Mosaik

05.12.2008 | 17:05 Uhr

Die Stammzellforschung am Uniklinikum Essen erhält eine Förderung von 460 000 Euro. Ziel der Wissenschaftler ist, zelluläre Abläufe besser zu verstehen, um neue Therapien gegen Krankheiten entwickeln zu können

Seine Welt ist die, die fürs bloße menschliche Auge nicht sichtbar ist. Dr. Bernd Giebel ist Entwicklungsbiologe am Institut für Transfusionsmedizin des Universitätsklinikums und die Stammzellforschung ist sein Fachgebiet. Seine Vision ist, die Mechanismen in den Zellen als elementare Grundlage des Lebens so gut zu verstehen, um diese Erkenntnisse für die Therapie von Krankheiten einsetzen zu können. Für diese Stammzellforschung erhalten Giebel und sein Team jetzt eine Förderung von 460 000 Euro von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG).

Die Haut schuppt sich und Haare fallen aus. Das kennt jeder und wird damit Zeuge eines alltäglichen degenerativen Prozesses im Körper: Zellen gehen verloren und müssen kontinuierlich durch neue ersetzt werden. In allen Organen, wie Blut- und Nervensystem, Darm oder Leber, spielen sich ähnliche Prozesse ab, müssen alternde durch neue Zellen ersetzt werden. Für den Nachschub sorgen die sogenannten Stammzellen. Das sind unspezialisierte Körperzellen, die sich nach Bedarf in die verschiedensten Zelltypen verwandeln und über Tochterzellen vermehren können, um den Organismus immer wieder regenerieren oder neu aufbauen zu können.

Ist dieser natürliche Prozess gestört, so kann es einerseits dazu kommen, dass zu wenige neue Zellen gebildet werden, so dass es beispielsweise im Blutsystem zu Blutarmut und damit zur Schwächung des Immunsystems kommt. Andererseits können zu viele Zellen produziert werden, so dass es zur Tumorbildung kommt. Hier setzt die Forschung des Teams um Dr. Bernd Giebel an. Am Beispiel von blutbildenden Stammzellen wird untersucht, welche Mechanismen den Prozess der Selbsterneuerung der Zellen steuern und wie dies abläuft. "Wir möchten verstehen, wie der Informationsfluss in der Zelle funktioniert", so Giebel. "Denn so können wir vielleicht manche Krankheiten besser verstehen und beispielsweise Angriffspunkte gegen Leukämie finden."

Doch Giebel dämpft zu große Erwartungen: "Unsere Forschung ist ein kleines Mosaiksteinchen", so der Entwicklungsbiologe. "Wir haben nicht die Lösung, aber vielleicht kommen wir dem Traum, die Tumorbiologie besser zu verstehen, etwas näher."

Von Andrea Kleemann

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