Duisburg und der Rest Europas
03.07.2008 | 09:36 Uhr 2008-07-03T09:36:00+0200Studenten betreiben Homepage und informieren über Förderprojekte in der Stadt. Kampagne soll Bild von den Eurokraten ändern. Auch kritische Stimmen kommen zu Wort.
Fragt man Studenten nach ihrem Berufswunsch, wollen viele von ihnen nach dem Abschluss "irgendwas mit Medien" machen. Markus Hoppe und Moritz Esken vom Politikwissenschaftlichen Studenten-Netzwerk wollen nicht nur, sie machen. Gemeinsam mit der Stadt und dem Lehrstuhl für Europapolitik an der Uni Duisburg-Essen arbeiten die beiden an dem Projekt "Duisburg in Europa" mit. Sie schreiben Artikel und informieren, wie die Stadt etwa von Fördergeldern profitiert. Aus einem Projekt ist längst eine Kampagne geworden, die die Duisburger mit europäischer Politik vertraut machen soll.
Angefangen hat alles mit einer Befragung von Schulklassen. "Dabei ist herausgekommen, dass die meisten Jugendlichen entweder nicht viel über die EU wissen oder der EU ziemlich skeptisch gegenüberstehen", erinnert sich Markus Hoppe. Bevor die Schüler zwei Wochen später noch einmal interviewt wurden, erklärten ihnen Lehrer und Studenten jedoch die europäische Welt. "Somit konnten wir nachweisen, dass sich das Bild der meisten positiv gewandelt hat." Mit Unterstützung der Stadt greifen rund 40 junge Autoren nun immer wieder regionale Themen mit EU-Bezug auf und veröffentlichen sie im Internet auf der Seite http://www.p-s-n.org/duisburg-in-europa/index.html.
Die Palette ist vielfältig. Ein Interview mit Walter Hellmich ist beispielsweise in Arbeit. Er spricht über europäische Spieler-Transfers und ob sich durch den Wegfall der Grenzen etwas verändert hat. Darüber hinaus sind Artikel über den Innenhafen entstanden. Er ist das Paradebeispiel, wie mit EU-Geldern neue Gebiete realisiert wurden. Doch auch Nachwuchs-Juristen und angehende Historiker kommen auf der Homepage zu Wort.
Moritz Esken ist einer von ihnen. "Ich wollte schon immer mal etwas Journalistisches schreiben und Politik finde ich spannend. Bei dem Projekt kann ich beides gut miteinander verbinden", freut sich der 22-Jährige. Im Schnellverfahren haben die Autoren erklärt bekommen, welche Informationen in einem Text enthalten sein müssen. Die Tipps konnte der künftige Politikwissenschaftler bei seiner Recherche zum Rheinpark prima umsetzen. Auf dem ehemaligen Thyssengelände wird nun ein neues Stadtquartier gebaut - mit einer Parkanlage und Wohnungen. "Das ist doch positiv. Da sollte man den Menschen den Zusammenhang zu Europa begreiflich machen."
Mit Blick auf die Europawahl im Jahr 2009 soll die Informations-Kampagne weitergeführt werden. Interaktive Elemente sollen die Homepage ergänzen, Gesprächsrunden sind in Planung. Bei aller positiven Darstellung der EU, kommen dennoch kritische Stimmen zu Wort. In Kommentaren sollen die Autoren ihre Meinung vertreten und einordnen, ob sie die Maßnahmen für sinnvoll erachten. "Schließlich sind wir in erster Linie Wissenschaftler und hinterfragen die Themen durchaus kritisch", betont Markus Hoppe.
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Gutes Projekt gerade in Zeiten der Europaskepsis!