Daddeln für die Wissenschaft
20.05.2009 | 13:58 Uhr 2009-05-20T13:58:00+0200
Duisburg. Pädagogen am Ball, Soziologen an der Gitarre, Informatiker im Go-Kart. An der Universität Duisburg-Essen reden Wissenschaftler nicht mehr nur über Computerspiele – sie daddeln auch gemeinsam. Das hat Methode.
Pädagogen gelten ja als besonders ausgeglichene Menschen. Oder auch nicht. Frank Schulte jedenfalls, Diplom Pädagoge an der Uni Duisburg-Essen und normalerweise als Forscher in der Psychologie unterwegs, versucht ziemlich erfolgreich das Gleichgewicht auf dem Balance Board der Wii-Konsole von Nintendo zu halten. Es geht um Kopfbälle. Je nachdem, wie Schulte sein Gewicht verlagert, reckt sich das Männchen auf dem großen Bildschirm vor ihm nach links und rechts, um den nächsten Ball zu erwischen. Kopfarbeit an der Uni: Das muss eben nicht immer direkt was mit Lernen zu tun haben.
Es ist die Auftaktveranstaltung für „DUE you play?” an der Uni Duisburg-Essen, der Versuch auf dem Duisburger Campus, verschiedene Fachbereiche, die sich mit Computerspielen beschäftigen, zum gemeinsamen Spielen zu bewegen. „An unserer Uni wird in vielen Bereichen mit und an Computerspielen geforscht. Mit 'DUE you play?' wollen wir die Disziplinen zusammenbringen”, sagt Schulte.
Erst die Theorie, dann die Praxis
Wie immer, kommt aber auch hier erst die Theorie, dann die Praxis. So referierte Diego Compagna, Mitarbeiter am Institut für Soziologie, über die soziologische Sicht auf Computerspiele. Er leitet den Arbeitskreis „Digital Game & Gaming-Forschung”. Die Forschungsgruppe untersucht unter anderem Clans bei Online-Spielen wie „World of Warcraft” oder das Spieler-Avatar-Verhältnis bei Computerspielen.
Jörg Niesenhaus, Mitarbeiter am Lehrstuhl Interaktive Systeme und Interaktionsdesign zeigte die Entwicklung von Eingabegeräten über die Jahrzehnte auf: Vom einfachen Schaltpult für das Spiel „Space War” von 1962 bis zur schnurlosen Gitarre für „Guitar Hero”.
Etwa 35 Wissenschaftler und Studenten beteiligten sich an der Premiere von „DUE you play?”. Damit soll auch das Profil der Uni in der Games-Forschung geschärft werden. Künftig soll alle zwei Monate für die Wissenschaft gespielt werden.
21:23
Tja, komisch nur, dass das ganze kein bisschen angekündigt wurde. Jedenfalls hat man als Informatik- und/oder Kommedia-Student nichts davon gehört.
Scheint wohl eine interne Veranstaltung zu sein.