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Bachelor und Master bleiben umstritten

18.03.2009 | 16:48 Uhr
Bachelor und Master bleiben umstritten

Berlin/Essen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sieht den so genannten Bologna-Prozess auf einem guten Weg. Gemeint ist die Schaffung eines europäischen Hochschulraumes mit vergleichbaren internationalen Abschlüssen (Bachelor/Master) bis zum Jahr 2010.

Im Jahr 1999 hatten 29 europäische Bildungsminister in Bologna eine entsprechende Erklärung verabschiedet.

Mittlerweile seien 75 Prozent der Studiengänge in Deutschland auf die neuen Abschlüsse umgestellt, sagte Schavan gestern im Bundestag. Inzwischen beteiligten sich 46 Länder an dieser Hochschulreform. nach wie vor offen sei die Umstellung der Studiengänge für Juristen und Mediziner auf Bachelor und Master.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte gestern, dass Bachelor-Absolventen in deutschen Unternehmen willkommen seien. Man habe bereits gute Erfahrungen mit ihnen gemacht. Allerdings würden häufig bisherige Studiengänge nur mit einem neuen Etikett versehen, „ohne sich an den Erfordernissen der Praxis zu orientieren”. Zu den vielen Kritikern des Bologna-Prozesses gehört die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Ein Jahr vor dem Abschluss sei die Reform weit von ihren Zielen entfernt, erklärte gestern GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller.

Besonders oft bemängelt wird in letzter Zeit der häufig komplizierte Übergang von einem Bachelor- in ein Masterstudium. Zudem zeigen Studien, dass „Bologna” die Mobilität von Studenten keineswegs gefördert hat. Kritiker bemängeln auch den „Wildwuchs” bei den Studiengängen.

Matthias Korfmann

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Kommentare
04.05.2009
10:39
Bachelor und Master bleiben umstritten
von Medienmacherin | #20

Ich denke, man muss die verschiedenen Studiengänge und vor allem die FHs unterscheiden! Meinen Studiengang (Medien) gibt es in dieser Form gar nicht als Unistudium. Wahrscheinlich weil die Inhalte mit viel praktischer Arbeit vermittelt werden - Unis sind da theoretischer. (Zumindest nach allem, was ich von Unistudenten gehört habe.) Für mich ist der Bachelor also genau richtig. Einziges - hier bereits erwähntes - Manko: Der Zeitmangel. Wir haben viel Lernstoff und vor allem Projekte in kurzer Zeit. Viele Studenten sind dabei auf der Strecke geblieben.

02.05.2009
17:52
Bachelor und Master bleiben umstritten
von Studentische Hilfskraft | #19

DIe Umstellung von Diplom auf Bachelor ist nur auf dem Papier vollzogen worden. Bei uns an der FH wird derselbe Lehrstoff gelehrt. Das macht das Bachelor Studium doch so anspruchsvoll und stressig, dennoch bin ich voll damit zufrieden, denn der Stoff ist wirklich interessant und wenn da was fehlen würde, würde das echt schade sein.

24.03.2009
11:27
Bachelor und Master bleiben umstritten
von Radio Roehre | #18

@ d.gueven
Zitat:
KEIN Dipl.-Wing. hat bessere oder mehr Kenntnisse vorzuweisen.
Zitat Ende.
Meine Frage: Wie haben Sie das denn rausgefunden? Oder ist das der Geist, den man Ihnen heute vermittelt? Dass Sie der,die, das Beste der Welt sind? Keine Selbstzweifel?
Frohe Landung!

24.03.2009
11:21
Bachelor und Master bleiben umstritten
von Radio Roehre | #17

@Maped:
Stimmt, Mathe 1-3 bleibt gleich. Nur lief bei uns nebenher Statistik, numerische Methoden der Mathematik (über 2 Semester) und Wirtschaftsmathe. Ob es die Breite heute noch gibt, weiss ich nicht. Es rechnet heute auch kein Mensch mehr mit dem Rechenschieber- so sind dann selbst die Stundenzahlen nicht mehr vergleichbar.
Ansonsten bleibt nur die Aussage: Ein Studium stellt die Eintrittskarte dar- nicht mehr! In Gesprächen mit jüngeren Arbeitskollegen stelle ich fest, dass ich wohl der letzte bin, der sich noch ein Mathe-Buch auf den Nachtkasten legt.

24.03.2009
10:40
Bachelor und Master bleiben umstritten
von Chris X | #16

Ich lese hier andauern, dass die neuen Abschlüsse annerkannter sind, als das Diplom. Das Diplom war aber DAS Gütesiegel der deutschen Unis und weltweit sehr anerkannt, vorallem in den Ingeneursfächern.
Ich habe noch das Glück Diplomer zu sein. Was ich traurig finde, dass die BA/MA-Studenten durchs Studium gepeitscht werden und somit keine Chance haben über den Tellerand zu schauen. Sie werden zu Fachidioten ausgebildet und haben zum Teil trotzdem keine Ahung, da man aufgrund des Zeitdrucks nur auswendig lernt und danach alles vergisst. Zu dem wird seitens der Profs ein falsches Bild des Martkwertes vermittelt. Viele BA-Studenten denken, sie hätten direkt nach der Uni einen Porsche vor der Tür stehen.
Sehen aber nicht, dass ein Azubi aus ähnlicher Branche ein viel besseres Standing hat: Kennt Unternehmensstrukturen, hat Berufserfahrung usw. Da wird ein BA-Absolvent mal schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.
Natürlich kann ich nur für meine Studienrichtung (Wirtschaftswissenschaften) reden, aber wie ich hier sehe, sieht es bei den anderen Fächern ähnlich aus.
Mein Fazit: Die Umstrukturierung ist schlecht umgesetzt. Nur wegen internationaler Vergleichbarkeit hätte man das nicht machen müssen. Vorher gab es auch Mittel und Wege.
Der gewünschte Praxisbezug ist nicht vorhanden. Der Student wird zwar schneller auf den Markt geworfen, ist aber auch unreifer und zum Teil unwissender. Daher lieber 2 Jahre länger studieren und gut vorbereitet sein, auf das, was auf einen erwartet.

23.03.2009
15:41
Bachelor und Master bleiben umstritten
von maped | #15

Vom mathematischen Fachwissen ist ein Bachelor einen Diplom ebenbürdig. Das kann ich nicht belegen, aber wenn es um den Studienplan geht hat der Bachelor sowie der Diplom HöMa1-3. Meine Übungsleiter(Diplom-Ingenieure der TU-Dortmund) haben mir erzählt, das sie auch Höma1,2,3 hatten. Wenn Sie mögen kann ich für Sie alte Klausuren hochladen. Von der Schwierigkeit her sind die Klausuren noch immer die absoluten schocker, wenn man einfache Induktion außen vor lässt. Wie es in den Geisteswissenschaften aussieht kann ich nicht beurteilen. Die Physiker müssen sich noch mit Höherer Mathematik 4 rumschlagen. Aber das war damals, wie heute so.

MFG Maped

23.03.2009
14:41
Bachelor und Master bleiben umstritten
von Radio Roehre | #14

Als Dipl.Ing(FH) ,Nachrichtentechnik, habe ich mich verstanden als Übersetzer des Wissenschaftlers in die Sprache des Technikers/Meisters- ich musste von beiden Seiten her genug Wissen.haben, um diese Selbsteinschätzung erfüllen zu können.
Mit den neuen Studiengängen schaffen wir uns ein Problem: Der Bachelor kennt weder die Praxis (kennt nicht mal einen Lötkolben!), noch versteht er, was der Wissenschaftler mit dem Linien-Integral meint- in meinem Fachgebiet völlig unbrauchbar. Der Master wiederum kann den Wissenschaftler alter Prägung nicht ersetzen, weil ihm der Blick für das Ganze fehlt.
Problematisch wird es für mich z.B. in Mathematik- was soll denn ein Bachelor machen können? dem Master die Formelzeichen zureichen? Was macht der Bachelor- Historiker? Und wer braucht ihn?
Ausbildungs-Irrsinn kann man im Bereich der Seefahrt erleben: Heute kann man Kapitän werden, ohne definitiv gefahren zu sein! Aber damit muss die nächste Generation leben- und sie wird auch das überleben. Es besteht Hoffnung

23.03.2009
07:19
Bachelor und Master bleiben umstritten
von sowaresimmer | #13

Es kann ja alles sein, dass der Bachelor und Master in Deutschland nicht das ist, was er sein soll. Allerdings handelt es sich hierbei um einen international anerkannten Abschluss - besonders im angelsächsischen Raum (und da ist die Bildungspolitik nicht soo schlecht) wurden Richtlinien für eine gute Ausbildung gelegt. Ich selber habe einen MBA neben meinem Vollzeitjob gemacht - anhand meiner Universität (England) habe ich einen sehr hohen Ausbildungsstandard genossen. Das Dipl.-Studium in D konnte nicht im Geringsten mithalten - auch das sollte man sich klarmachen. Vielleicht sollte das deutsche System sich an den Richtlinien alteingesessener akkreditierter englischer oder amerikanischer Universitäten orientieren - dann funktioniert es auch und erfüllt den Zweck. Im internationalen Vergleich zwar anerkannt, aber mit dubiosen Studieninhalten versehen, ist ein Bachelor vielleicht wirklich nicht der Hit.

22.03.2009
20:21
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #12

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

21.03.2009
17:38
Bachelor und Master bleiben umstritten
von Miesepeter | #11

Vielen Dank an die bisherigen Kommentatoren für Ihre Kommentare!

Bisher lese ich überwiegend destruktives Gejammer über den Bachelor. Schön für die, die noch Diplom haben, doch ich als betroffener finde dieses verhalten sehr unsportlich.

Wir können jetzt nicht mehr zum vorigem System zurück und ja, diese Reform war (wie so ziemlich alles in der Bildungspolitik der letzten Jahre) mehr ein Schuss in eigene Knie als der große Wurf. Was nützt es jetzt aber auf die Bachelor- und Master-Absolventen verbal einzuschlagen?

Wir brauchen jetzt Verbesserungsvorschläge, damit es besser werden kann. Ich fordere euch deshalb auf Euch auch kreativ zu beteiligen! Zum Wohle unserer Gesellschaft!

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