Altes Haus, neuer Job: ZVS wartet auf Kunden
15.08.2008 | 07:49 Uhr 2008-08-15T07:49:00+0200Dortmund. Die gute alte ZVS ist nicht zu stoppen. Sie hat maulende Minister überlebt, unzufriedene Studis und diverse Hochschulreformen. Wie Phoenix aus der Asche erhebt sich die frühere Behörde.
Sie schüttelt ihren Staub ab und mausert sich ab 2009/10 zur Stiftung für Hochschulzulassung. Dahinter verbirgt sich eine Serviceeinrichtung für Hochschulen und künftige Studenten. Sie wird bundesweit die Hochschulen bei den örtlichen Zulassungsverfahren unterstützen und freie Studienplätze vermitteln. Mehrfachbewerbungen und -zulassungen, unter deren Last die Unis und FHs derzeit ächzen, sollen bald der Vergangenheit angehören. Die Stiftung wird von den Ländern und den Hochschulen getragen.
So viel zum Anspruch. Die Wirklichkeit nimmt sich bescheiden aus. "Zur Probe" hat die ZVS 40 Studienangebote, die meisten an Fachhochschulen in NRW. Nur sechs Unis nutzen die Dienste der Dortmunder: in Augsburg, Kiel, Mainz, München, Saarbrücken und Darmstadt.
Sechs Unis machen bisher mit
"Wir haben für uns geworben, die meisten signalisieren auch Interesse, aber es heißt sehr oft: Wir machen dann mit, wenn sich viele andere auch beteiligen", sagt ZVS-Sprecher Bernhard Scheer. Er sagt es mit Gelassenheit, denn die Leitung der künftigen Stiftung weiß, dass die Hochschulen kaum eine andere Wahl haben dürften, als den ZVS-Service zu nutzen. "Es ist ganz offensichtlich, dass die Hochschulen mit den Zulassungen überfordert sind", so Scheer.
Irgendwann, so die Vision, sollten sich etwa 80 Prozent der deutschen Hochschulen an dem System beteiligen. "Es wäre gut, wenn wir zumindest in jeder Region Partner hätten", unterstreicht Scheer.
Die ZVS regelt noch immer bundesweit die Vergabe von Studienplätzen für Allgemein-, Tier- und Zahnmedizin sowie für Pharmazie, Psychologie (Diplom) und Biologie (Diplom). Allerdings, so Scheer: "Die Biologie und Psychologie werden wir verlieren." Das liegt an der fortschreitenden Umstellung von Diplom- auf Bachelor- und Master-Abschlüsse.
Die Umstellung der Medizinstudien auf Bachelor und Master steht zwar nicht direkt bevor. Nach WR-Recherchen kursieren aber an einigen Hochschulen Pläne, die Ausbildung angehender Ärzte zu reformieren und an den "Bologna"-Prozess anzupassen.
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