Bundeswehr soll Nordafghanistan Anfang 2016 verlassen

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Das Foto zeigt sie bei einem Truppenbesuch in Afghanistan im Juli 2014.
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Das Foto zeigt sie bei einem Truppenbesuch in Afghanistan im Juli 2014.
Foto: Archiv/dpa
Was wir bereits wissen
Vor sechs Monaten endete der Nato-Kampfeinsatz in Afghanistan. Bis der letzte deutsche Soldat das Land verlässt, kann es aber noch dauern.

Brüssel.. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen will die Bundeswehr möglichst Anfang 2016 aus dem umkämpften Nordafghanistan abziehen. "Ich hielte es für sinnvoll, dass wir (...) im Norden bis Anfang 2016 blieben", sagte sie am Donnerstag bei einem Nato-Treffen in Brüssel. Wann die Bundeswehr Afghanistan ganz verlassen wird, ließ die CDU-Politikerin aber offen. "Das ist jetzt überhaupt nicht das Thema."

Nato-Einsatz Die Nato hat ihren Kampfeinsatz in Afghanistan vor einem halben Jahr offiziell beendet und ist jetzt vor allem noch zur Ausbildung und Beratung im Land. Die Bundeswehr leitet die neue Mission im Norden des Landes. In den nächsten Monaten will das Bündnis seine Kräfte in der Hauptstadt Kabul konzentrieren.

Von der Leyen warnt vor einem überstürzten Abzug der Bundeswehr

Bisher war damit gerechnet worden, dass der Rückzug aus der Fläche noch früher als Anfang 2016 erfolgt. Das genaue Datum will die Nato im Herbst festlegen. Von der Leyen hat in der Vergangenheit mehrfach vor einem überstürzten Abzug gewarnt. "Wir haben verabredet, dass wir sehr behutsam und mit Augenmaß immer wieder die Lage betrachten", sagte sie in Brüssel.

Bundeswehr Die Lage in Nordafghanistan hat sich seit dem Ende des Kampfeinsatzes allerdings nicht verbessert. Im Gegenteil: Zuletzt eroberten die radikalislamischen Taliban vorübergehend den Distrikt Char Darah in der Provinz Kundus zurück, in dem in den vergangenen Jahren zahlreiche Bundeswehr-Soldaten in Gefechten und bei Anschlägen getötet wurden.

Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr begann Anfang 2002. Ende Oktober 2003 wurden die ersten deutschen Soldaten ins nordafghanische Kundus geschickt, später wurden weitere Feldlager in Masar-i-Scharif und Feisabad eröffnet.

Heute sind noch 698 deutsche Soldaten in Masar-i-Scharif. Alle anderen Stützpunkte hat die Bundeswehr aufgegeben. 110 deutsche Soldaten sind in Kabul. (dpa)