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Afghanistan

Bundeswehr kauft neue Panzerwagen im Eilverfahren

14.04.2010 | 22:53 Uhr
Bundeswehr kauft neue Panzerwagen im Eilverfahren

Berlin.Knapp zwei Wochen nach dem tödlichen Angriff auf die Bundeswehr bei Kundus rüstet die Truppe eiligst auf. Zum einen bestellt die Bundeswehr 60 neue Panzerwagen, zum anderen verlegt sie jetzt schwere Waffen in das Krisengebiet. Der Verteidigungsminister sieht darin keine Änderung des Mandats.

Nach den jüngsten Todesfällen rüstet die Bundeswehr in Afghanistan auf. Zum einen werden schwere Waffen in das Krisengebiet verlagert, zum anderen kauft die Bundeswehr nun eiligst 60 neue Panzerwagen. Wie die „Financial Times Deutschland“ unter Berufung auf das Verteidigungsministerium berichtete, soll der Vertrag mit dem Schweizer Hersteller Mowag in dieser Woche unterzeichnet werden. Für 2011 ist demnach die Bestellung weiterer 90 geschützter Fahrzeuge vom Typ Eagle IV vorgesehen.

Derzeit verfügt die Bundeswehr dem Bericht zufolge in Afghanistan über rund 975 gepanzerte Fahrzeuge verschiedener Hersteller und Modelle. Das Verteidigungsministerium gehe allerdings davon aus, dass angesichts der verschärften Bedrohungslage durch Sprengfallen und Angriffe auf Konvois 600 davon „baldmöglichst“ ersetzt werden müssen, zitierte die „FTD“ aus einem Brief der Ministeriumsspitze an die Bundestagsfraktionen. Zur Deckung des „vordringlichsten Bedarfes“ - auch durch die anstehende Erhöhung des deutschen Kontingents von 4500 auf bis zu 5350 Soldaten - sei die Beschaffung von 60 Eagle IV schnellstmöglich notwendig.

Über 60 Millionen Euro Kosten

In dem Brief an die Abgeordneten beziffert das Ministerium die Kosten für die 60 Eagle IV und zusätzliche Spezialausrüstung wie Waffenstationen, Störsender und Funktechnik demnach auf 61,5 Millionen Euro. Die Finanzierung solle kurzfristig aus dem Verteidigungsetat erfolgen. Der Auftrag an den Schweizer Hersteller Mowag, eine Tochter des US-Rüstungsriesen General Dynamics, sei Teil eines größeren, schon laufenden Beschaffungsprojekts über insgesamt rund 650 Fahrzeuge.

Zuvor hatte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bei einem Blitzbesuch in Afghanistan angekündigt, nun schwere Waffen ins Krisengebiet zu schicken. So sollen umgehend zwei Panzerhaubitzen, zusätzliche „Marder“-Schützenpanzer sowie Panzerabwehrraketen in das Gebiet zu verlegt werden.

Die neuen Waffen änderten nicht den Charakter des Afghanistan-Einsatzes, betonte Guttenberg in der ARD. „Es sind Ausrüstungsgegenstände, die den mandatierten Einsatz auch so ermöglichen sollen, dass die Soldaten möglichst gut geschützt, aber auch möglichst wirkungsvoll vorgehen können“, wenn das erforderlich sei.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.

Lage in der Region sei instabil

Zu Forderungen nach einem Abzug der deutschen Truppen aus Afghanistan erklärte Guttenberg: „Das Risiko für unsere Sicherheit wird genau dann größer, wenn wir Afghanistan zum jetzigen Zeitpunkt sich selbst überlassen würden.“ Die Lage in der Region sei sehr instabil, „wir müssen Stabilität schaffen“. An einen Abzug sei zu denken, „wenn die Ausbildungserfolge sichtbar sind, so dass auch die Afghanen einen Teil ihrer Sicherheit selbst übernehmen können“.

Im ZDF-“Heute-Journal“ sagte der Verteidigungsminister, der Einsatz bleibe gefährlich und risikoreich. „Von daher ist es auch nicht ausgeschlossen, dass es in Afghanistan auch zu Verlusten und zu Verwundeten kommen kann.“

Sein Ministerium rechtfertigte derweil den Abbruch der Gespräche mit dem Anwalt Karim Popal, der eigenen Angaben zufolge 79 Opfer des vom deutschen Oberst Georg Klein befohlenen Luftschlags vom 4. September vertritt. Es habe Zweifel an der Mandatslage gegeben, erklärte Sprecher Christian Dienst. Jetzt werde nicht mehr über Anwälte, sondern direkt verhandelt. Die Gesprächsfäden müssten neu geknüpft werden. Durch die bisherige Gesprächsführung habe man sieben Monate Zeit verloren. Man werde sehen, ob es bestimmte Projekte oder im Einzelfall auch finanzielle Entschädigungen geben werde.

Immer mehr Deutsche laut Umfrage für Bundeswehr-Abzug aus Afghanistan

Nach dem tödlichen Angriff auf Bundeswehrsoldaten in Afghanistan am Karfreitag wünschen sich nach einer Umfrage immer mehr Bundesbürger einen Abzug der deutschen Truppen vom Hindukusch. 62 Prozent und damit so viele wie noch nie zuvor bei einer Forsa-Umfrage plädierten für den Rückzug, wie die Befragung für das Hamburger Magazin „Stern“ ergab.

Im September 2009, nach den Bombardements von Kundus, waren den Angaben zufolge 55 Prozent für einen Rückzug der deutschen Truppen gewesen. Sehr hoch (61 Prozent) war die Ablehnung des Einsatzes zuletzt im Juni 2009 gewesen, nachdem drei Bundeswehrsoldaten nach einem Feuergefecht mit den Taliban in ihrem Transportpanzer verunglückt und ums Leben gekommen waren. Befragt wurden 1.004 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger am 8. und 9. April 2010. (afp/apn)

DerWesten

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Kommentare
16.04.2010
07:00
Bundeswehr kauft neue Panzerwagen im Eilverfahren
von JauJau | #53

Komisch, dass Der Westen gern die Kommentarfunktion rausnimmt bei Artikeln sobald die Grundlinie der Kommentare vermeintlich anti-Schwarz-gelb sind!! So geschehen bei dem aktuellem Leitartikel der auch ein Gutenberg-Promotion-Text der CDU sein könnte.

LEUTE!
Klar hat die SPD die Truppen nach Afganistan geschickt, aber wer in gut 3 WOchen noch schwarz-gelb wählt IST SELBER SCHULD!!!

16.04.2010
07:00
Blockierter Kommentar.
von JauJau | #52

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

16.04.2010
05:13
Bundeswehr kauft neue Panzerwagen im Eilverfahren
von grdi 68 | #51

Wie wollen 3500 oder 5000 deutsche oder aber insgesamt vielleicht 150000 tausend ausländische Soldaten ein Land welches etwa die dreifache Größe Deutschland besitzt dauerhaft befrieden?
Da nützen auch nicht 5000 gepanzerte Fahrzeuge etwas.

Wer will dort aber vielleicht fünf Millionen Soldaten hinschicken, die wie in Deutschland nach dem Krieg an jeder Ecke auch einen noch so fanatischen Nazi , respektive Taliban in Schach hielten / halten?

Das ist ein Faß ohne Boden, genauso wie unsere Staatsfinanzen. Wer führt uns eigentlich, ich denke die haben alle studiert?

Weder rechnen können diese Damen und Herren noch ein Situation mit beiden Beinen im Leben richtig einschätzen.

Sorry, ich will nicht die Welt retten, ich werde jetzt hier meiner Arbeit nachgehen und meine Familie ernähren, höher trabende Ziele verfolge ich nicht..

16.04.2010
01:08
Guttenberg schickt zusätzliche Panzer nach Afghanistan
von NPD KV UNNA / HAMM | #50

Man sollte die Politiker, die sich in der Regel vor dem Wehrdienst gedrückt haben, nach dort schicken. Dann können sie sich nach Herzenslust als Vasallen der USA austoben.
Unsere Männer und Frauen sollten wir sofort zurück holen. Wir haben da nichts aber auch gar nichts zu suchen. Dieses Land ist nicht die Knochen eines einzigen Deutschen wert.

16.04.2010
01:05
Guttenberg schickt zusätzliche Panzer nach Afghanistan
von andras | #49

Wenn man sich die Kommentare hier so anschaut, kann man nur froh sein, daß das nicht repräsentativ ist. Von Mehrfachpostern der Linken bis zu einfach alles abknallen alles da... göttlich. Da wünscht man sich fast, der Krieg möge noch ein wenig dauern.

15.04.2010
23:00
Blockierter Kommentar.
von rallef | #48

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

15.04.2010
22:56
Blockierter Kommentar.
von rallef | #47

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

15.04.2010
21:28
Bundeswehr kauft neue Panzerwagen im Eilverfahren
von ayberger | #46

Es handelt sich um gepanzerte Radfahrzeuge Eagle IV aus schweizer Produktion, wie bitte, kann die deutsche Industrie nicht liefern?!

15.04.2010
19:51
Bundeswehr kauft neue Panzerwagen im Eilverfahren
von Elektrosteiger | #45

Bundeswehr kauft neue Panzerwagen im Eilverfahren

Warum???
Hat die BW keine Panzer mehr???

Sind die schon alle verscheuert, oder wie oder was???

15.04.2010
19:09
Bundeswehr kauft neue Panzerwagen im Eilverfahren
von Wann erwachen wir | #44

Den neuesten Nachrichten, WDR 2, 19.00h, war zu entnehmen, daß Merkel nicht an einen Rückzug aus Afghanistan denkt.

Die elaborierten Politiker müssen abgewählt werden, um ein weiteres Desaster zu verhindern.

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