Bundeswehr-Einsatz im Ebola-Gebiet vor dem Ende

Berlin..  Nach deutlichen Erfolgen im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika bereitet sich die Bundesregierung auf ein Ende des Bundeswehr-Hilfseinsatzes vor: Die von Deutschland betriebene Luftbrücke mit täglichen Hilfstransporten in die betroffenen Staaten Liberia, Guinea und Sierra Leone könne voraussichtlich im März beendet werden, sagte der Ebola-Sonderbeauftragte der Regierung, Walter Lindner, gestern in Berlin. Zum gleichen Zeitpunkt könnten Bundeswehr und Deutsches Rotes Kreuz auch das Ebola-Behandlungszentrum in der liberianischen Hauptstadt Monrovia verlassen. „Wir sehen Licht am Ende des Tunnels“, erklärte Lindner.

Schwächer ausgebreitet

Die vor einem Jahr ausgebrochene Seuche hat sich viel schwächer ausgebreitet als befürchtet. Nur noch weniger als 100 Neuinfektionen pro Woche werden in den drei betroffenen Ländern gezählt, im vergangenen Herbst waren es achtmal so viel. Experten befürchteten deshalb für Anfang 2015 bis zu 1,4 Millionen Infektionen - tatsächlich sind bis jetzt etwa 22000 Fälle bekannt, knapp 9000 Menschen sind an dem Virus gestorben. Neben der internationalen Hilfe war für die Entwicklung wohl entscheidend, dass die Menschen ihr Verhalten änderten, Körperkontakt mieden und auch auf medizinisch bedenkliche Bestattungsrituale verzichteten. „Wir haben die Hoffnung, dass wir die Epidemie im ersten Halbjahr in den Griff bekommen“, sagte Lindner nach der Rückkehr von seiner fünften Reise ins Krisengebiet.

Damit endet auch das deutsche Engagement schneller als gedacht: Die Bundesregierung hatte vergleichsweise spät auf den Ebola-Ausbruch vor einem Jahr reagiert; die Hilfsmaschinerie lief erst im vergangenen Herbst an. Besonders stolz ist die Regierung nun aber auf die Luftbrücke, die die Bundeswehr im UN-Auftrag betreibt.