Bundeswehr bleibt länger in der Türkei

Berlin. Das Bundeskabinett verlängert die deutsche Beteiligung am Nato-Einsatz entlang der Grenze zum Bürgerkriegsland Syrien um ein weiteres Jahr. Derzeit sind in der Stadt Kahramanmaras etwa 250 deutsche Soldaten stationiert. Ziel des Einsatzes ist es, den Nato-Partner gegen Raketenangriffe aus Syrien zu schützen. Die Bundeswehr beteiligt sich daran seit Anfang 2013.

Der Verlängerung muss jetzt noch der Bundestag zustimmen, was angesichts der klaren Mehrheit der großen Koalition Formsache ist. Das neue Mandat soll nun bis zum 31. Januar 2016 laufen. Ansonsten hätten die Bundeswehreinheiten mit dem Abwehr-System „Patriot“ zum Monatsende abziehen müssen. Die Kosten der Verlängerung werden von der Bundesregierung auf etwa 20 Millionen Euro beziffert.

Regierungssprecher Steffen Seibert begründete die Verlängerung damit, dass der Nato-Partner „nach wie vor einer potenziellen Bedrohung ausgesetzt“ sei und deshalb Unterstützung brauche. Es handele sich um eine „ausschließlich defensive Maßnahme“.

Der Einsatz wird auch Thema beim ersten Besuch des neuen türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu am kommenden Montag in Berlin sein.