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Euro-Rettung

Bundestag beschließt ausgeweiteten Euro-Rettungsfonds

26.10.2011 | 11:47 Uhr
Bundestag beschließt ausgeweiteten Euro-Rettungsfonds
Es geht nun um Billionen bei der Euro-Rettung. (Foto: dapd)

Berlin.   Mit breiter Mehrheit hat der Bundestag am Mittwoch für den neuen Billionen-Plan zur Euro-Rettung gestimmt – Kanzlerin Angela Merkel hat damit Rückendeckung für den EU-Gipfel am Mittwochabend.

Der Bundestag hat sich mit breiter Mehrheit hinter die Pläne von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise gestellt. Das Parlament stimmte am Mittwoch mit 503 von 596 Stimmen für einen entsprechenden Entschließungsantrag. Dieser sieht unter anderem vor, dass der Euro-Rettungsfonds EFSF mittels so genannter Hebel weitere Milliarden mobilisieren kann. 89 Parlamentarier votierten dagegen, vier enthielten sich.

Damit wird der erst vor vier Wochen erweiterte Rettungsschirm EFSF prinzipiell weiter aufgebläht – er soll durch eine „Hebelung“ Gelder in Billionenhöhe aktivieren, viele Details sind aber noch unklar. Merkel sagte: „Wir beschreiten alle miteinander Neuland.“

Merkel wirbt dafür, Europa "zu verteidigen"

Ein erneuter Krisengipfel am Mittwochabend sollte Beschlüsse sowohl zur weiteren Ausgestaltung des EFSF-Fonds als auch zu einem neuen Hilfspaket für Griechenland fassen. Merkel warb in ihrer Regierungserklärung für einen weiteren Einsatz zur Rettung des Euro. Deutschland habe die "historische Verpflichtung, das Einigungswerk Europas mit allen uns zur Verfügung stehenden und verantwortbaren Mitteln" zu verteidigen, sagte sie.

Mit Blick auf den EFSF-Fonds räumte Merkel höhere Risiken durch die geplanten Hebelmechanismen ein. Das Risiko sei aber vertretbar. Die Kanzlerin versicherte zugleich, dass der deutsche Anteil am EFSF-Fonds bei 211 Milliarden Euro bleibe. Zudem sei eine Beteiligung der Europäischen Zentralbank (EZB) an der Ausweitung des EFSF-Einsatzes "vom Tisch". Dies war zunächst von Frankreich und anderen Euro-Ländern gefordert worden.

Merkel lobte, dass es den Fraktionen von CDU/CSU, FDP, SPD und Grünen gelungen sei, einen gemeinsamen Antrag zu formulieren. Dies sei ein "politisches Signal", das weit über die finanzpolitischen Aussagen des Antrags hinausgehe. In dem gemeinsamen Text heißt es, dass der 440 Milliarden Euro starke EFSF-Fonds mittels so genannter Hebel "möglichst effizient" genutzt werden soll. Letztlich soll so mehr Geld zur Stützung von Krisenstaaten mobilisiert werden können.

Linke wirft Regierung "organisierte Wirrnis" vor

Trotz der Einigkeit beim Entschließungsantrag warf die SPD der schwarz-gelben Bundesregierung Unehrlichkeit bei der Euro-Rettung vor. Sie zerstöre dadurch Vertrauen, sagte Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Die Koalition habe nicht mehr die Kraft, die Krise alleine zu bewältigen. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle wies die Vorwürfe zurück. Er erinnerte daran, dass die SPD sich bei der Abstimmung über das erste Griechenland-Paket enthalten habe.

Für die Linke, die sich als einzige Fraktion nicht dem Entschließungsantrag angeschlossen hatte, kritisierte Fraktionschef Gregor Gysi die Hebelmechanismen. Diese führten dazu, dass aus einem bislang "vagen Haftungsrisiko" eine "zwingende Zahlung" des EFSF-Fonds und damit der Steuerzahler werde. Er warf der Regierung zudem vor, ihre Pläne zur Euro-Krise unablässig zu ändern und mit "organisierter Wirrnis alle zu überfordern". Auch Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sagte, die Verunsicherung der Menschen komme daher, dass die Regierung am Mittwoch für richtig erkläre, was sie am Freitag abgelehnt habe. Die Koalition hatte noch am Freitag eine Befassung des Plenums mit den EFSF-Plänen abgelehnt.

Mit Blick auf das Rettungspaket für Griechenland forderte Merkel eine stärkere Beteiligung des Privatsektor an einem Schuldenerlass. Der Privatsektor müsse in "erheblich höherem Umfang" beteiligt werden, sagte sie. Die Euro-Länder wollen die Banken dazu bringen, freiwillig einen Abschlag von 50 Prozent hinzunehmen, anstatt 21 Prozent wie noch im Juli ausgehandelt. Die Banken sträuben sich aber gegen einen Verzicht in dieser Höhe.

Bosbach votierte erneut mit Nein

Der Koalition gelang bereits am Dienstag ein wichtiger Zwischenerfolg: Sie einigte sich mit den Fraktionsspitzen von SPD und Grünen auf einen gemeinsamen Antrag für die Abstimmung: In dem Antrag wird eingeräumt, dass das Verlustrisiko durch eine angestrebte Versicherungs- oder eine Fondslösung steigen kann.

Wie SPD und Grüne abstimmen werden, wollten sie formell erst am heutigen Mittwoch klären. Doch war mit der Einigung auf den Antrag eine breite Mehrheit im Parlament praktisch gesichert, die Kanzlermehrheit von 311 Koalitionsstimmen war es im Vorfeld aber nicht: Bei einer Probeabstimmung in der Unionsfraktion versagten am Dienstag zehn Abgeordnete ihre Zustimmung.

Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach erklärte vor der Abstimmung, er werde wie vor vier Wochen erneut mit Nein votieren. „Mit immer neuen Rettungsschirmen werden die Probleme nicht gelöst“, sagte er der WAZ. Der CSU-Abgeordnete Josef Göppel sagte, er werde den Vorschlag ebenfalls wieder ablehnen: „Die Politik muss die Entfesselung der Finanzmärkte wieder zurücknehmen.“ SPD-Fraktionsvize Joachim Poß sagte dagegen: „Ich werde voller Überzeugung zustimmen.“ Notwendig sei ein Signal für eine gemeinsame Anstrengung in Europa.

Die Koalitionsspitzen erklärten vorsorglich, eine Kanzlermehrheit sei bei dieser Abstimmung nicht erforderlich: „Es geht um eine Sachfrage, nicht um die Kanzlerinnenwahl“, erklärte Unions-Fraktionschef Volker Kauder. (mit afp/dapd)

Daniel Freudenreich u. Christian Kerl

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Kommentare
26.10.2011
21:21
Im Bundestag geht’s heute um Billionen
von Apfelmann20 | #76

Nun drehen Sie scheinbar voll durch.

26.10.2011
21:14
Im Bundestag geht’s heute um Billionen
von kuba4711 | #75

#74 Apfelmann 20
Na ,dann lassen Sie mich mal an Ihrem Herrschafts- und Fachwissen teilhaben!

26.10.2011
21:07
Im Bundestag geht’s heute um Billionen
von Apfelmann20 | #74

73 Kuba4711

Halbwissen ist gefährlicher als nichts Wissen.
Bei diesem Thema, haben Sie als Autodidakt nicht einmal Halbwissen.

26.10.2011
21:00
Im Bundestag geht’s heute um Billionen
von kuba4711 | #73

#72 Apfelmann 20
Ach so ;jetzt kommen wir der Sache schon näher.
Ihnen macht zu schaffen ,dass ein lernender Arbeiter durchaus in der Lage ist jenseits von Metall -Fachbegriffen -wie z.B. Passungen usw..und so fort - zu reden?
Das ist natürlich eine Ungeheuerlichkeit und widerspricht vollkommen dem strukturkonservativen Weltbild ,dass man gefälligst als Arbeiter zu arbeiten hat und ansonsten die Schnauze hält.
Nun ihre perönlichen Minderwertigkeits -Komplexe sind wirklich in diesem Zusammenhang das geringste Problem!

26.10.2011
20:50
Im Bundestag geht’s heute um Billionen
von Apfelmann20 | #72

#70 von kuba4711 , am 26.10.2011 um 19:18

Darf ich Sie an Ihren Beruf erinnern?
Sie sind nach eigenen Aussagen Metallfacharbeiter und Betriebsrat.

Worüber Sie hier, wie selbstverständlich schreiben, deckt sich nicht mit Ihrem Berufsbild.

Mit dieser Sache sind, nicht nur Sie, es sind auch gestandene Volkswirte,überfordert.

Mit diesen Sprüchen können Sie, vielleicht, bei Ihren Parteifreunden Applaus erheischen.
Mehr aber auch nicht.

26.10.2011
20:46
Im Bundestag geht’s heute um Billionen
von Trowel | #71

@kuba4711
DKWF12 hätte das nicht besser erklären, oder?
Ha, ha, ha!!!!!

26.10.2011
19:18
Im Bundestag geht’s heute um Billionen
von kuba4711 | #70

Das Problem ist ,dass man mit der Errichtung des sog. Rettungsschirmes nicht die Ursache des Problems beseitigt.
Das Problem ist die ungezügelte Spekulation des sog. Finanzmarktes gegen einzelne Euro-Staaten.
Die Schutzschirm -Lösung will den Banken die Zeit verschaffen sich für den -naturnotwendig kommenden Zusammenbruch der einzelnen Staaten - zu wappnen.
Es wird offenbar von unseren sog. politischen Vertretern bei den neoliberalen Blockparteien Einiges nicht erkannt.
So z.B. das Problem ,dass wir bei den - naturnotwendig kommenden Zusammenbrüchen von Staaten - nicht nur von vergleichsweise kleinen Volkswirtschaften künftig sprechen werden.
Kandidaten sind z.B. Spanien und Italien.
Und zum Anderen wird nicht gesehen ,dass die offenbar angestrebte Konstruktion der sog. Hebelung des EFSF -Rettungsschirms als sog. Ausfall -Versicherung selbst ein hervorragendenes Spekulations-Objekt werden wird.
Warum?
Wei es ein Unding ist ,dass für diesen sog. gehebelten Rettungsschirm auch diejenigen Länder mit haften sollen ,die aufgrund der Spekulation selbst zu Finanz -Opfern werden.
Das heißt die Märkte wissen ,dass Nichtschwimmer nicht bei der Rettungs-Schwimmer -Staffel glaubwürdig mit retten können.
Folglich wird das Rating des Rettungsschirms abgesenkt werden.
Die Kosten für Rettungsmaßnahmen der noch solventen Staaten -wie Deutschland - werden exorbitant steigen. (Zins-Kosten)
Bis auch Deutschland überfordert ist.
Auch ist die Garantie -Höhe des gehebelten Rettungsschirms bei den Spekulanten wahrscheinlich vollkommen unglaubwürdig.
Also steigt wieder die Risiko -Freude bei den Spekulanten , weil ihr Spekulations -Risiko gegen den Rettungsschirm gegen Null geht!

26.10.2011
19:07
Im Bundestag geht’s heute um Billionen
von DKWF12 | #69

Jetzt ist es soweit.
Zwei, aus volkswirtschaftlicher Sicht, Ahnungslose, siehe #66 / 67, schaukeln sich gegenseitig hoch.

Ich lese es und glaube es nicht.

26.10.2011
18:34
Im Bundestag geht’s heute um Billionen
von meinemeinungdazu | #68

Denn sie wissen nicht, was sie tun! Fatal wie mit den ungeheuren Summen umgegangen wird. Leider wird unser Land ausverkauft. Denn, wenn Deutschland nicht zu haften brauchte, brauchte man keinen gehebelten Schuldenschirm.

26.10.2011
18:12
Im Bundestag geht’s heute um Billionen
von kuba4711 | #67

#66 Trowel
Gruß
Ich zitiere in diesem Zusammenhang eine der wenigen bekannteren , positiveren Persönlichkeiten in der deutschen Geschichte!
Nämlich Martin Luther :
Er soll gesagt haben :
Auch wenn ich wüßte ,dass die Welt morgen unter ginge ,so würde ich doch heute ein Apfelbäumchen pflanzen!

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