Bundesregierung streitet über Griechenland-Politik

Berlin/Athen..  In der Bundesregierung gibt es Streit über die Griechenlandpolitik. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) reagierte verstimmt auf ein Nein von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zur Verlängerung der Finanzhilfen für Athen. „Das schriftliche Angebot der griechischen Regierung zu Verhandlungen über die Fortsetzung des Reformprogramms ist ein erster Schritt in die richtige Richtung“, hieß es am Donnerstag in Kreisen des Wirtschaftsministeriums. Man rate dazu, „dass wir diese neue Haltung der griechischen Regierung als Ausgangspunkt für Verhandlungen nutzen und nicht vorher bereits öffentlich ablehnen.“

Das pleitebedrohte Griechenland war zuvor mit seinem neuen Hilfsantrag bei Schäuble abgeblitzt. In der vorliegenden Form lehnte dieser den Antrag auf eine Verlängerung der Ende Februar auslaufenden Hilfen strikt ab. „Der Brief aus Athen ist kein substanzieller Lösungsvorschlag“, sagte ein Sprecher.

Die Griechen hatten den lange angekündigten Antrag am Donnerstagmorgen auf den Weg gebracht. Am Freitagnachmittag treffen sich Schäuble und seine Kollegen aus der Eurozone zu ei­ner Sondersitzung in Brüssel. Dort soll ein Ausweg aus der verfahrenen Situation gefunden werden.