Bundesregierung besorgt über Kämpfe in Mazedonien

Polizisten sichern eine Straße in Kumanovo: Die Stadt liegt 40 Kilometer nordöstlich der mazedonischen Hauptstadt Skopje und hat einen hohen albanischen Bevölkerungsanteil.
Polizisten sichern eine Straße in Kumanovo: Die Stadt liegt 40 Kilometer nordöstlich der mazedonischen Hauptstadt Skopje und hat einen hohen albanischen Bevölkerungsanteil.
Foto: Valdrin Xhemaj
Was wir bereits wissen
Bei Kämpfen in Mazedoniens gab es 22 Tote und 37 Verletzte. Die Bundesregierung zeigt sich besorgt und kritisiert die Regierung in Skopje.

Berlin/Skopje.. Die Bundesregierung ist besorgt und bestürzt über die gewalttätigen Auseinandersetzungen in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien. Die mazedonische Regierung, alle anderen politischen Akteure und die albanische Minderheit seien aufgerufen, alles zu vermeiden, was neue Spannungen befeuern könnte, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, am Montag in Berlin. Der Polizeieinsatz müsse gründlich untersucht werden. Am Wochenende hatte es bei Kämpfen in der mazedonischen Stadt Kumanovo wenigstens 22 Tote und 37 Verletzte gegeben.

Migration Die Bundesregierung betrachte die innenpolitischen Entwicklungen in Skopje schon seit einiger Zeit mit große Besorgnis, sagte Schäfer weiter. Er verwies auf Debatten über die Veröffentlichung von Geheimdienst-Mitschnitten von Telefongesprächen, die angeblich von Regierungsmitgliedern geführt worden seien. Die Regierung in Skopje sei aufgefordert, Versammlungs-, Presse- und Meinungsfreiheit im Sinne des westlichen Rechtsstaatsverständnisses zu respektieren.

Nach zweitägigen Kämpfen Ruhe in Mazedonien

Nach zweitägigen Kämpfen im mazedonischen Kumanovo mit wenigstens 22 Toten und 37 Verletzten hat die Spezialpolizei die drittgrößte Stadt des Landes verlassen. Tausende evakuierte Einwohner konnten am Montag wieder in ihre Häuser zurückkehren, von denen viele jedoch schwer beschädigt sind. Die Schulen blieben geschlossen und die Stromversorgung war in einigen Stadtteilen immer noch unterbrochen.

Die Staats- und Regierungsspitze des Balkanlandes hatte am Vortag "albanische Terroristen" aus dem benachbarten Kosovo für die Kämpfe verantwortlich gemacht. Daneben wurde beklagt, dass sich Brüssel so wenig um den EU-Kandidaten Mazedonien gekümmert habe. Auch die Medien in den Nachbarländern gaben der EU Mitschuld an dem Gewaltausbruch, weil dem Land seit zehn Jahren der Beginn der Beitrittsverhandlungen vorenthalten wird. (dpa)