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Bundespräsident Gauck auf Staatsbesuch in Israel

29.05.2012 | 08:04 Uhr
Bundespräsident Gauck auf Staatsbesuch in Israel
Bundespräsident Joachim Gauck ist auf Staatsbesuch in Israel.Foto: dapd

Jerusalem.  Bundespräsident Joachim Gauck hat seinen Besuch in Israel begonnen. Am Dienstagmorgen wurde er von Staatspräsident Schimon Peres empfangen. Gauck will mit seinem Besuch die Botschaft verbinden, dass Deutschland auch in schwierigen Zeiten fest an der Seite Israels steht. Die viertägige Reise soll den Präsidenten auch in die Palästinensergebiete führen.

Bei seinem Besuch in Jerusalem hat Bundespräsident Joachim Gauck am Dienstag die Bereitschaft Deutschlands unterstrichen, für das Existenzrecht Israels einzutreten. "Das Eintreten für die Sicherheit und das Existenzrecht Israels ist für die deutsche Politik bestimmend", sagte Gauck beim Empfang durch Israels Präsident Schimon Peres am Dienstagmorgen in Jerusalem.

Gauck wies bei dem Treffen auch auf das iranische Atomprogramm hin, das ihm "große Sorge" bereite. Die iranischen Atomambitionen stellten eine "konkrete Gefahr" für Israel und die ganze Region dar. Deutschland werde sich weiter für eine diplomatische Lösung einsetzen.

Im Anschluss an den Empfang wollten Gauck und Peres gemeinsam die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem besuchen. Am Nachmittag kommt Gauck mit Vertretern von Regierung und Opposition zusammen. Auch ein Treffen des Bundespräsidenten mit Überlebenden des Überfalls auf die israelische Olympiamannschaft 1972 in München steht auf dem Programm. Am Abend gibt Peres zu Ehren Gaucks ein Staatsbankett.

Gauck will "Zeichen der Solidarität" setzen

Das Staatsoberhaupt will in Israel "ein Zeichen der Solidarität in schweren Zeiten" setzen. Peres hatte den Bundespräsidenten zu dem Staatsbesuch eingeladen. Am Donnerstag will Gauck auch in die palästinensischen Gebiete reisen. Gaucks Vorgänger Christian Wulff hatte im November 2010 Israel besucht und dabei ebenfalls einen Abstecher in die palästinensischen Gebiete unternommen.

Gauck war am Montag in Tel Aviv angekommen und hatte mit seiner Delegation das Grab von Ignaz Bubis besucht, des früheren Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland. Journalisten waren bei dem Termin nahe Tel Aviv nicht zugelassen.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland setzt große Hoffnungen in die Reise Gaucks nach Israel. Präsident Dieter Graumann, der Gauck ebenfalls begleitet, sprach von einer großen Chance zur Verstärkung der Freundschaft beider Länder. Es sei ein richtiges Signal, dass das Staatsoberhaupt schon in den ersten Wochen nach seiner Amtsübernahme nach Israel reise.

Graumann erhofft sich von Gaucks Reise neue Impulse

Der Zentralratspräsident hob hervor, dass die Bundesrepublik als der beste Freund Israels in Europa gelte und das Deutschlandbild dort sehr positiv sei. Umgekehrt sei das leider nicht so. Auch deshalb erhoffe er sich von dem Besuch Gaucks neue Impulse. "Das Bild Israels in den deutschen Umfragen stimmt mich traurig", sagte Graumann der Nachrichtenagentur dapd und fügte hinzu: "Ich hoffe, der Bundespräsident kann dazu beitragen, es zurechtzurücken."

Graumann erinnerte an die historische Verantwortung der Deutschen gegenüber Israel. Er wünsche sich aber "nicht nur eine verordnete Freundschaft, sondern eine in den Herzen der Menschen verankerte". Es wäre eine "wunderschöne Sache", wenn Gaucks Besuch dazu beitragen könne. (afp/dapd)


Kommentare
29.05.2012
12:45
Bundespräsident Gauck auf Staatsbesuch in Israel
von wohlzufrieden | #13

Gauck die Hülsenfrucht, im Lande der Orangen.

29.05.2012
11:39
Bundespräsident Gauck auf Staatsbesuch in Israel
von randori20 | #12

Historische Verantwortung bedeutet nicht persönliche Schuld, sondern die Verpflichtung aus der Vergangenheit zu lernen. Auch bedeutet erben nicht nur die Aktiva sondern auch die Passiva seiner Vorfahren zu erhlaten.

Allerdings sollte zwischen dem Staat Israel und dem Judentum, dem gegenüber wir aus unserer schrecklichern Geschichte heraus wir tatsächlich eine besonderer Verantwortung haben, unterschieden werden.

Es stünde dem BP auch gut an, die Juden auch an ihre besondere Verantwortung zu erinnern, denn als sebst einmal grausam Verfolgte und Vertriebene müssen gerade sie sich hüten, nun selbst andere zu verfolgen und zu vertreiben

29.05.2012
09:41
Bundespräsident Gauck auf Staatsbesuch in Israel
von grundwissen | #11

Ich denk mal da geht es bei den Gesprächen um handfeste wirtschaftliche Belange. Denn Israel ist Rüstungspartner der Bundesrepublik. Zur Zeit sind neue Techniken der Kriegsführung stark nachgefragt. Dazu folgender Bericht aus der FAZ: "EADS baut Drohnen mit Rheinmetall (Frankfurter Allgemeine Zeitung am 23.01.2012) EADS und Rheinmetall wollen zukünftig zusammen unbemannte Flugsysteme anbieten. Wie
die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, haben sie beschlossen, ihre entsprechenden Geschäftsbereiche in einem Gemeinschaftsunternehmen zusammenzulegen, das der EADSTochtergesellschaft Cassidian zu 51% und Rheinmetall zu 49% gehören soll. Die Hersteller erhoffen sich durch ihre Kooperation eine Stärkung der deutschen Position im Drohnengeschäft." Das Angebot für Israel gilt sich noch leistungsstärker auszurüsten.

29.05.2012
09:30
Bundespräsident Gauck auf Staatsbesuch in Israel
von GregHouse | #10

Und noch ein "Volksvertreter", der nur eine Regierung vertritt, die auf eigene Rechnung handelt. Mal schauen, wann das Pulverfaß der Weltpolitik gewaltig zündet.
Eine israelische Regierung, die nicht mal den eigenen Gerichtshof anerkennt (illegaler Siedlungsbau), kann schlecht als einzige Demokratie im Nahen Osten bezeichnet werden.

29.05.2012
09:20
Bundespräsident Gauck auf Staatsbesuch in Israel
von grundwissen | #9

Was will der Kerl da in Israel? Fährt er dahin, um allen freundlich die Hände zu schütteln? Und die weiterhin unverbrüchliche Freundschaft zu Israel von einem zum nächsten Mal zu proklamieren? Oder gibt er den Israelis deutlich zu verstehen, dass die Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrages eines der Mindesstandarts bedeutet, die auch Israel in der Staatengemeinschaft zu erfüllen hat. Wenn das nicht so ist, kann man auch diesen Bundesaußenminister hinschicken. Der kann auch nachhaltig klugschwätzen. Und das Medienvolk gut unterhalten.

29.05.2012
08:10
Bundespräsident Gauck zu Staatsbesuch in Israel eingetroffen
von b.wusst | #8

Ist zwar OT, doch in diesem Zusammenhang drängt sich mir eine FRage auf:
Was macht eigentlich unser Außenminister so den lieben, langen Tag??

29.05.2012
06:13
Was hat ein Religionsvertreter zu melden
von meigustu | #7

wenn es um ein zwischenstaatliche Beziehungen geht. Da hört er sich an wie der alte Türke der die Gläubigen missbrauchen will um den türkischen Machtbereich auszudehnen.

In Israel geht es vor allem um eins, eine handvoll geld und machtgeiler Typen zur Räson zu rufen, damit sie nicht für ein paar private Vorteile die Existenz Israels auf Spiel setzen. Die Mehrheit der Menschen in Israel egal ob Jude oder Moslem wollen vor allem eins: Frieden gerne auch ohne jüdische Siedlungen in Palästina.

29.05.2012
05:31
Gauck spricht nicht in meinem Namen
von vantast | #6

Ich stehe auf seiten der schikanierten Palästinenser, nicht an der Seite der Unterdrücker, die sie mit allen menschen- und völkerrechtswidrigen Mitteln aus ihrer Heimat vertreiben wollen.

1 Antwort
Bundespräsident Gauck zu Staatsbesuch in Israel eingetroffen
von ArchieLeach | #6-1

Ah ja, und es gibt natürlich keinerlei Attentate von palästinensischer Seite......

Ihrer Welt ist sehr einfach gestrickt.

29.05.2012
04:19
Bundespräsident Gauck zu Staatsbesuch in Israel eingetroffen
von leiming | #5

"Das Bild Israels in den deutschen Umfragen stimmt mich traurig", sagte Graumann der Nachrichtenagentur dapd und fügte hinzu: "Ich hoffe, der Bundespräsident kann dazu beitragen, es zurechtzurücken."

Der Bundespräsident lässt keine Häuser illegal im Westjordanland bauen, da müsste Herr Graumann schon einmal Herrn Nethanjau in die Pflicht nehmen.

Die schlechten Umfrageergebnisse sind hausgemacht, die Mehrzahl der Bürger Israels will Frieden. Die Menschen sind sympathisch und als Geschäftspartner angenehm und zuverlässig.

28.05.2012
22:44
Bundespräsident Gauck zu Staatsbesuch in Israel eingetroffen
von karlo58 | #4

Warum über 3 Ecken denken?Reiselust und Geldkoffer...das geht immer!Glück auf!!

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