Bundespolizist soll Flüchtlinge gequält haben

Hannover..  Wegen Misshandlung von Flüchtlingen ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover gegen einen Bundespolizisten. Der 39-Jährige soll in mindestens zwei Fällen inhaftierte Männer aus Afghanistan und Marokko gequält und gedemütigt haben, so die Staatsanwaltschaft. Ob es noch weitere Fälle oder weitere Täter gebe, sei offen.

Einem NDR-Bericht zufolge sollen sich die Misshandlungen 2014 in den Zellen der Bundespolizei-Inspektion im Bahnhof Hannover abgespielt haben. Ein 19-jähriger Afghane sei in der Zelle von dem Beamten gewürgt und an seinen Fußfesseln durch die Wache geschleift worden sein. Später soll der Polizist in Handy-Kurzmitteilungen und auf Fotos mit seinen Taten geprahlt haben. In einer Nachricht an Polizeikollegen heißt es laut NDR: „Hab den weggeschlagen. Nen Afghanen. Mit Einreiseverbot. Hab dem meine Finger in die Nase gesteckt. Und gewürgt. War witzig. Und an den Fußfesseln durch die Wache geschliffen. Das war so schön. Gequiekt wie ein Schwein. Das war ein Geschenk von Allah.“ Später soll der Polizist auch einen 19-jährigen Marokkaner misshandelt haben, der offenbar ohne Fahrkarte aufgegriffen wurde. Auch in diesem Fall habe der Bundespolizist seine Taten mit seinem Handy dokumentiert.