Bundesluftwaffe fängt jeden Monat suspekte Flugzeuge ab
03.04.2012 | 10:54 Uhr 2012-04-03T10:54:46+0200
Essen. Am Wochenende haben zwei EuroFighter der Bundesluftwaffe einen nigerianischen Privatjet abgefangen und auf dem Köln-Bonner Flughafen zur Landung gezwungen. Ursache: angeblich unklare Eigentumsverhältnisse des Flugzeugs. Doch solche Einsätze sind kein Einzelfall.
Sie müssen ran, wenn Gefahr aus der Luft droht: Der Start der Maschinen der Alarmrotte kommt „ein bis zwei Mal pro Monat vor“, sagt Luftwaffensprecher Markus Werther. Die Phantom und EuroFighter der Luftwaffenbasen im friesischen Wittmund und Neuburg an der Donau bekommen immer dann die Einsatzorder, „wenn es eine unklare Sicherheitslage gibt“, erklärt Werther.
Was das ist, wird meist in den Kontrolltürmen der deutschen Flughäfen entschieden. Haben die Lotsen eine in den Luftraum der Bundesrepublik einfliegende Maschine auf dem Radarschirm und können diese aber nicht identifizieren oder haben keinen Funkkontakt, ist der Anruf bei der Bundeswehr fällig.
Viel Wert legen sie bei den Alarmrotten auf Schnelligkeit
"Meist sind es kleine Cessna oder Piper“, sagt der Luftwaffensprecher - und meist gehen die Einsätze auch völlig undramatisch zu Ende, weil der Zivilpilot vergessen hat, die richtige Funkfrequenz einzustellen. Immerhin nähern sich die Kampfjets dem Cockpit des auffälligen Flugzeugs auf 100 bis 50 Meter, setzen sich daneben. Die Offiziere machen mit Handzeichen klar, dass sich der Pilot am Boden endlich melden muss.
Viel Wert legen sie bei den Alarmrotten auf Schnelligkeit. Jeweils zwei Maschinen stehen in Wittmund beim Jagdgeschwader 71 oder Neuburg beim Geschwader 74 in den Hangars. Die Piloten warten in speziellen Wachräumen. Die Vorschrift: Nach dem Eingang des Alarms müssen die Kampfjets binnen 15 Minuten in der Luft sein. Werther: „Meist schaffen wir das aber auch in zehn bis zwölf Minuten“.
Jet steht jetzt im Köln-Bonner Hangar
Einen richtig dramatischen Zwischenfall hat es in den letzten Jahren nicht gegeben. Allenfalls im Nachbarland Belgien ist mal eine „sehr schnelle“ und nicht identifizierte Regierungsmaschine aufgefallen. F-16 der Nato haben sie mit Überschallgeschwindigkeit abgefangen. Auch die Sache erwies sich am Ende als harmlos.
Wie der nigerianische Privatjet über dem Flughafen Köln/Bonn. Er steht dort mittlerweile im Hangar zur geplanten Inspektion. Die Eigentumsverhältnisse konnten schnell geklärt werden.

14:15
zur Bildunterschrift: Die Phantom und EuroFighter der Luftwaffenbasen
Auf dem Foto ist zwar korrekterweise ein Eurofighter zu sehen, wer sich allerdings mit Flugzeugen nicht auskennt, könnte bei dem Bildtext glauben, "Die Phantom" wäre der Eurofighter. Die Phantom F4 war der Vorgänger des Eurofighters und wurde seit ca. 10 Jahren schrittweise durch diesen abgelöst.
zu #1 | von holmark: ich verstehe ihre Belustigung, für die Kampfpiloten ist eine Cessna oder Piper sicher ein Witz, aber auch im Cockpit eines Kleinflugzeugs könnten Typen sitzen wie die vom 11. September 2001, insofern sind solche
Einsätze schon angebracht.
Nur schade, daß die US-Flugsicherung am 11.9.2001 versagt hat. Welch ein Timing.
Wie ich sehe, hat die Redaktion auf meine Kritik an der Bildunterschfrift reagiert, Bravo! Fußnote: sowas kann man aber auch ganz leicht vorher recherchieren...;-)
@GregHouse | #4-1:
Schade ist gelinde ausgedrückt, doch wenn man den Ereignissen vom 9.11.01etwas Positives abgewinnen will, ist es sicherlich die seit dem - manchmal vielleicht übertrieben wirkende - Vorsicht der westlichen Welt, wenn sich etwas Verdächtiges im Luftraum tut. Ehrlich gesagt, ich möchte nicht in der Haut eines Piloten stecken, der den Befehl zum Abschuss einer nicht zu identifizierenden Zivilmaschine bekommt - auch wenn die Verantwortung dafür ein Oberbefehlshaber trägt.
Drehwurm: 9.11.01 sollte natürlich 11.09.01 heißen!
"Schade" heißt absichtlich. Meinen Sie, die militärische Überwachung gibt es erst seit 2001? Die gibts seit "Pearl Harbour", aber nicht am 11.09.2001. Seltsam...
13:32
Richtig gefährlich wird es im Herbst, wenn die Drachen aufsteigen...
12:06
Was ist denn die Bundesluftwaffe? Noch nie was von gehört...
Na, die Nachfolgeorganisation von Görings Reichsluftwaffe.
Müssen aus der gleichen Ecke kommen, wie die Matrosen der Bundesmarine ;-)
Aber schon interessant der Artikel.
hätte nicht gedacht, dass es so viele Einsätze gibt..
11:57
Tapfere Jungs, die es mit diesen gefährlichen Flugzeugen aufnehmen. ;o)