Bundeskanzlerin Merkel stellt klar: Der Islam gehört zu Deutschland

Berlin..  Es sollte eine Mahnwache für Toleranz und Weltoffenheit werden, eine stille Geste der Trauer um die Opfer des Anschlags von Paris und der Solidarität mit Frankreich. So hatten es Zentralrat der Muslime und Türkische Gemeinde angelegt. Nun wird daraus quasi ein Staatsakt: Die Parteien sowie das Kabinett sind heute um 18 Uhr auf dem Pariser Platz vertreten, Bundespräsident Gauck hält eine Rede.

Von der Kundgebung geht ein doppeltes Signal aus. Neben der Solidarität mit den Franzosen kommt die Verbundenheit mit den Muslimen zum Ausdruck. Merkel sagte gestern, sie sei dankbar, dass die Muslime in Deutschland selbst eine Trennlinie zögen und Gewalt als Mittel der Konfliktlösung klar ablehnten. Anlässlich des Besuchs des türkischen Regierungschefs Davutoglu zitierte die Kanzlerin Ex-Bundespräsident Wulff mit dem Satz, dass der Islam zu Deutschland gehöre. „Und das ist so. Dieser Meinung bin ich auch“, beteuerte Merkel. Sie sei die Kanzlerin aller Deutschen. Das schließe alle ein, die hier dauerhaft lebten, „egal welchen Ursprungs und welcher Herkunft sie sind“, so Merkel.

Das gefundene Format, die Beteiligung an der Mahnwache, ist ein Kompromiss. SPD-Chef Gabriel war mit einem Plädoyer für eine Großdemo vorgeprescht, Merkel plädierte eher für eine stillere Geste des Mittrauerns.