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Aschermittwoch

Bundeskanzlerin Merkel macht sich für Mindestlöhne stark

22.02.2012 | 12:26 Uhr
Bundeskanzlerin Merkel macht sich für Mindestlöhne stark
FDP-Chef Philipp Rösler. Foto: dapd

Dingolfing.  Angela Merkel hat sich in ihrer Rede zum Politischen Aschermittwoch für Mindestlöhne stark gemacht. Ansonsten verlieft Tag in diesem Jahr äußerst zahm. Zu den "Höhepunkten" zählten die Aussprüche von Renate Künast, die FDP-Chef Rösler als "größten Bremser aller Zeiten" und "Sprechautomaten" bezeichnete.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Mittwoch die Ausbeutung von Arbeitnehmern durch Niedriglöhne kritisiert. "Wo es keine Tarifverträge gibt, wo Arbeitgeber glauben, mit Arbeitnehmern machen zu können, was sie wollen, dort müssen wir Sorge tragen, dass es vernünftige Lohnuntergrenzen gibt und Menschen nicht einfach ausgebeutet werden", sagte die CDU-Chefin auf dem politischen Aschermittwoch ihrer Partei in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern.

Deshalb werde sich die Union für Mindestlöhne einsetzen. "Wer möchte, dass die Menschen hier im Lande bleiben,... der muss die jungen Menschen auch vernünftig bezahlen", sagte sie mit Blick auf die Niedriglöhne in der Tourismusbranche in dem nordöstlichen Bundesland. Die Union möchte, dass die Tarifpartner künftig einen allgemeinen Mindestlohn für all jene Bereiche beschließen, in denen es bisher keine Regelung gibt. Der Koalitionspartner FDP ist dabei zurückhaltend.

Merkel: Opposition verhindert Entlastung in der Einkommensteuer

Zugleich kritisierte Merkel die Opposition dafür, dass sie die von der schwarz-gelben Koalition gewünschte steuerliche Entlastung in der Einkommenssteuer verhindere. Es sei ihr unverständlich, wieso SPD und Grüne dies ablehnten.Die Grünen haben beim Politischen Aschermittwoch in Biberach vor allem die Bundes-FDP scharf attackiert. Lieblingsziel der Spitzen war der Vorsitzende Philipp Rösler. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast bezeichnete ihn als "größten Bremser aller Zeiten", als "Sprechautomaten". Ihr Vize Fritz Kuhn versuchte sich in Steigerungen auf schwäbisch "von Depp auf Volldepp." Neben dem FDP-Politiker musste auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Kritik einstecken. "Wir haben ihr den Bundespräsidenten und den Atomausstieg aufgezwungen, jetzt folgt die Energiewende", kündigte Künast vor 800 Gästen in Biberach an.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bescheinigte dem Bund beim Thema Energiewende "auf schwäbisch gesagt: Lahmarschigkeit". Wie sich Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) bei der möglichen Deckelung von Photovoltaikanlagen mit Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) beharke, sei nicht länger hinnehmbar, sagte Kretschmann.

Insgesamt fiel das "Draufhauen" der Landes-Grünen am Mittwoch allerdings sehr sachte aus. Nach knapp einem Jahr in der Regierungsrolle wünschte sich Kretschmann von der CDU lediglich "realistischere und präzisere Kritik". Am Koalitionspartner hatte er nichts auszusetzen. Er spüre bei der SPD zwar immer noch "Phantomschmerzen" nach der Wahlniederlage, zeigte sich aber zuversichtlich: "Die werden sich noch an uns gewöhnen."

Rösler verkauft Gauck-Nominierung als seinen Erfolg


FDP-Chef Philipp Rösler hat die Nominierung von Joachim Gauck zum Bundespräsidenten beim Politischen Aschermittwoch als seinen Erfolg verkauft . Die Liberalen hätten sich für den früheren DDR-Bürgerrechtler eingesetzt, weil dieser das Vertrauen der Bürger zurückgewinnen könne, sagte Rösler am Mittwoch im bayerischen Dingolfing. Die monatelange Diskussion um Christian Wulff sei quälend gewesen. Gauck müsse und könne nach dem Rücktritt Wulffs dem Amt die Würde wiedergeben.

Unter großem Applaus von rund 400 Parteifreunden verteidigte der Bundeswirtschaftsminister, sich bei der Kandidatenkür von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgesetzt und den Willen der FDP durchgesetzt zu haben - auch auf Kosten des Koalitionsfriedens in Berlin. "Wenn man uns droht, werden wir noch größer." Die FDP, die in den Umfragen nur zwischen zwei und drei Prozent liegt, könne zwar eine Wahl verlieren. Sie dürfe aber nie ihre Überzeugung verraten. Rösler zitierte aus dem Gauck-Buch zur Freiheit der Menschen: "Wir sind nicht zum Scheitern verurteilt."

In der Diskussion um das gerade erst wieder mit Milliardensummen gestützte Griechenland forderte der FDP-Chef mehr Opfer von den Hellenen. "Ohne Leistungsbereitschaft wird es kein Wachstum geben." Es seien immer wieder Zusagen der Griechen nicht eingehalten worden . "Wir werden uns nicht erpressen lassen", sagte Rösler, der seine 40-minütige Rede mit hochgekrempelten Ärmeln bestritt. Auch wenn Griechenland kollabieren könne, müsse weiter gelten: "Keine Leistung ohne Gegenleistung."

Rösler: Gabriel, Steinmeier und Steinbrück sind die Lehman Brothers der Sozialdemokratie

Video
Berlin, 21.02.12: Mehr als zwei Drittel der Deutschen haben sich für Joachim Gauck als Staatsoberhaupt ausgesprochen. Laut einer Blitzumfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF finden 69 Prozent einen möglichen Bundespräsidenten Gauck gut.

Rösler kritisierte die Finanzbranche, die viele Jahre mit griechischen Wertpapieren viel Geld verdient habe. Es sei gut, dass private Gläubiger bei der Rettung des hoch verschuldeten Landes einen Beitrag leisten müssten. "Die lassen wir nicht aus dieser Verantwortung heraus." Rösler kritisierte zudem sehr spekulative Leerverkäufe und den Hochfrequenzhandel, bei dem Maschinen in Millisekunden Millionen Wertpapiere kaufen und abstoßen können. Jeder Kaufmann bekomme dabei eine Gänsehaut. "Mit sozialer Marktwirtschaft hat das nichts zu tun."

Hart ins Gericht ging Rösler - wie es die Tradition am Aschermittwoch gebietet - mit dem politischen Gegner. "Schulden haben eine Doppelfarbe: rot und grün oder grün und rot. Aber es ist immer der gleiche Mist." Es dürften keine neuen Schulden mehr gemacht werden, das müsse die Lehre aus der Griechenland-Krise sein. Wirtschaftspolitische Ratschläge des SPD-Spitzentrios Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück lehnte er kategorisch ab. "Das sind die Lehman Brothers der deutschen Sozialdemokratie", lästerte Rösler unter Anspielung auf die US-Investmentbank, deren Kollaps die Finanzkrise eskalieren ließ und eine weltweite Rezession auslöste. (dapd, afp, rtr)

Scharfe Attacken gegen die Gegner beim politischen Aschermittwoch

 

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Kommentare
23.02.2012
11:51
Bundeskanzlerin Merkel macht sich für Mindestlöhne stark
von B.Schmitz | #26

Gut quasseln ohne wirklich etwas zu sagen können alle Politiker sehr gut. Handeln tun sie auf jeden Fall nicht; zumindestens nicht für den Steuerzahler sondern nur für ihre eigene Tasche. Rösler ist doch nur eine Witzfigur mehr in diesem Lachkabinett von Regierung.

23.02.2012
08:58
Bundeskanzlerin Merkel macht sich für Mindestlöhne stark
von wohlzufrieden | #25

...bei den Diäten...

1 Antwort
Bundeskanzlerin Merkel macht sich für Mindestlöhne stark
von Bockwurschtl | #25-1

*lol*

23.02.2012
07:02
Nicht das ob ist wichtig
von meigustu | #24

sondern das wieviel. 1 € Mindestlohn für binnenwirtschaftliche Dienstleistungen und 3 € Mindestlohn in der Exportindustrie sind zu verkraften und sorgen dafür das die besten Werktätigen in der Devisenbeschaffung arbeiten.

Hat auch schon in der DDR so funktioniert - einige Zeit lang zumindest.

22.02.2012
23:06
Bundeskanzlerin Merkel macht sich für Mindestlöhne stark
von Pamphlet | #23

kann sie das ???

22.02.2012
21:42
Bundeskanzlerin Merkel macht sich für Mindestlöhne stark
von Herby52 | #22

Reden tut sie davon, aber was tut sie dafür?
Nichts! Aus Angst, dass ihr die FDP jetzt schon verloren geht.

22.02.2012
21:33
Bundeskanzlerin Merkel macht sich für Mindestlöhne stark
von kuba4711 | #21

Da staune ich jetzt aber!
Wie lange regiert unsere Madame Kanzler Merkel jetzt schon unsere banana republika?
Und jetzt macht Madame Kanzler Hosenanzug sich angeblich für den Mindestlohn stark?
Es ist doch angeblich politischer Aschermittwoch und nicht etwa Welt -Lügen -Gedenktag!
Ansonsten fällt auf ,dass einige Journalisten bei der WAZ noch dabei sind -auch am Aschermittwoch - demokratische Berichterstattung zu üben!
Zu einem vollständigen ,demokratischen Überblick anläßlich des politischen Aschermittwoch ,da gehört -naturnotwendig - die Aussagen der "Linken" dazu!
Die Linke ist die einzig verbliebene ,politische Opposition in unserem System!
Sagen Sie dies bitte auch noch mal Herrn Reitz !
Und die "Linke" ,die hat eben nicht nur zwei Prozent Zustimmung bei den Bürgern!
Auch wenn es dem ein oder Anderen Demokraten nicht paßt!
Aber der ein oder Andere wird es noch lernen!
Hoffentlich!

22.02.2012
21:06
Blockierter Kommentar.
von holmark | #20

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

22.02.2012
19:09
Künast bezeichnete Rösler als
von gaertner1949 | #19

Schickt doch diese Partei mitsamt seinem Vorsitzenden dahin zurück, wo er hergekommen ist. Wer diese Menschen wählt, der kann seine Stimme auch gleich lieber wegschmeißen. Schade, sehr Schade für die liberale FDP, aber es war ja wohl von deren Mitgliedern so gewollt,. Was hatte diese Partei früher mal für profillerte Politiker, die die BRD mit geprägt. geformt und demokratisch,liberal ausgerichtet haben

22.02.2012
16:55
Rösler verkauft Gauck-Nominierung als seinen Erfolg
von michalek | #18

Diese Vorgang passt zum Desaster der FDP . Jetzt muss endlich auch Frau Merkel einsehen dass die FDP auch unter Führung der Herren Rösler und Döring keine Bürger nahe Themen haben. Die FDP hat sich durch ihre nicht mehr zu übersehende Führungsschwäche ihres Vorsitzenden selbst ins Abseits gestellt. Die Wähler fragen sich allmählich, warum eine Partei mit wahrscheinlich nur noch 3% der Wählerstimmen weiterhin so einen großen Einfluss auf unsere Politik, die CDU und die Kanzlerin nimmt. Die FDP hat jetzt erst recht in der heutigen Parteienlandschaft keine Chance mehr, hier sollte die Kanzlerin auch an die Zukunft denken.
Wenn der Rösler meint das die Bürger vergessen haben das er bis zur letzten Minute Wulff aufgefordert trotz aller Widerstände im Amt zubleiben und alle Gegebenheiten verharmlost hat , irrt er sich gewaltig. Zudem konnte man aus dem Bericht in der Sendung vor 8 Tage entnehmen das er in dem Freundeskreis von Wulff ebenfalls kein unbekannter ist.

22.02.2012
16:42
Rösler verkauft Gauck-Nominierung als seinen Erfolg
von Juettelchen | #17

Hoffentlich verschwindet diese Partei 2013 von der Bühne.

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