Bundesbank: Interview mit Sarrazin nicht abgestimmt
18.10.2009 | 20:17 Uhr 2009-10-18T20:17:00+0200Berlin. Die Debatte über die umstrittenen Äußerungen von Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin (SPD) hält an. Unterdessen wies die Bundesbank Berichte zurück, wonach der Inhalt des Interviews mit dem Vorstand abgestimmt war.
Die Debatte über die umstrittenen Äußerungen von Bundesbank-Vorstandsmitglied und Berlins Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hält an. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse kritisierte am Wochenende zwar den Stil Sarrazins, forderte aber zugleich eine inhaltliche Auseinandersetzung. Einen Parteiausschluss lehnte er ab. Unterdessen wies die Bundesbank Berichte zurück, wonach der Inhalt des Interviews mit dem Vorstand abgestimmt war.
Sarrazin, der seit Mai Vorstandsmitglied der Bundesbank ist, war in die Kritik geraten, weil er sich in einem Interview abfällig über in Berlin lebende Türken und Araber geäußert hatte. Die Bundesbank hatte ihm daraufhin einen Teil der Aufgaben entzogen.
Bundesbankchef Axel Weber habe gegen das umstrittene Interview Sarrazins jedoch erst protestiert, als das Erscheinen des Interviews nicht mehr aufzuhalten gewesen sei, berichtet »Der Spiegel«. Schon die Interview-Anfrage der Kulturzeitschrift «Lettre International» sei über die Pressestelle der Institution gekommen.
Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung hätten Sarrazin zu dem Gespräch geraten, das dann in der Niederlassung der Bundesbank in Berlin geführt worden sei, schreibt das Magazin. Der Leiter der Kommunikationsabteilung habe nach eingehender Lektüre keine grundsätzlichen Bedenken gehabt, aber Änderungsvorschläge gemacht, die Sarrazin auch übernahm.
Ohne Rücksprache mit den übrigen Vorständen
Anschließend habe die Bank die genehmigte Fassung an «Lettre» übermittelt. Nach Darstellung des Magazins distanzierte sich die Bundesbank von den «diskriminierenden Äußerungen von Dr. Thilo Sarrazin» alleine durch Weber - ohne Rücksprache mit den übrigen Vorständen.
Dagegen betonte eine Bundesbank-Sprecherin, das Interview sei von Sarrazin «selbstverantwortlich geführt und von ihm selbst in der gedruckten Form freigegeben» worden. Das sei geschehen «trotz früher Warnungen, dass einige Formulierungen als Provokation aufgefasst werden könnten».
Sarrazin habe es «ausdrücklich abgelehnt, bei diesem Interview von der Kommunikationsabteilung betreut zu werden», sagte die Sprecherin mit Blick auf einen Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Das Blatt schrieb, Weber habe «entgegen bisherigen Darstellungen in der Öffentlichkeit» erst nach Drucklegung des Interviews ausrichten lassen, dass er empört über die Äußerungen sei. Zudem habe Sarrazin die zweimalige Autorisierung des Interviews «über die Pressestelle der Bundesbank» abgewickelt.
Thierse sagte: «Thilo Sarrazins sprachlichen Entgleisungen muss man energisch widersprechen.« Und dann müsse man »ernsthaft über die tatsächlich existierenden Integrationsprobleme reden, auf die er mit falscher Wortwahl und in entsetzlich überzogener Weise hingewiesen hat«. Forderungen, Sarrazin aus der SPD auszuschließen, widersprach Thierse, der auch Mitglied des SPD-Parteivorstands ist. Er sei kein Freund von Parteiausschlüssen, «sondern immer schon ein überzeugter Anhänger der freien, auch der kraftvollen Meinungsäußerung gewesen». (ddp)

04:04
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11:54
@LolaPitchen
Irgendwie frifft Herr Sarrazin dennoch den Kern.
Allerdings ist unsere Regierung ja nicht nur dem Islam gegenüber zu tolerant, sondern auch gegenüber
der rechten Szene.
11:47
Wer einen differenzierten Artikel zu diesem Thema lesen möchte, der klicke bitte auf diesen Link:
http://www.cicero.de/97.php?ress_id=4&item=2125
16:13
fatih, go home
13:37
Was mich bei dem unsäglichen Interview immer noch nachdenklich macht, ist der Vergleich mit Kosovo, wo ausgeführt wird, ...durch höhere Geburtenrate. Im Grunde ist das ja eine sexischtische Betrachtungsweise. Da wird die Frau zur Eroberin Deutschlands stilisiert. Dass hier nicht aus die Frauenverbände protestiert haben.
13:30
#33 DaDu
Der Ton von S. aber mit Sicherheit nicht, deswegen wird ja auch gegen ihn ermittelt.
Es steht ihm frei der NPD beizutreten, dann müsste er aber vermutlich seinen gut bezahlten Job abgeben und da denkt dieser Saubermann dann doch lieber an sein Portmonaie, gelle.
13:15
#32, Mein Ton stimmt, weder volksverhetzend, noch undifferenziert.
10:44
@#31nix
Das Problem mit dem Nazitum blieb uns leider auch nach ´45 erhalten, da die Verbrecher nicht nur nicht durchgehend aufgeknüpft wurden, sondern sogar in Positionen gehievt wurden, durch welche sie massivst Einfluss auf die (geistige) Sozialisation in unserm Lande nehmen konnten!
Nur weil plötzlich auf der Packung Demokratie stand, war der Inhalt nicht automatisch entsprechend. Und nur so konnte der furchtbare Schoß fruchtbar bleiben!
Die Braunen zeichnen sich durch Volksverhetzung aus und jeder, der so unterwegens ist, muss als das entlarvt werden, was er ist: ein Nazi!
Davon wird mich auch ihr rotzfrecher Befehlston nicht abhalten, den sie hier anschlagen, capice?
Ansonsten berufe ich mich weiterhin auf den Kommentar der Financial Times (#29), und deshalb
#30dadu
ist nicht jeder, der sich zum Thema Integration äußert, ein Brauner. Aber auch hier gilt: der Ton macht die Musik - und volksverhetzende, undifferenzierende Aussagen halt einen Braunen aus!
09:37
Ja,ja, es ist immer wieder zu lesen die BRAUNEN.
Jeder hat doch gewußt was einmal in diesem Land passiert war, die nach 1945 geborenen haben damit eh nichts zu tun, somit die große Masse der DEUTSCHEN.
Und alle die dann in dieses schöne Land gekommen sind, wußten doch wohin sie gehen, oder viel mehr, woher sie kommen.
Deshalb, bitte lasst den Schwachsinn immer von den Braunen usw.
Und man sollte jeden einzelnen, welcher einen Deutschen mit Nazi bezeichnet anzeigen.
Aus.Basta.
09:16
#7, es ist nicht jeder ein Brauner der seine Meinung zum Thema Ausländerintegration äußert.