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SPD-Wahlkampf

"Bürger-TÜV" soll SPD beim Merkel-Sturz helfen

30.01.2012 | 16:58 Uhr
"Bürger-TÜV" soll SPD beim Merkel-Sturz helfen
SPD-Chef Sigmar Gabriel will Gerechtigkeit zum Wahlkampfthema machen.Foto: Reuters

Potsdam.  Auf der Suche nach Themen, mit denen Angela Merkel zu stürzen ist, setzt die SPD auf die Hilfe der Wähler: Mittels eines "Bürger-TÜVs" sollen die Bürger Kritik und Vorschläge äußern. Zentrales Thema im SPD-Wahlkampf soll die Gerechtigkeit sein. "Die Ära des Neoliberalimus ist vorbei", sagte SPD-Chef Gabriel.

Die SPD will im Bundestagswahlkampf 2013 die soziale Spaltung in Deutschland anprangern und so die schwarz-gelbe Regierungskoalition von Kanzlerin Angela Merkel stürzen. Die Ära des Neoliberalismus sei vorbei, sagte Parteichef Sigmar Gabriel am Montag zum Abschluss der Vorstandsklausur in Potsdam.

Die SPD sei im Aufwind und zuversichtlich, die Wahl 2013 zu gewinnen. Dabei setzen die Sozialdemokraten auf einen "Bürger-TÜV": Erstmals in ihrer fast 150-jährigen Geschichte will die SPD die Bürger mitentscheiden lassen, welche Positionen sie im Wahlkampf vertritt.

Bürger sollen Meinung sagen, Vorschläge machen und Kritik anbringen

Gabriel sagte, es gehe um eine "Volksbeteiligung" bei der Erarbeitung des Regierungsprogramms. Alle Bürger könnten - auch via Internet - ihre Meinung sagen, Vorschläge machen und Kritik anbringen. Damit setze die Partei ihren neuen Kurs fort, sich für alle gesellschaftlichen Strömungen zu öffnen.

Zu den inhaltlichen Schwerpunkten bis zur Bundestagswahl sagte Gabriel, der gescheiterten Ideologie des marktradikalen Neoliberalismus halte die Sozialdemokratie die soziale Marktwirtschaft und das Leitbild des "Miteinander" entgegen. Er und Generalsekretärin Andrea Nahles machten deutlich, dass die Sozialdemokraten nicht mit persönlichen Attacken gegen die Kanzlerin punkten wollen, sondern mit Themen und der Aussicht auf einen politischen Wechsel zu Rot-Grün.

Gabriel sieht Grund zur Frühlichkeit in der SPD

Gabriel verwies auf gestiegene Umfragewerte seit der desaströsen Wahlschlappe 2009. Rot-Grün habe seitdem in der Wählergunst elf Prozentpunkte auf nun 44 bis 45 Prozent zugelegt, Schwarz-Gelb habe seither ebenso viel eingebüßt und regiere nun schon seit zwei Jahren ohne Mehrheit in der Bevölkerung. Die Lage biete also "Grund zur Fröhlichkeit".

In den Umfragen liegt die SPD allein mit rund 30 Prozent jedoch derzeit deutlich hinter der Union, die auf rund 35 Prozent kommt. Auch führt im jüngsten ZDF-Politbarometer Merkel die Liste der beliebtesten Politiker an.

Gabriel sagte, seine Partei wolle ab sofort stark für die Interessen der Arbeitnehmer streiten. "Wir müssen 2012 zum Jahr der fairen Löhne machen - und zum Jahr der höheren Löhne", sagte er. Leistung müsse sich auch für Arbeitnehmer lohnen. Gefragt seien gesetzliche Mindestlöhne, eine gleiche Bezahlung für Zeitarbeiter, und auch deutlich höhere Tariflöhne.

SPD erklärt Energiepolitik zum Schwerpunkt-Thema

Zweiter SPD-Schwerpunkt in diesem Jahr sei die Energiepolitik. Die Koalition drohe die notwendige Energiewende "völlig vor die Wand zu fahren", sagte er. "Nichts von dem, was verabredet wurde, ist in die Tat umgesetzt." Sechs Minister Merkels arbeiteten gegeneinander. Es hake beim Leitungsausbau und der Speichertechnik. "Wir haben die große Sorge, dass das zu unbezahlbarebn Preisen führt und am Ende der Ruf kommt, die Atomkraftwerke doch noch länger laufen zu lassen."

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles machte deutlich, dass ihre Partei 2013 klar auf Rot-Grün setzt. Die Bilanz der großen Koalition von 2005 bis 2009 sei für die SPD "desaströs" gewesen, konstatierte Nahles im Deutschlandradio Kultur. "Und niemand in der SPD-Spitze sehnt sich danach zurück", fügte Nahles hinzu. Die SPD wolle den Kanzler stellen und setze auf die Alternative Rot-Grün zu Schwarz-Gelb.

Nahles geht zugleich davon aus, dass Merkels Umfragewerte sinken, sobald sie sich der Innenpolitik stellt. Derzeit schwebe die Kanzlerin "so ein bisschen über allem". Das werde Merkel aber nicht durchhalten können, wenn es um innenpolitische Fragen gehe, sagte Nahles dem Sender n-tv.

Ralf Stegner: Gabriel legt Wert auf Fehleranalyse

Schleswig-Holsteins SPD-Landes- und Fraktionschef Ralf Stegner sagte, der Selbstreinigungsprozess seiner Partei sei beendet. Er sagte den "Stuttgarter Nachrichten" (Dienstagausgabe): "Seit mit Gabriel ein Parteivorsitzender Wert auf Fehleranalyse und konstruktive Zusammenarbeit legt und die Parteiflügel wieder miteinander reden, ist das Gift untereinander raus." (dapd).

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Kommentare
31.01.2012
15:27
Bürger sollen Meinung sagen, Vorschläge machen und Kritik anbringen
von ultron | #19

- Bitteschön, hier ist meine Meinung:

An dem Tag, als Angela Merkel 2005 Bundeskanzlerin wurde, wäre ich jede Wette
eingegangen, dass sie bei spätestens 2009 wieder in der Versenkung verschwindet.

Ich wurde, wie viele andere auch, eines Besseren belehrt.

Unabhängig von den tollen Themen, die sie sich jetzt ausdenken:
wenn ich mir heute die so genannte "Elite" der SPD anschaue - oder ihnen gar zuhöre - bin ich versucht zu wetten, dass die Amtszeit von Frau Merkel sogar noch über 2013 dauern kann.

Ein Kanzlerkanditat Steinbrück könnte ihr am ehesten gefährlich werden, ein Steinmeyer vielleicht auch. Aber ein Gabriel ist einfach nur eine Lachnummer, genau wie seine "Generalsekretärin" Nahles. Solange solche Figuren bei der SPD was zu sagen haben, braucht Merkel sich keine Sorgen machen, glaube ich.

"SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles machte deutlich, dass ihre Partei 2013 klar auf
Rot-Grün setzt."

Bei dem Gedanken daran, dass es 2013 statt ROT-Grün auch auf "GRÜN-Rot" hinauslaufen könnte und - auch wenn die SPD davon jetzt natürlich nichts wissen will - die GRÜNEN den/die Kanzler/in stellen würden, packt mich das nackte Entsetzen - und ich ertappe mich bei dem Gedanken, das "Angie" vielleicht doch das kleinere Übel ist...

31.01.2012
14:14
SPD
von meinemeinungdazu | #18

Die Führungsriege, die den massiven Sozialabbau herbeigeführt hat, sollte man zum TÜV schicken. Sie würden alle durchfallen. Leider hat die SPD kein neues Personal, das die sozialen Ungerechtigkeiten zurückführen könnte: Vom Rentenbetrug, Hartz IV, unparitätische Sozialbeiträge, Zusatzbeiträge, Leiharbeit, Niedriglöhne etc. Nein, diese heutige SPD ist von Millionen Bürgern nicht mehr wählbar. Sie sind massenweise weggelaufen.

31.01.2012
12:31
Klartext BTÜV
von woelly | #17

Bürgertechnischerüberachungsverein. Was soll das? Bespaßung für Jedermann? Wo ist die SPD hingekommen? Geht noch?

31.01.2012
11:21
DIE SPD scheut sogar NEUWAHLEN in Dortmund
von prodortmund1 | #16

DIE SPD lügt und betrügt, wie das OLG Münster rechtsfehlerfrei feststellte!

Warum fürchtet denn die SPD in Dortmund eine Neuwahl, wie der Teufel das Weihwasser?

Sozis gehen nicht in einen Stadtrat und erst recht nicht indem Bundestag !

Pfui. Sozis sollten sich schämen!

31.01.2012
11:18
Gerechtigkeit und SPD, zwei Gegensätze treffen aufeinander !!!
von prodortmund1 | #15

Die SPD und gerecht. Selten so gelacht!

Die SPD ist ein Sauhaufen, der Existenzen zerstört und nur auf den eigenen Vorteil bedacht ist! Warum ist die Armut in Städten mit großem SPD Anteil immer am größten??

Die SPD gehört auf die Müllkippe !!

31.01.2012
11:11
Schrottreif
von wohlzufrieden | #14

Die Karre "S"PD bekommt kein neues TÜV-Siegel, sie zieht viel zu weit nach rechts...

31.01.2012
11:01
Blockierter Kommentar.
von wohlzufrieden | #13

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

31.01.2012
10:59
The End is near
von wohlzufrieden | #12

Der Kapitalismus geht zu Ende. Einen Neuanfang kann es nur mit der Linken geben. Die "S"PD bekommt keine neue TÜV-Plakette, da nichts mehr zu reparieren.

31.01.2012
09:06
Bürger-TÜV
von foxtrott | #11

"Die Ära des Neoliberalimus ist vorbei", sagte SPD-Chef Gabriel.

Hoffentlich weiss die SPD das auch.

31.01.2012
05:38
Politiker
von Felber05 | #10

Egal welche Partei man sich anschaut, es geht nur noch darum den politischen Gegner zu verunglimpfen und zu stürzen. Das Wohl dieses Landes interessiert diese Ratten in Nadelstreifen schon lange nicht mehr.

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