Brüsseler Krisentreffen zu Griechenland vertagt

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis (li.) während des Eurogruppen-Treffens in Brüssel. Die Euro-Finanzminister brachen ihr Treffen am Abend ab und vertagten sich auf Donnerstag.
Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis (li.) während des Eurogruppen-Treffens in Brüssel. Die Euro-Finanzminister brachen ihr Treffen am Abend ab und vertagten sich auf Donnerstag.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die Lösung für die Griechenland-Krise lässt weiter auf sich warten. Am Abend vertagten die Euro-Finanzminister ihr Krisentreffen auf den Donnerstag.

Brüssel. Bei den Verhandlungen zur Abwendung der griechischen Staatspleite konnten die Differenzen zwischen der Athener Regierung und den Kreditgebern am Mittwoch nicht ausgeräumt werden. Die Euro-Finanzminister brachen ihr Treffen am Abend ab und vertagten sich auf Donnerstag.

Griechenland Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras wollte im Laufe der Nacht weiter mit den Gläubiger-Institutionen nach einer Einigung suchen. Das war zuvor in stundenlangen Gesprächen mit den Chefs der drei Institutionen Mario Draghi (Europäische Zentralbank), Christine Lagarde (Internationaler Währungsfonds) und Jean-Claude Juncker (Europäische Kommission) nicht gelungen.

"Wir sind nicht viel weiter als am Montag"

Damit hatten auch die Finanzminister der Euro-Gruppe nicht die erhoffte Entscheidungsgrundlage. Mehrere Teilnehmer hatten sich schon vor der Zusammenkunft skeptisch gezeigt, ob unter den Umständen ein Abschluss gelingen könne.

„Mein Gefühl ist, wir sind nicht viel weiter als am Montag“, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. „Der Stand der Vorbereitungen ist nicht so, dass wir heute ein Ergebnis erzielen können.“ Nach dem Brüsseler Fahrplan sollten die Finanzminister prüfen, ob ein hinreichend genauer und glaubwürdiger griechischer Reform-Plan vorliegt, damit im Gegenzug noch vor Monatsende die dringend benötigten 7,2 Milliarden Euro ausstehender Kredite freigegeben werden können.

Griechenland pocht weiter auf Schuldenumschichtung

Doch in den Chef-Runden mit Tsipras und parallelen Experten-Gesprächen stellte sich heraus, dass beide Seiten unterschiedliche Vorstellungen haben, wo gespart und wo Steuern erhöht werden sollten.
Die griechische Regierung warf den Kreditgebern vor, neue Forderungen zu Lasten der sozial Schwachen erhoben zu haben.

„Die Last soll in unsozialer Weise auf Lohnempfänger und Rentner verlagert werden, um eine höhere Belastung von Besitzenden zu vermeiden“, hieß es in einer Erklärung. "Mit dieser Ausrichtung kann sich die griechische Seite nicht einverstanden erklären." Der österreichische Finanzminister Schelling sagte hingegen: „Der größte Brocken ist, dass Griechenland weiter auf einer Schuldenumschichtung besteht.“


Tsipras hatte sich schon am Morgen beschwert, seinem Land werde es besonders schwer gemacht. Die Gläubiger hätten immer wieder griechische Vorschläge für „gleichwertige Maßnahmen“ zurückgewiesen, also Ideen, wie man die Spar- und Reform-Vorgaben mit anderen, aus Athener Sicht sozialeren Mitteln erreichen könnte.