Brüssel will Plastiktüten womöglich verbieten
18.05.2011 | 17:42 Uhr 2011-05-18T17:42:00+0200
Brüssel. Die EU-Kommission erwägt im Kampf gegen umweltverschmutzende Plastiktüten eine Steuer oder ein Verbot. Bevor eine Entscheidung gefällt wird, soll die Öffentlichkeit bis August in einer Online-Anhörung befragt werden.
Leben ohne Plastiktüte – Brüssel will einen der hartnäckigsten Umweltverschmutzer aus dem Alltag der Bürger verdrängen. Notfalls werde man auch vor einem Verbot nicht zurückschrecken, erklärte Umweltkommissar Janez Potocnik. Er sei aber offen für alle Vorschläge, wie man diesem Übel beikommen könne, “das unsere Umwelt erstickt”.
Die EU-Kommission erinnerte am Mittwoch an die enormen Schäden, die durch die allgegenwärtige Tragetasche aus Kunststoff verursacht werden, vor allem wegen ihrer Langlebigkeit. Im Schnitt verbraucht jeder EU-Bürger pro Jahr rund 500 Einweg-Tüten. Damit kamen 2008 ungefähr 3,4 Millionen Tonnen zusammen – so viel wie zwei Millionen Personenwagen.
Bislang keine einheitliche Regelung
Die Natur braucht für besonders zähe Exemplare mehrere hundert Jahre, bis sie biologisch abgebaut sind. Zunächst zerlegen sie sich in klene Fetzen. Davon treiben allein im Mittelmeer geschätzte 500 Milliarden herum. Das ist nicht nur eklig, wenn sie am Badestrand angeschwemmt werden. Die Partikel sind gefährlich für Fische, die sie fressen. Sie transportieren auch alle möglichen organischen Schadstoffe, können Böden verseuchen und Leitungen verstopfen.
Potocnik will nun wissen, wie die Verbraucher und der Handel zu den verschiedenen möglichen Gegenmaßnahmen stehen. Dazu zählen neben einem Verbot auch besondere Gebühren oder die Förderung biologisch abbaubare Alternativen. In manchen EU-Mitgliedstaaten sind bestimmten Sorten Plastiktüten bereits verboten oder werden extra besteuert. Auf EU-Ebene gibt es aber keine einheitliche Regelung.

20:45
#Kravattenmuffel:
Zu Ihrem ersten Absatz: das sollte nicht das Problem der Verbraucher sein, sondern das der Händler.
Dann allgemein: Vielleicht sollten wir alle mal wieder mehr den Hintern hochkriegen und nicht nur auf unsere Bequemlichkeit schauen.
Es gibt so viele Plastikverpackungen im Handel, die nicht uns dienen, sondern nur eine Logistikhilfe für den Einzelhandel sind.
Beispiel: folierte Eisbergsalate, Erdbeeren oder Tomaten in Plastigsärgen, die evtl. schon gammelig sind, wenn ich sie kaufe. Feststellen kann ich das leider nicht, eben wegen der Verpackung. Und dann schmeiße ich den Kram in den Müll. Grüße an Frau Aigner
14:19
Seit eh und je nehme ich ausreichend Stofftaschen zum Einkaufen mit. Und zur Belohnung muss ich mich über Plastiktüten in der Landschaft und am Strand schwarz ärgern. Weg damit!
08:31
spiker1234
einfach lächerlich ist ihr kommentar.
sollte die steuer kommen-kann jeder diese ganzeinfach umgegen.
indem er anderweitige transporttaschen zum einkaufen mitbringt.
es liegt dann dann ganz einfach an einem selbst.
aber dazu sind sie oder auch viele andere anscheinend nicht in der lage.
07:44
ich finde diese Idee super. Vor allem wo es jede Menge alternativen gibt. Als nächstes dann auch noch die Sprühdosen verbieten und unsere Welt wird wieder schön...
07:14
Hm, Ja, grundsätzlich. Dann aber auch bitte Plastikflaschen, die sind keinen Tick besser.
So weit die Theorie.
Jetzt mal nüchterner betrachtet: z.B. an der Obst- und Gemüsetheke. 3 Tomaten = eine Tüte. Ein Stück Sellerie = eine Tüte. Äpfel = Tüte. Trauben = Tüte. Dann zur Waage und Preisschilder aufkleben. Ja, Tüten sind bequem, nicht nur für den Kunden, auch fürs Geschäft.
Das ganze jetzt im Jutebeutel (mal ganz abgesehen davon wie der aussieht wenn eine Tomate oder Traube platzt)… Wohin mit den Preisaufklebern? Auf den Sack, auf den Arm? Muss dann an der Kasse alles wieder zur Kontrolle ausgekippt werden? Oder alles wieder in Papierzipfeltüten? Mit der gleichen Undurchsichtigkeit an der Kasse? Über Tütenpreise gäbe es bestimmt auch was zu sagen… Aber wir erwarten ja gerade Tausende Spezialkräfte, da finden sich bestimmt auch welche zum kostengünstigen Tütenkleben.
Bleibt für mich auch die Frage: wie kommen die Tüten ins Mittelmeer, in den Pazifik. Ich persönlich wage mal die Aussage, dass der Anteil von z. B. niederländischen, deutschen oder polnischen Tüten im Mittelmeer verschwindend gering ist. Ich lass mich da aber gerne aufklären. Wenn man das Verursacherprinzip anwendet, sind weite Teile der EU in diesem Falle außen vor. Das macht aber nix, wir haben ja inzwischen die europäische Sippenhaftung, die regelt ALLES.
Im Pazifik dürfte die europäische Tütenemission eher gleich Null sein. Wie gesagt, macht nix. Tüten abschaffen wird sooo einfach nicht überall gehen, also werden sie besteuert. Das geht immer, hilft dem Pazifik gar nicht, aber Neu-Babylon hat Einnahmen generiert. Die Steuer wird dann auf die Artikelpreise aufgeschlagen, egal ob man mit Jutesack anreist oder nicht.
Ist doch nett, unser Neu-Babylon.
06:52
Das Problem sind nicht die Plastiktütten, sondern diejenigen die sie einfach in die Pampa schmeißen.
Davon ab, wo werden denn die Juttetaschen hergestellt und bedruckt? In Indien oder Pakistan? Direkt neben den Betrieben die die Jeanshosen für uns bleichen?
mfg
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00:54
Hat eigentlich jemals jemand den Film Plastic Planet gesehen????
In diesem Dokumentarfilm wird anhand der Sahara und dem Pazifik, wo die Partikel zerfallender Plastikabfälle von Meereslebewesen für Plankton gehalten und gefressen werden, was zu deren Tod führt.
Im Pazifik gibt es Stellen, die sind über Dutzende von Quadratkilometern übersät mit Plastiktüten, die an der Wasseroberfläche treiben.
Schon erstaunlich, was viele Leute nicht wissen.