Brüssel will 40 000 Flüchtlinge aus Afrika auf EU-Staaten verteilen

Brüssel..  Zur Entlastung von Italien und Griechenland will die EU-Kommission 40 000 Flüchtlinge auf andere EU-Staaten verteilen. Deutschland soll mit 8763 Migranten oder knapp 22 Prozent den größten Anteil aufnehmen. Das hat die EU-Kommission gestern vorgeschlagen. Verteilt werden sollen innerhalb von zwei Jahren aber nur Flüchtlinge, die gute Chancen auf Asyl haben. Das sind vor allem Menschen aus Syrien und Eritrea. Pro Person soll ein EU-Staat 6000 Euro Unterstützung bekommen.

„Dies ist der Augenblick, in dem Solidarität in die Praxis umgesetzt werden muss“, sagte EU-Innenkommissar Avramopoulos. Er sprach von einer „Notregelung“, die wegen der hohen Flüchtlingszahlen in den Mittelmeerländern Italien und Griechenland nötig sei.

Die Umverteilung wird es aber nur geben, wenn die nötige Mehrheit der EU-Länder zusammenkommt. Deutschland unterstützt die Vorschläge, Ablehnung kommt aus Großbritannien und aus vielen ost- und mitteleuropäischen Staaten, die bislang nur selten das Ziel von Flüchtlingen aus Afrika sind.

Die Arnsbergerin Birgit Sippel, innenpolitische Sprecherin der SPD im Europaparlament, begrüßt die Pläne: „Es ist höchste Zeit, dass wir einen Verteilungsschlüssel beschließen, anstatt immer nur davon zu sprechen“, sagte sie. Die Kommission beweise Rückgrat, denn schon im Vorfeld hätten es Kritik aus den Mitgliedstaaten gegeben.