Brotlose Kunst

Babys spucken. Lamas spucken. Fußballer spucken. Mancher spuckt unfreiwillig, wenn er zu viel getrunken hat. Ausgesprochen gern gespuckt werden dagegen Kirschkerne. Schaut man auf die Bestenliste der seit 1974 in Düren ausgetragenen WM, hat sich anfangs einiges getan, ehe die Athleten in der Leistung stagnierten. Erster Titelträger war Heinz Michels, der seine sechs Kerne noch mit Blasrohr in die Luft jagte und auf 14,61 Meter kam. Hans-Peter Iven knackte 1983 die 20-Meter-Marke (20,59), und die heuer noch immer gültige Bestmarke (21,71) besorgte Oliver Kuck aus Ober-Hilbersheim im Jahr 2003. Bei den Frauen trumpfte zuletzt meist Irene Holle auf, die immer mal wieder für 15 Meter und ein paar kurze gut ist. Kirschkernweitspucken hat es nie auf die große Bühne geschafft und leben kann man davon auch nicht, geschweige denn satt werden. Gut, Weltmeister Michels war mal bei Heinz Schenk im Blauen Bock, aber das war’s auch schon. Doch reden wir sie nicht schlecht, die Spuckerei, zumal das deutsche Angebot langsam kommt und die Preise fallen...