Breiter Protest im Revier gegen Pegida-Aufmarsch

Dresden/Duisburg/Düsseldorf..  Nach dem Verbot der Pegida-Demo in Dresden sind am Montag Anhänger der islamkritischen Bewegung und Gegendemonstranten durch mehrere NRW-Städte gezogen. Die Zahl der Pegida-Gegner übertraf die Zahl der Anhänger um ein Vielfaches: In Duisburg betrug das Verhältnis 5000:500, in Düsseldorf standen rund 160 Pegida-Anhänger mehr als 1000 Gegendemonstranten gegenüber.

In Duisburg hatten Dutzende Organisationen zum Protest gegen die erste Pegida-Demo im Revier aufgerufen. „Wir lassen unsere Stadt nicht spalten in Christen und Muslime“, sagte Oberbürgermeister Sören Link (SPD). Laut Polizei wurden bei Ausschreitungen in Duisburg drei Polizisten verletzt. Vereinzelt flogen Steine. Als Zeichen gegen Fremdenhass gingen am Abend wieder vielerorts die Lichter aus. In Duisburg wurden Rathaus, Stadtwerketurm, Theater und Salvatorkirche dunkel, in Düsseldorf die Jobcenter.

In Braunschweig wurde eine Pegida-Demo am Montagabend aus Sicherheitsgründen von der Polizei abgebrochen. 5000 Gegendemonstranten hatten 250 Anhänger der Braunschweiger Bewegung Bragida eingekreist. Demonstriert wurde auch in Bielefeld, Dinslaken, Osnabrück, München, Wiesbaden und sogar in Skandinavien.

Die Polizei hatte in Dresden für Montag alle Veranstaltungen unter freiem Himmel untersagt – aus Furcht vor Anschlägen von Islamisten. Der Grund: eine Morddrohung gegen Pegida-Gründer Lutz Bachmann.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will ein dauerhaftes Demons-trationsverbot und eine Beschädigung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit nicht hinnehmen und notfalls Hilfe des Bundes mobilisieren, damit die Demos stattfinden können. „Ich habe als Bundeskanzlerin, unbeschadet ob mir die Inhalte gefallen, ein Interesse daran, dass an jedem Ort in Deutschland demonstriert werden kann, weil es sich um ein Grundrecht handelt“, sagte Merkel.

Auch Pegida-Gegner zeigten sich alarmiert über das Verbot. Egal was von den Pegida-Positionen zu halten sei – „soweit der Protest nicht gegen unsere Gesetze verstößt, ist er durch die Meinungsfreiheit gedeckt“, sagte Justizminister Heiko Maas (SPD).

Pegida will in Dresden nächste Woche wieder marschieren.