Bombe war mit über 700 Nägeln gefüllt

München..  Im Münchner NSU-Prozess haben Kriminalbeamte eindrücklich die verheerende Wirkung der Nagelbombe aus der Kölner Keupstraße im Jahr 2004 geschildert. Bei dem Anschlag, der dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ angelastet wird, waren 22 Menschen teils lebensgefährlich ­verletzt worden. Der mit über 700 zehn Zentimeter langen Zimmermannsnägeln bestückte Sprengsatz war am 9. Juni 2004 vor einem ­Friseursalon explodiert, laut Anklage mit dem Ziel, in der von vielen Migranten bewohnten Keupstraße möglichst viele Menschen zu töten.

Es ist das erste Mal, dass es im NSU-Prozess ausführlich um den Kölner Anschlag geht. Bisher waren lediglich Aufnahmen einer Über­wachungskamera gezeigt worden. Auf diesen sind nach Ansicht der Bundesanwaltschaft die beiden ­mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt zu erkennen, wie sie mit dem Fahrrad samt darauf montierter Bombe in die Keupstraße zogen. Beate Zschäpe steht als einzige Über­lebende des Trios in München als Hauptangeklagte vor Gericht.

Nächste Woche werden die Opfer des Anschlags zu Wort kommen. Über drei Tage hinweg werden sie und ihre Ärzte befragt.