Blackwater-Mörder müssen lange ins Gefängnis

Washington..  Mit dem Namen „Blackwater“ verbindet sich eines der dunkelsten Kapitel des Krieges, den Amerika vor zwölf Jahren in den Irak trug. Söldner der privaten US-Sicherheitsfirma, die seither mehrfach umbenannt wurde (heute: Academi), schossen am 16. September 2007 auf einer belebten Kreuzung in Bagdad aus ihrem Konvoi „Raven 23“ wild um sich. Angeblich, weil das Feuer auf sie eröffnet worden sei.

Minuten später waren 14 Zivilisten tot, darunter Frauen und Kinder. 17 Menschen wurden schwer verletzt. Das Ereignis hat den Ruf Amerikas im Irak schwer belastet. Fast acht Jahre danach hat ein Bundesgericht in Washington vier ehemalige Blackwater-Mitarbeiter jetzt zu drastischen Haftstrafen verurteilt. Die Entscheidung kam am Tag vor dem Antrittsbesuch des neuen irakischen Präsidenten Haider al-Abadi in Washington.

Nicholas Slatten muss wegen Mordes lebenslänglich ins Gefängnis. Seine ehemaligen Kollegen Paul Slough, Evan Liberty und Dustin Heard, allesamt zur Tatzeit Mitte 20, wurden von Richter Royce C. Lamberth mit jeweils 30 Jahren belegt. Alle Verurteilten kritisierten die Strafen kopfschüttelnd als „ungerecht“ und „unverhältnismäßig“. Sie beharrten darauf, aus Notwehr geschossen zu haben. Ihre Anwälte kündigten Berufung an.

Für die Behauptung der Ex-Söldner, am Nissur-Platz im Herzen Bagdads gegnerisches Feuer lediglich erwidert zu haben, fand sich im Prozess, in dem unter anderem 30 eigens aus dem Irak eingeflogene Zeugen gehört wurden, kein Beleg.

Richter Lamberth gestand den Männer zu, in einer kriegsähnlichen Situation „in Panik“ reagiert zu haben. Das entschuldige aber nicht die Tötung unbewaffneter Zivilisten.

Blackwater, 1997 von dem Navy Seal-Elitesoldaten Erick Prince gegründet, war im Irak vor allem mit dem Schutz von US-Botschaftsmitarbeitern beauftragt und wurde dafür mit dreistelligen Millionen-Summen entlohnt. Nach der Tragödie am Nissur-Platz verlor das Unternehmen sämtliche Aufträge.

Der Obama-Regierung kommt das Urteil gelegen. Sie will deutlich machen, dass Sicherheitsfirmen aus der Bush-Ära rückwirkend für ihr Verhalten in Kriegsgebieten zur Rechenschaft gezogen werden. Mohammed Kinani Al-Rassak, der 2007 seinen neunjährigen Sohn bei der Schießerei verlor, bedankte sich im Prozess bei der amerikanischen Justiz für die „späte Gerechtigkeit“.