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Bizarre Rede - Clint Eastwood beschimpft imaginären Obama

31.08.2012 | 09:27 Uhr
Bizarre Rede - Clint Eastwood beschimpft imaginären Obama
Clint Eastwoods Auftritt in Tampa ließe viele Menschen ratlos zurück.Foto: Chip Somodevilla/AFP

Tampa.   Die Hollywood-Legende ist ein Unterstützer des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney. Auf dem Parteitag in Tampa sorgte er mit einer merkwürdigen Rede für Aufsehen.

Hollywood-Star Clint Eastwood hat mit einer bizarren Schauspieleinlage seine Unterstützung für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney zum Ausdruck gebracht. Der 82-jährige Schauspieler und Regisseur führte auf dem Parteitag der Republikaner in Tampa in Florida am Donnerstagabend zur besten Sendezeit ein Gespräch mit einem leeren Stuhl und tat so, als ob dort Präsident Barack Obama sitzen würde.

Während er mit der Darbietung die Republikaner im Tampa Bay Times Forum zum Johlen brachte, wurde diese andernorts mit Verstörung aufgenommen. In einem imaginären Dialog konfrontierte Eastwood Obama mit Versprechen, die dieser nicht gehalten habe. „Halt den Mund“, forderte er den unsichtbaren Präsidenten dabei auf. An einer anderen Stelle nannte er Obama „absolut verrückt“. Amerikanische Medien sprachen davon, Eastwood hätte den Parteitag quasi „überfallen“.

„Was zur Hölle ist das?“

Der Hollywood-Star stellte bei seinem Auftritt Fragen, die enttäuschten Wählern Obamas so auf den Lippen liegen könnten. Die hohe Arbeitslosigkeit nannte er eine „nationale Schande“, außerdem sprach er Obamas Versuch der Schließung des US-Gefangenenlagers Guantanamo auf Kuba sowie den Militäreinsatz in Afghanistan an. Die Themen wirkten strukturlos aneinander gereiht. Der ehemalige Romney-Berater Mike Murphy twitterte dazu, dass Schauspieler ein Drehbuch brauchen. Eastwood hatte weitgehend frei geredet . Eastwood verabschiedete sich mit einer Zeile aus seinem Film „Dirty Harry“: „Make my day“, sagte der Schauspieler und rief die Wähler damit auf, ihm mit der Abwahl Obamas den Tag zu versüßen.

Das Wahlkampfteam des Präsidenten nahm den Auftritt mit Kopfschütteln auf. „Was zur Hölle ist das?“, fragte Obamas Top-Berater David Axelrod über den Online-Kurznachrichtendienst Twitter. Pressesprecher Ben LaBolt bezeichnete Clintwoods Einlage als surreal. „Alle Anfragen leite ich an Salvador Dalí weiter“, schrieb er dem Online-Magazin „Politico“. Der im Jahr 1989 verstorbene spanische Maler ist einer der bekanntesten Künstler des Surrealismus. Später wurde über Obamas Twitterkonto mitgeteilt: „Dieser Stuhl ist besetzt“. Dazu gab es ein Foto, das Obama auf einem Stuhl im Weißen Haus zeigt.

Aus Romneys Wahlkampfteam hieß es als Reaktion auf die Verwunderung über die dramatische Darbietung, dass eine „amerikanische Ikone“ wie Eastwood nicht durch die „politische Linse“ betrachtet werden könne. Seine „Improvisation“ auf dem Parteitag sei eine Pause von den politischen Reden gewesen - „und den Zuschauern hat es gefallen.“

Vor vier Jahren Unterstützer Mc Cains

Viele Hollywood-Stars leihen ihre Popularität im Wahlkampf Obama, Eastwood schlägt sich dagegen als einer der wenigen Prominenten auf die Seite der Konservativen. Vor vier Jahren unterstützte er bereits den gescheiterten republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain. Eastwood hatte sich bereits Anfang des Monats öffentlich für Romney ausgesprochen, der zum Abschluss des Parteitags die Nominierung für die republikanische Kandidatur annahm. Die Präsidentschaftswahl in den USA findet am 6. November statt.

Eastwood spielte in den vergangenen Jahrzehnten in dutzenden Filmen. Bekannt wurde er in den 1960er und 1970er Jahren durch Western wie „Für eine Handvoll Dollar“ und „Zwei glorreiche Halunken“, im Actionfilm „Dirty Harry“ mimte er einen rauen Großstadtpolizisten. Als Regisseur machte sich Eastwood einen Namen mit Filmen wie „Die Brücken am Fluss“ und „Mystic River“. Seine Werke „Million Dollar Baby“ aus dem Jahr 2005 und „Erbarmunglos“ von 1993 wurden mit je zwei Oscars ausgezeichnet. (afp/rtr)

DerWesten



Kommentare
23.12.2012
11:54
Etüde im Maßanzug, aber nicht maßgeschneidert ...
von thomas-w-schmidt | #14

So ist das Leben eben – das Alter fordert seinen Tribut! Ehefrau Ruiz und die Eheprobleme könnten eine Aktie daran haben, dass Clint ein wenig verwirrt war. Die Hauptpersonen in „Antiquitätenmarder … noch lebe ich!“ unterhielten sich z. B. mit leeren Panzerschränken – natürlich nur beim „Improvisationstraining“ und auch nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Eastwood-Etüde: falscher Ort, falscher Zeitpunkt. Hat Clint das Theater mit der Politbühne verwechselt?

01.09.2012
01:11
Bizarre Rede - Clint Eastwood beschimpft imaginären Obama
von fogfog | #13

demenz????

31.08.2012
16:06
Bizarre Rede - Clint Eastwood beschimpft imaginären Obama
von Rumelner | #12

Als haudrauf Schauspieler gings ja so
Aber Eastwood hat fertig und sollte in Rente gehen

31.08.2012
13:29
Bizarre Rede - Clint Eastwood beschimpft imaginären Obama
von WaddeHaddeDuddeDa | #11

@10 linker Hollywood-Clown bei den Demokraten? Was haben denn die Demokraten mit Linken zu tun? Die sind gar nicht links... vergleichbar eher mit der CDU/CSU bei uns.

Die Republikaner stehen dagegen noch ein Stück weiter Rechts als die Demokraten.

2 Antworten
Bizarre Rede - Clint Eastwood beschimpft imaginären Obama
von irmchen83 | #11-1

Wenn man sieht wie weit die gesamte Politik in D nach links gerückt ist haben sie recht.

Bizarre Rede - Clint Eastwood beschimpft imaginären Obama
von WaddeHaddeDuddeDa | #11-2

Na in den USA gibt es ja gar kein linkes Parteienspektrum. Die SPD wäre in den USA doch schon eine linksradikale sozialistische Partei... sowas wie die Linkspartei würde in den USA Hass, Angst und Entsetzen auslösen... wie bei uns natürlich auch ;-)

31.08.2012
12:59
Bizarre Rede - Clint Eastwood beschimpft imaginären Obama
von unwitz | #10

Ich wette, wenn irgendein linker Hollywood-Clown einen ähnlichen Auftritt auf dem Parteitag der Demokraten abhielte, dann würden deutsche Medien dies als Meisterwerk der politischen Satire feiern.

1 Antwort
Bizarre Rede - Clint Eastwood beschimpft imaginären Obama
von irmchen83 | #10-1

Das stimmt. Republikaner-bashing vom Allerfeinsten.

31.08.2012
12:58
Bizarre Rede - Clint Eastwood beschimpft imaginären Obama
von Pit01 | #9

Ohje, wie kann man nur? Aber ist eben ein Schauspieler, den man nicht zu ernst nehmen sollte.

31.08.2012
11:58
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Name von Moderation entfernt | #8

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31.08.2012
10:36
Bizarre Rede - Clint Eastwood beschimpft imaginären Obama
von wohlzufrieden | #7

Man bekommt das beklemmende Gefühl, Amerika ist verloren. Und damit die Welt.

31.08.2012
10:05
Bizarre Rede - Clint Eastwood beschimpft imaginären Obama
von bloss-keine-Katsche | #6

Es ist nicht nur Alterssenilität!
Auch in der Figur Dirty Harry steckt letztendlich ein kleiner Führer/Retter/Fascho!

31.08.2012
10:00
Bizarre Rede - Clint Eastwood beschimpft imaginären Obama
von WaddeHaddeDuddeDa | #5

Ich führe Eastwoods geistige Aussetzer auf Alterssenilität zurück.

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