Bildungsland Ruhrgebiet

Fünfzig Jahre Ruhr-Uni Bochum, vierzig Jahre Fern-Uni Hagen – die junge Hochschullandschaft der Region feiert dieser Tage viele Jubiläen. Bis weit in die 60er-Jahre hinein war das Ruhrgebiet indes eine „bildungsferne“ Gegend. Beispiel Bochum: Zwischen 1959 und 1962 wurden fünf große Schachtanlagen geschlossen, die Stadt verlor 40 Prozent ihrer Arbeitsplätze im Bergbau. Beinahe zeitgleich beschloss die Landesregierung, die erste Uni im Revier zu bauen: in Bochum. Und heute? Kaum eine Stadt im Revier, die sich nicht Hochschulstandort nennen darf – nicht übertrieben, im Rückblick von einer Bildungs-Revolution zu reden. Nun scheint die Zeit reif für eine zweite: den engeren, produktiven Zusammenschluss.

Die Region braucht ihre Hochschulen. Die Wissenschaft genießt einen exzellenten Ruf, die Forschung treibt den wirtschaftlichen Fortschritt an, die Unternehmen buhlen um qualifizierte Absolventen. Die Unis bieten Talenten aus der Region hervorragende Bildungschancen, ziehen Studierende und innovative Unternehmen an und halten das alternde Ruhrgebiet jung. Ohne die Hochschulen wäre das Revier eine abgehängte Region. Gründe genug, in der heutigen Ausgabe der WAZ die ganze Breite der Hochschullandschaft zu präsentieren.