"Bild" sollte die Mailbox-Abschrift von Wulffs Anruf doch veröffentlichen
05.01.2012 | 16:30 Uhr 2012-01-05T16:30:00+0100
Essen. Wer sagt die Wahrheit? "Bild" oder der Bundespräsident? In seinem TV-Interview hat Christian Wulff eine neue Tatsachenbehauptung aufgestellt, die die "Bild"-Zeitung zum Handeln zwingen müsste. Ein Kommentar von Ulrich Reitz.
Man würde, nach aller geschriebenen Kritik schon aus Gründen gefühlter Gerechtigkeit, den Bundespräsidenten gerne einmal verteidigen. Nicht aus Neigung zu Christian Wulff, sondern aus Respekt vor dem obersten Staatsamt. Nur: Welche Entlastungs-Argumente ließen sich denn ins Feld führen? Es fallen einem einfach keine ein. Der Präsident jedenfalls liefert sie nicht. Stattdessen erhebt er sich erst zum Vorbild an Transparenz, um dann bei erster Gelegenheit, bei der diese Offenheit zu belegen wäre, zu kneifen.
Soll man allen Ernstes der Erklärung Wulffs folgen, sein Anruf auf der Mailbox des Bild-Chefredakteurs sei nur für diesen bestimmt gewesen und daher nicht frei zur Veröffentlichung? Spätestens, als der Präsident im Fernsehen behauptete, es sei ihm nicht um die Verhinderung von Berichterstattung gegangen, sondern nur um deren Aufschub, hatte er eine Tatsachenbehauptung in die Welt gesetzt. Eine, der Bild widerspricht.
Baut Wulff bereits wieder vor?
Es geht also nicht mehr um die Frage: Privat oder nicht, sondern: Wer sagt die Wahrheit – die Zeitung oder das Staatsoberhaupt? Bild besitzt den Beweis, der Präsident nicht. Die Zeitung kann gar nicht anders: Sie muss den Anruf jetzt veröffentlichen. Der Verlag sollte seine Weigerung, dies zu tun, aus staatspolitischen Gründen überdenken. Sollte nämlich Wulff im Fernsehen eine falsche Darstellung abgeliefert haben, wäre das der berühmte Tropfen zu viel. Ein Staatsoberhaupt, das lügt – unvorstellbar.
Soll die "Bild"-Zeitung die umstrittene Mailbox-Nachricht veröffentlichen?
Frage: Weshalb schreibt der Präsident an den Bild-Chef, seine Version habe er „nach meiner Erinnerung“ und „trotz meiner emotionalen Erregung“ zum Ausdruck gebracht? Will Wulff vorbeugen? Wird der Wortlaut öffentlich, würde klar, dass er tatsächlich den Bild-Bericht stoppen wollte, dann handelte es sich nicht mehr um eine Lüge, sondern nur noch um eine getrogene Erinnerung. Sie wäre, so dann die nächste Verteidigungslinie, nicht mehr eines Rücktritts wert.
Es naht der Zeitpunkt, da ein Verbleiben Wulffs im Staatsamt mehr Schaden stiftet als ein Rückzug. Der richtige Zeitpunkt ist, leider, schon überschritten.

11:20
Errare humanum est…irren ist menschlich…§ 119BGB
Link:
http://www.blu.fm/subsites/detail.php?id=5686
Deutschland hat zur Zeit wirklich größere Aufgaben und Herausforderungen,
und dieser Skandal kann unsere Demokratie nichts weniger als den Kopf kosten!
05:47
Wir sind nicht nur dafür verantwortlich, was wir tun, sondern auch dafür,
was wir unwidersprochen geschehen lassen.
Die Demokratie ist die Staatsform des Bürgertums,
gegen Korruption und Filz, aber für Demokratie und Pressefreiheit.
Ps.
und wer gegen Pressefreiheit ist, kann ja nach Nord-Korea auswandern…
05:31
Ich möchte keine Republik oder deren Repraesentanten bei denen Presse nach dem buettelprinzip funktioniert, und der Eindruck das dies versucht wurde ist mir noch nicht entkräftet.
In anderen Staaten setzen Menschen täglich ihr Leben dafuer aufs Spiel, Syrien und Nordafrika insgesamt sind dafuer derzeit die Schaubilder.
Meines Erachtens ist Herr Wulff für solche Länder derzeit kein erstklassiger Repräsentant Deutschlands. jedenfalls dann nicht wenn wir vorbildlich sein wollten!
Und das wollen wir doch!
Wozu haben wir denn dieses Amt sonst?
Die Patenschaften für Familien mit 7 und mehr Kindern könnten doch auch beim Familienministerium angesiedelt werden.
Der Empfang der hl. drei Könige wuerde auch Frau Merkel od. Nachfolger/in übernehmen.
Also nochmal von vorne worum geht es hier beim Bundespräsidenten?
Repräsentanz!
Was soll repräsentiert werden?
Gewaltenteilung und Demokratie und Menshcenrechte !
21:49
Kassiererinnen im Supermarkt werden schon entlassen,weil sie nur einen Pfandbon eingesteckt haben,aber der Bundespräsident meint,für ihn können Sonderregeln gelten.
Jetzt wird ihm vorgeworfen, als VW-Aufsichtsrat angeblichen Tricksereien von Porsche nicht Einhalt geboten zu haben.
Damit werden die bürgerlichen Werte zerstört,für die er angeblich steht.
Treten Sie zurück...
16:51
Ich bin selten einer Meinung mit Herrn Reitz, aber hier stimme ich ihm zu, würde allerdings noch eins hinzufügen: es sind Politiker wie Sauerland, Guttenberg und Wulff, die durch Korruption, Lügen, Rechtsbeugung und Machterhalt um jeden Preis auch alle anderen PolitikerInnen in schlechtes Licht rücken (wem, bitteschön, kann man denn noch trauen?), zur Politikverdrossenheit beitragen und damit letztlich unserer Demokratie ernsten Schaden zufügen statt ihr zu dienen, wie es einmal geschworen haben. Allein aus diesem Grund gehören solche Typen aus ihren Ämtern entfernt!
13:04
Nein, Wulff hat nicht gelogen! Er hat nur nicht immer die Wahrheit gesagt! So hat es heute die SZ selbst erkannt. Dieser kleine Unterschied paßt wohl auch auf andere Menschen. Ich bin mit den meisten hier aber darüber sehr enttäuscht, denn es ist als ein einzelnes Versehen fast unerheblich und grundlos, aber so dreist hintereinander? Also muß diese Eigenart generell bei Wulff (für ihn noch unbewußt?) in seinem Wesen liegen. Diese Bürde wird er auf Dauer mit sich ausmachen müssen, denn dieses unehrliche Miteinander macht ihm sein Amt immer schwieriger! Er wird sich ohne Einsicht weiter so verhalten, bis er ....?
12:55
Für Frau Merkel und einschließlich ihrer Beispiellosen Skandalregierung inklusive Chritian Wulff kann man sich als deutscher Staatsbürger nur noch fremdschämen und im Ausland entschuldigen. Von dieser Regierung geht der Gestank der Bestechlichkeit, der Erpressung, Käuflichkeit und Verhöhnung des Volkes aus.
11:33
Wer sich auf den Rechtsstaat beruft, sollte auch rechtstaatlich handeln: Im Zweifel für den Angeklagten!
11:30
Es geht nicht um die Mail-Box. Es geht um den Auslöser des besagten Telefonats: Der Privatkredit! Wenn der eigentliche Vorwurf (Vorteilsnahme im Amt) wegfällt, warum diese Endlos-Storry über einen wütenden Präsidenten? Unbegründete Vorwürfe über das Privatleben zu veröffentlichen,ist wirklich nicht nett. Oder anders: Typisch "Bild"!
Den Wortlaut des Tonbandes zu veröffentlichen ist ein Versuch, "Bild" von der Täter-Rolle in die Opfer-Rolle zu wechseln. Ein einzelnes Telefonat ist kaum geeignet, die Pressefreiheit zu gefährden.
11:13
Was ist denn dabei, wenn der Präsident einen Chefredakteur anruft? Nichts! Alle Politiker telefonieren mit Redakteuren um eine bestimmte Presse zu bekommen. Was ist dabei? Nichts! Jeder Bürger, nicht nur Politiker haben Rechte gegenüber der Presse. Wenn ich mich als Bürger falsch dargestellt fühle in der Presse kann ich versuchen, die Veröffentlichung zu verhindern. Veröffentlicht die Zeitung trotzdem, habe ich einen rechtlichen Anspruch auf einen Abdruck einer Gegendarstellung. Und diese Gegendarstellung hat dr Präsident gegeben: Vor Weihnachten durch die ERklärung, gestern im Fernsehen. Das reicht. Der Präsident hatte mit seinem Vorgehen völlig richt!