Betriebsprüfer treiben 5,7 Milliarden Euro ein

Düsseldorf..  NRW-Betriebsprüfer haben bei Firmen und Privatpersonen im vergangenen Jahr 5,7 Milliarden Euro zusätzliche Steuern für den Fiskus eingetrieben. Eine weitere Milliarde Mehreinnahmen wurde erzielt, weil angemeldete Betriebsverluste nicht anerkannt wurden, teilte Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) gestern mit. Einen Geldsegen hat das nicht zur Folge: Die Mehreinnahmen sind im Haushalt berücksichtigt. NRW hat die Zahl der Betriebsprüfer seit 2010 um 200 auf 4700 Kontrolleure erhöht.

Ein härteres Durchgreifen fordert NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) gegen internationale Konzerne wie den US-Kaffeeröster Starbucks, die mit „kreativer Steuergestaltung“ fast keine Steuern in Deutschland zahlten. NRW drängt mit anderen Bundesländern darauf, dass der Bund noch in diesem Jahr auf europäischer Ebene aktiv gegen „weiße Einkünfte“ vorgeht.

Nicht entschlossen genug werde auch gegen illegale Umsatzsteuer-Karusselle gekämpft. „Hier passiert nicht genug in Europa“, klagte Walter-Borjans. Bei den Delikten kassieren organisierte Kriminelle mit Firmensitzen in Deutschland und der EU über grenzüberschreitende Scheingeschäfte Umsatzsteuer-Rückerstattungen, die sie vorher gar nicht bezahlt haben.