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Klimaschutz

Beten statt Handeln - Klimapolitik à la USA

28.11.2011 | 15:37 Uhr
Beten statt Handeln - Klimapolitik à la USA
Auf die Dürre folgten in Texas schwere Brände - und den Feuerwehren fehlte das Löschwasser. Foto: AP

Washington  Dürre, Waldbrand, Sturm – Wetter-Katastrophen in Amerika nehmen zu. Die Klimaschutzpolitik bleibt davon seltsam unberührt. Für Republikaner ist die Senkung der Treibhausgas-Emissionen Teufelszeug - und der Präsident meidet das Thema

Kein halbes Jahr her, da wandte sich Rick Perry in seiner Verzweiflung öffentlich an höhere Mächte. Als sich in Texas eine Hitzeglocke über das weite Land zu legen begann, verordnete der streng gläubige Gouverneur des Bundesstaates im Süden der USA seinen Landsleuten drei Tage lang Beten. Der ersehnte Regen blieb trotzdem aus. Texas und weite Teile des Südgürtels der Vereinigten Staaten erlebten eine der größten Dürren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Existenzvernichtende Ernteeinbußen und Notschlachtungen von Viehherden waren die Folge. Wissenschaftler erklärten das Ausbleiben von gut einem Drittel des jahreszeitlich üblichen Niederschlags mit der fortschreitenden Erderwärmung. "La Niña", eine Wetter-Phänomen im pazifischen Ozean, habe die Regenzufuhr schlicht abgeschnitten.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Rick Perry hält Klimaschutz für Käse.Foto: AP

] Rick Perry hält das - Zitat - für “herbeigeredeten, erfundenen Murks”. In der Person des republikanischen Bewerbers um die Präsidentschaftskandidatur 2012 bündelt sich mit Blick auf den Weltklimagipfel in Durban wie unter dem Brennglas die Entschiedenheit vieler Amerikaner, weiter nicht zur Kenntnis zu nehmen, dass die Erderwärmung, wie Wissenschaftler betonen, menschengemacht ist und vor allem mit dem fortlaufend ansteigenden Ausstoß von Kohlendioxid zusammenhängt.

Austin/Texas fast 150 000 Quadratkilometer Land in Flammen Dabei erzwingt der tägliche Blick in die US-Nachrichtensendungen eine andere Haltung. 2011 war für Amerika ein besonders einschneidendes Naturkatastrophen-Jahr. Die Zahl der überdurchschnittlich schweren Überflutungen, Hurrikans, Tornados, Brände und Dürren, die jeweils Schäden von einer Milliarde Dollar und mehr angerichtet haben, wird von der Klimabehörde NOAA mit 14 angegeben. Fast 700 Menschen ließen dabei ihr Leben. Zigtausende Hektar Ackerland wurden vernichtet. Weckruf genug, um politisch dagegenzusteuern? Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Durch die Bank stellen Umwelt-Organisationen fest, dass die amtierende Regierung unter dem Druck der Wirtschaftskrise und der politischen Blockademacht der Republikaner großen Bögen macht um gesetzliche Maßnahmen, die den Ausstoß von Treibhausgasen nennenswert reduzieren könnten. So ist es inzwischen in Teilen der veröffentlichten Meinung mehrheitsfähig geworden, die Umweltbehörde EPA, die klimafreundliche Auflagen durchsetzen soll, als Teufelswerk zu brandmarken, das den Wirtschaftsstandort USA im Vergleich zum Konkurrenten China unverantwortlich schwäche. Präsidentschaftskandidat Rick Perry plädiert gar für die Abschaffung der Behörde. Präsident Obama ist klimapolitisch leise geworden. Sätze wie “Die Nation, die in der Suche nach sauberer Energie führend ist, wird auch die Weltwirtschaft anführen”, sind von ihm nicht mehr zu hören. Stattdessen hat seine Regierung schärfere Maßnahmen gegen Smog verhindert und zusätzliche Ölbohrungen in der Arktis und im Golf genehmigt; für die Verfechter erneuerbarer Energien ein Rückschritt. 

Für Rick Perry allerdings der einzig richtige Weg. In seinem Konzept für die Energierversorgung von morgen steht die Nutzung sämtlicher vorhandenen fossilen Energien in den USA an erster Stelle. Klimakatastrophen begegnet er mit Hilferufen gen Himmel. So war es auch, als nach der Dürre das Feuer kam. Anfang September standen um . Tausende Häuser wurden zerstört. Die Feuerwehr kam mit dem Löschen nicht nach. Wassermangel. Der Gouverneur unterbrach kurz seinen Wahlkampf. Und rief zum Beten auf.

Dirk Hautkapp

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Kommentare
28.11.2011
23:48
Wetterkatastrophen
von Trowel | #7

Wetterkatastrophen, die es seit Jahrmillionen gibt, werden seit der Erfindung des Klimaschutzkonzeptes, mit der angeblichen durch Menschen verursachten Klimaveränderung mittels CO2 in Verbindung gebracht.
Früher war das noch anders: die in der Bibel beschriebenen Dürren waren Handlungen Gottes.

Journalisten sind heute gezwungen, die Lügen der Klimaschützer zu verbreiten.






1 Antwort
Es hat niemand gelogen! Warum sollten Klimaschützer lügen?
von Cebulon | #7-1

Es geht nicht darum, ob es seit Millionen von Jahren Wetterkatastrophen gegeben hat. Es geht darum, dass die Katastophen in den letzten Dekaden zugenommen haben.

Die Durchschnittstemperatur des Weltklimas hat zugenommen, und zwar in einer Weise, wie sie nicht rein natürlichen Ursprungs erklärbar ist. Die Auswirkungen von CO2 und Methan im Klima sind wissenschaftlich belegbar. Es gibt in der Wissenschaft keine Lügen, sondern Theorien, die durch zunehmende Erkenntnisse angepasst, oder widerlegt werden müssen.

Dass der liebe Gott, oder Poseidon eben für das Wetter verantwortlich sind, ist so ein Fall. Bevor man also Petrus und Co. wettermäßig den Schwarzen Peter zuschiebt, bedient man sich eben jener wissenschaftlichen Kenntnisse, indem man z. B. das Klima durch die Gaseinschlüsse arktischer Bohrkerne untersucht. Sehr wahrscheinlich, dass die Methode genauer ist . UNGELOGEN!!!

28.11.2011
17:33
Blockierter Kommentar.
von sonjamenden | #6

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.11.2011
16:50
Warum gegen die USA und nicht gegen China...
von FernerBeobachter | #5

... gestänkert wird, ist doch ganz klar. WER von beiden schuldet WEM das meiste Geld?

Hm.....

28.11.2011
16:22
Antiamerikaeismus vom Feinsten
von BartSimpsen | #4

Warum wir nicht China oder Russland im Fokus der Weltverschmutzung und hohem CO2 Ausstoß kritisiert oder besser gesagt vorgeführt?
Warum wohl?

"Wir haben ein Konzept dass da heißt: Hauptsache gegen die USA
China bleibt Klimasünder Nummer Eins - gefolgt von den USA

Wie auch schon in den letzten Jahren sind es die Schwellenländer, in denen der CO2-Ausstoß am stärksten steigt: "Sicher ist China der Hauptschuldige. Emissionen in
China haben ungeheuer zugenommen, so war es auch in jüngster Zeit", sagt Boden.

Um acht Prozent stieg der Kohlendioxidausstoß in China innerhalb eines Jahres. Nicht einmal einen kurzfristigen Rückgang, wie bei vielen Industriestaaten gab es in China. Dicht auf den Fersen folgt Indien. Doch auch die USA verpesten die Luft fröhlich weiter: "Um fünf bis sechs Prozent hat die CO2-Emission hier zugenommen. Damit bleiben die Vereinigten Staaten weltweit auf Platz Nummer zwei - wegen der starken Zementproduktion und des hohen Verbrauchs fossiler Brennstoffe", bilanziert der Wissenschaftler.

28.11.2011
16:13
Ist doch super,
von Bronkhorst | #3

was sind schon ein paar hundert Tote und Ödland gegen ein kostenloses Konjunkturprogramm für zigtausend Häuser und eine komplette Infrastruktur die durch solche Katastrophen zerstört wird?

Naja, was solls. Da kann man reden, reden, reden, reden und es wird trotzdem schlimmer als besser. Da die Karre sowieso schon vor die Wand gefahren ist - z.b. geht weltweit alle 2 Tage ein neues Kohlekraftwerk ans Netz und das Klimaziel von maximal +2Grad ist so wahrscheinlich wie ein schuldenfreies Europa - kann ich auch weiterhin mit dem Auto zum Briefkasten fahren.

28.11.2011
16:13
Nix hören,nix sehen,nix wissen wollen.
von heidelbergensis | #2

Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen,
dass man Geld nicht essen kann!

Ich stehe vor einem Motel in Arizona, es ist 17:00 und auf einem Parkplatz stehen ca 20-30 Trucks und bei allen läuft der Motor und zwar die ganze Nacht und das sieht man auf sehr vielen Parkplätzen im Lande

28.11.2011
15:53
Geld essen
von holmark | #1

Wie war das noch mit dem Geld essen?

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