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Berichte nähren Zweifel an Darstellung der Polizei in Köln

07.01.2016 | 19:39 Uhr
Berichte nähren Zweifel an Darstellung der Polizei in Köln
Polizisten vor dem Hauptbahnhof in Köln: Nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht hat die Polizei die Präsenz verstärkt. An der offiziellen Darstellung der Polizei gibt es neue Zweifel. Foto: dpa

Köln.  Nach Medienberichten wusste die Polizei deutlich mehr über viele Männer am Kölner Hauptbahnhof. Das schildern offenbar einzelne Beamte.

Medienberichte legen nahe, dass die Polizeiführung in Köln die Herkunft der in der Silvesternacht kontrollierten Personen verheimlicht hat: Demnach soll der Polizei bereits früh in der Nacht klar gewesen sein, dass es sich bei vielen der jungen Männer am Bahnhof um Syrer, Iraker und Afghanen handelte, die erst seit kurzem in Deutschland leben.

Der Vorsitzende der DPolG Bundespolizeigewerkschaft, Ernst Walter, warf die Frage nach politischen Gründen für die Informationspolitik auf. Es müsse „dringend aufgeklärt“ werden, warum die Kölner Polizei dies nicht veröffentlicht hat, sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger. Die Zeitung berichtet auch, Informationen seien trotz des Drängens beteiligter Beamter durch den Dienstgruppenleiter nicht weitergegeben worden.

Polizeiführung will am Montag berichten

Die Kölner Polizei will das weder bestätigen noch dementieren. Sie spricht weiter allgemein von Nordafrikanern und „Menschen aus dem arabischen Raum“. Zu den Widersprüchen will sie erst am Montag Stellung nehmen, wenn Innenminister Ralf Jäger (SPD) einen Einsatzbericht von der Polizei erwartet.

Trickdiebstahl
„Antanz-Trick“ - darum sind Polizei und Opfer oft chancenlos

Der „Antanz-Trick“ erfreut sich bei Dieben anhaltender Beliebtheit. Die Masche wird ab sofort in der Kriminalstatistik der Polizei gesondert erfasst.

Mehreren Medienberichten zufolge hat die Kölner Polizei rund hundert Personen in der Silvesternacht kontrolliert und deren Personalien aufgenommen. Die Protokolle und Aussagen einzelner Polizisten zu diesen Personenkontrollen ergeben ein neues Bild zur Herkunft der Verdächtigen. Bislang hatten Augenzeugen berichtet, dass es sich vor allem um nordafrikanische junge Männer gehandelt habe. Allerdings ist ungeklärt, ob oder wie viele der hundert kontrollierten Personen überhaupt sexuelle Übergriffe oder Raubstraftaten begangen haben.

„Großteil der Kontrollierten Syrer“

„Nur bei einer kleinen Minderheit handelte es sich um Nordafrikaner, beim Großteil der Kontrollierten um Syrer“, zitiert die „Welt am Sonntag“ einen am Einsatz beteiligten Kölner Polizisten. Ähnliches berichtet die Kölner Boulevardzeitung „Express“: Das Blatt beruft sich auf einen „erfahrenen Polizisten“, der von 15 vorläufigen Festnahmen allein aus seiner Gruppe berichtet. Sie hätten „Aufenthaltsbescheinigungen zur Durchführung des Asylverfahrens“ bei sich geführt, schreibt die Zeitung. Die meisten stammten demnach aus Syrien.

Die Zahl der Strafanzeigen von Opfern stieg am Donnerstagnachmittag auf 121. Laut Polizei seien in zwei Fällen Vergewaltigungen angezeigt worden. Die Ermittler haben 16 Verdächtige auf Bild- und Videoaufnahmen ausgemacht, die nicht namentlich bekannt sind. (les)

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