Benachteiligte Kinder noch stärker in den Fokus nehmen

Hamm..  Das Landesprojekt „Kein Kind zurücklassen“ will sich künftig stärker um Kinder aus Flüchtlingsfamilien in NRW kümmern. „Die Flüchtlings- und Asylproblematik wird ein großer Baustein werden. Das haben wir bisher nicht gehabt“, sagte Brigitte Mohn von der Bertelsmann Stiftung gestern in Hamm. Die Stiftung, die das Projekt wissenschaftlich begleitet, zog beim Besuch der Modellkommune Hamm eine positive Zwischenbilanz.

Seit 2012 versuchen 18 Städte und Kreise eine bessere Präventionskette vor allem für benachteiligte Kinder und ihre Familien aufzubauen. 2016 soll das Projekt voraussichtlich auf ganz NRW ausgeweitet werden.

In Hamm sind nach Angaben von Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) dringende Fälle mit Förderbedarf weniger geworden. Geld, das in die Vorsorge gesteckt werde, könne später gespart werden. „Je früher wir steuern, desto besser sind die Ergebnisse“, sagte er.

Die Vorsorge beginnt mit der Geburt. Die Jugendhilfe kommt in die Familien und informiert über die Angebote von Vorsorgeuntersuchungen über Sprachschulung bis zum Kindergarten. In Kita und Schule wird besonders auf Defizite der Kinder geachtet. Eine „Zukunftsfabrik“ bemüht sich in Hamm, arbeitslose Jugendliche über Werkstätten in Beschäftigung zu bringen.

Hunsteger-Petermann lobte die Landesregierung, die ihre Zusage für Zusatzkräfte für das Projekt eingehalten habe. Jetzt müsse dafür gesorgt werden, dass es Schulsozialarbeiter in allen Schulen gebe.

Die erste Projektphase läuft 2015 aus. Das Projekt wird aber bis 2020 fortgesetzt, voraussichtlich mit allen NRW-Kommunen. Die Entscheidung soll bis Herbst feststehen.